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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.12.1885
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1885-12-16
- Erscheinungsdatum
- 16.12.1885
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- Deutsch
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6l70 Nichtamtlicher Teil. 290, 16. Dezember 1885. Verzeichnis künftig erscheinender Bücher, welche in dieser Nummer znm ersten Male augekündigt sind. Erped. der Zeitschrift „Das Deutsche Wollen- Geiverbe" in Grünberg i/Schl. 64751 Das Deutsche Wollcn-Gewerbe. Jahrg. 1886. 1. Quart. Wilhelm Friedrich Nachf. in Berlin. 64749 Kür edle Frauen. Hrsg, von u. Ad. Hinrichsen. Jahrg. 1886. Hft. 1. Loescher Lieber in Florenz. KL7SS Oper« äi Oioi'Aio Vs.ss.ri. Vol. s. A. W. Sijthoff in Leiden. 6L766 Leeueil <lss trs.vs.ux ediiuiguss äss ka^s-öas. 5. IsürZ. Veit b> Comp, in Leipzig. S17SL Droysen, I. G., Geschichte d. preuß. Poli tik. S. Theil. (Friedrich d. Gr. 4. Bd.) Allg. Verein für deutsche Literatur in Berlin. S4755 VereinSpublikationen. XI. Serie. 1. Band: Gneist, R., d. engl. Parlament. Fr. Weiß Nachf. Verlag in Grünberg i/Schl. 64752 Blätter f. höheres Schulwesen. Hrsg. v. Aly. Jahrg. 1886. 1. Sem. Carl Winter sUniv.-Buchhandl. in Heidelberg. 64761 korselniuxoi» suk ä. Osdiets äsr ^zri- Irulturpü^sik. Ilrs^. v. tVolluv. VIII. 3.4. Lruksuderx, vsr^Iöiodsuä - xü^sioto- xisoüs Vorträßs. V. Naz'er, X., I.sürducv ä. ^xrilrulturedsmis. 3. Xuü. 2. ^dt. 8utu>, X., I-sürdueb ä.vsrßlsieüsuäsu Xus- tomis. 2. ^.uü. 3. Xvt. Nichtamtlicher Teil. vis Kottsixer. Lias Oursisllnux äss duoddünälsrisslisii 6s- LetiLttsbstrltzbss in äsr 2sit äss OsttsrIunxss vom Mttsl- sltsr 2ur UsuLsit von Ossär Lass. 2vsits nsuxsurdsitsts ^utlLAs. Osipriß 1885, Orusl! uuä Vsrlux von örsitLoxl L kürtsl. Es war mir eine wirkliche Freude, als ich vor mehreren Wochen von der Redaktion des Börsenblattes um eine Besprechung des soeben erschienenen Buches »Die Koberger« gebeten wurde; denn ich muß sagen, daß ich wenige Bücher mit größerem Interesse gelesen, wenige mit größerem Nutzen aus der Hand gelegt habe, als diese ausgezeichnete Arbeit Oscar Hases. Allerdings ist wohl auch nicht oft auf ein Werk so viel Mühe und universelles Studium ver wendet worden wie auf diese treffliche Monographie, die das »ucmum prswatur in suuuru« lange für sich hat. Schon im Jahre 1869 hatte Or. Hase bekanntlich eine kleine nicht in den Handel gelangte Schrift über »die Koburger« erscheinen lassen, der er 1881 das »Briefbuch der Koberger« folgen ließ. Diesen damals veröffent lichten wichtigen Geschäftsbriefwechsel hat er nun in dem vor liegenden völlig neugearbeiteten stattlichen Bande zum erstenmal für die innere Geschichte des deutschen Buchhandels verwertet und entwirft so dem Leser ein Bild aus der Jugendzeit des deutschen Buchdrucks, wie es farbenfrischer und anziehender nicht gedacht werden kann. Indem er das Wirken des »Fürsten der deutschen Buchhändler des fünfzehnten Jahrhunderts« herausgreift, schildert er den Wechsel der Litteraturverhältnisse und die Entwickelung des Buchhandels jener umgestaltenden Zeit anschaulicher und faßlicher, als es eine noch so umfangreiche Abhandlung über den Gesamtbuch handel jener Zeit jemals vermöchte. Ein solches Buch, das Ergebnis jahrelanger Studien, kann man nicht »kritisieren«. So möge es der im deutschen Buch handel wie in der deutschen Wissenschaft gleich geschätzte Verfasser nicht verübeln, wenn ich nicht als »Kritiker«, sondern nur als schlichter Berichterstatter auftrete; wenn ich nur in abgerissenen Worten den Lesern des Börsenblattes das andeute, was im Buche selbst fein sinnig und gelehrt begründet wird. Es war eine alte tüchtige Nürnberger Bäckerfamilie, welcher Anton Koberger, der Begründer der Offizin, entstammte. Er war ums Jahr 1445 geboren und kommt im Jahre 1464 zum erstenmal in den Nürnberger Bürgerbüchern chor. 1470 be gründete er den eigenen Hausstand und errang sich bald eine so an gesehene Stellung, daß er 1488 zum »Genannten« des großen Rates erwählt ward. 1491 verheiratete er sich zum zweiten Mal und starb in hohem Alter am 3. Oktober 1513. Aus seinen reich gesegneten Ehen gingen fünfundzwanzig Kinder her vor, von denen dreizehn, darunter acht Söhne, am Leben blieben. Da jedoch der älteste beim Tode des Vaters erst fünfzehn Jahre alt war, so übernahm als Vormund der Kinder die Leitung des Geschäftes Antons Vetter Hans Koberger, dessen Name nun auf den Verlagswerken von 1514—25 als Verlegername wiederkehrt. Diese beiden Männer, Anton und Hans, haben den Weltruhm des Kobergerschen Verlages begründet. Wann Anton Koberger seine Thätigkeit als Drucker be gann, läßt sich mit Sicherheit nicht feststellen. Wahrscheinlich hatte er schon in den sechziger Jahren angefangen; in Druck werken kommt jedoch sein Name erst 1473 vor. Seit dieser Zeit gewann seine Druckthätigkeit bald einen erstaunlichen Um fang. Vom Jahre 1480 an überflügelte sie diejenige Schössers, des Miterfinders der Buchdruckerkunst, und von da bis gegen den Schluß des Jahrhunderts war er der bedeutendste Drucker seiner Zeit. Diesen Höhepunkt von Kobergers Thätigkeit hatte Johann Neudörffcr im Auge, als er im Jahre 1547 die Kobergersche Druckerei mit den Worten schilderte: »Dieser Ko berger hatte täglich mit 24 Pressen zu drucken; dazu hielt er über 100 Gesellen«. Daß diese Angabe nicht zu hoch ist, er- giebt sich von selbst, wenn man bedenkt, daß gegen zweihundert zum Teil bändereiche Foliowerke in wenigen Jahrzehnten aus Kobergers Offizin hervorgingen. Und was für eine mühevolle Arbeit war damals für den Drucker mit der erstmaligen Herausgabe eines großen Werkes verbunden! Da galt es zunächst, geeignete handschriftliche Unterlagen zu beschaffen. Nürnberg und Heilsbrunn, Maulbronn und Eß lingen, Köln und Lübeck, ganz Deutschland ließ Koberger zu diesem Zweck nach Handschriften absuchen, ja sogar in Frank reich und England zog er Erkundigungen ein. Und da es sich meist um sehr wertvolle Handschriften handelte, die als die größten Schätze der Klosterbibliotheken galten, so hatte er nicht selten jahrelange Mühe, um ein solches Werk vom Besitzer ge liehen zu erhalten. War dann das Manuskript angekommen, so war die weitere Schwierigkeit die, den oft von Schreibfehlern strotzenden Text korrekt zu vervielfältigen. Die ständigen Korrektoren, welche Koberger in seiner Offizin beschäftigte, waren gar oft dieser Auf gabe nicht gewachsen, und er mußte, um fehlerfreie Ausgaben liefern zu können, mit einer Reihe von Gelehrten, so dem um die deutsche Sprache hochverdienten Nicolaus von Wyle, dem Humanisten Jacob Wimpfeling, dem gelehrten Baseler Buchdrucker Hans Amerbach und anderen in Verbindung treten. Nicht minder schwierig war es, den korrigierten Satz dann auch schön zum Abdruck zu bringen, da bekanntlich auf un- geglättetem geschöpftem Papier mit sehr mangelhaften Pressen gedruckt wurde. Aber auch in dieser Beziehung lassen die Ko bergerschen Drucke in ihrer gleichmäßigen kräftigen Färbung nur wenig zu wünschen übrig. Ja, sie sind nicht nur durch Korrektheit und schönen Druck ausgezeichnet; sondern auch die Holzschnittillustrationen, mit
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