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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.09.1878
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1878-09-09
- Erscheinungsdatum
- 09.09.1878
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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21. August wurde die constitnirende Generalversammlung des unga rischen Buchhändler-Landesvereins in Budapest abgehalten. Die Cardinal-Agenden der Generalversammlung, als: Be- rathuug und Feststellung der Statuten, sowie die Wahl desVorstandes wurden erledigt, und ist das Resultat der letzteren folgendes: Präsident: Feld. Pfeifer (Budapest), Vice Präsidenten: Ludw. Aigner (Budapest) und S. Rosenberg (Eperies); Schriftführer: Ferd. Tettey und Sam. Zilahy (Budapest); Cassirer: Rich. Grill (Budapest). Wir begrüßen den Verein mit aufrichtiger Freude, denn wir sind der Ansicht, daß es dem Vereine bei weiser Führung und rich tiger Anwendung der concentrirtcn Macht gelingen kann, die Haupt übel, an denen der ungarische Buchhandel in kaum minderem Maße krankt, als der Buchhandel Deutschlands und Oesterreichs, zu heben und überhaupt wünschenswertste Reform-Umgestaltungen in der Organisation des ungarischen Buchhandels zu schaffen. Die erfreuliche Entwickelung der ungarischen Nationallitcratur hat das Bedürsniß hervvrgerusen, für die Vertriebs-Organisation der von Tag zu Tag sich mehrenden ungarischen Geistesproducte im Lande selbst eine leitende Hand zu schaffen. Ueber die Grenze des Landes hinaus gibt es kein Feld für die ungarische Literatur, und finden wir es deshalb naturgemäß, wenn zur Regelung des geschäft lichen Verkehrs zwischen dem ungarischen Verleger und Sortimenter im Lande selbst die organisatorische Macht residirt. Ebenfalls einem Specialbedürfnisse soll das eigene, in ungarischer Sprache zu redi- girende Vereinsorgan entsprechen, welches der ungarische Buch- händlervercin unter dem Titel „Corvina" vom September d. I. an herausgeben wird; den College» deutscher Zunge sowie allen den jenigen, welche die ungarische Sprache nicht vollständig handhaben, ist cs anheimgestellt, ihre Ansichten, Wünsche und Beschwerden in deut scher Sprache der Redaction einzuschicken, und finden dieselben im Original Aufnahme. In dem Vereinsorgane werde» alle Bewegungen dieser von den besten Intentionen geleiteten neuen Corporation zur allgemeinen Kenntniß gelangen und somit auch der Aufmerksamkeit unserer Colle ge» im Auslande nicht entzogen sein. Wir wünschen den Reformbestrebungen des jungen Vereins den besten Erfolg. 2. Auch ein Wort zum Rcsormwcscn und zum Unwesen, das damit getrieben wird. Jeder, der mit Leib und Seele Buchhändler ist, nimmt von den jetzt reichlicher denn je erscheinenden xro- und coutrn Artikeln über Reformen und dergl. gebührende Kenntniß, sei es aus Pietät für den oder jenen hochverdienten Autor, sei es aus Schadenfreude für einen verdonnerten Groß- (oder En gros-?) Sortimenter, sei es aus wirklichem Interesse für die Sache, oder sei es aus Langeweile. Ich denke es wenigstens mir so. Mich aber erfüllen diese Artikel, Mis- cellen rc. mit einer gewissen Trauer! Denn — frage ich — will mir Jemand einzurcden versuchen, daß, nachdem seit Jahren das Thema der Reformen nach allen Seiten hin beleuchtet und abgehandelt worden ist, nachdem Vorschläge aller Art zur Besserung gemacht, nachdem Autoritäten und Nichtautoritätcn aller Zweige unseres Ge schäfts ihre Meinung abgegeben haben, ja nachdem hier und da schüchterne, aber hilflose Versuche zu Aenderungen in Scene gesetzt worden — daß nach alle dem es möglich wäre, den Buchhandel mit einem Schlag neu zu gestalten oder wenigstens so weitgreifende und willkürliche Beschlüsse, wie sic z. B. der Sortimenterverein plant, einem Jeden zu octroyiren? Will denn Jemand es auf sich nehmen, den ganzen Buchhandel so umzugestalten, daß auch das kleinste Glied desselben mit seinem Loos zufrieden ist? Und das soll doch wohl der gute Zweck allez Resormirens sein! Ich meine, wenn so etwas früher, wo der Buchhandel lange nicht so vielseitig und vielköpfig war, nicht gemacht worden ist, so wird es nun und in Zukunst nimmer der Fall sein können, und cs mag geschrieben und geredet werden, so viel man will — den Fortschrittlern im Buchhandel kann doch nicht Halt ge boten werden, wenn auch dieser Fortschritt sich bedenklich den Lehren der Socialdemokratie nähert. — Doch das nebenbei. Nur das Eine: Sollte es nicht möglich sein, daß im Schreiben und Reden über Reformen etwas mehr Maß und beson ders Beschränkung gehalten würde? Ganz abgesehen davon, daß es wirklich gar nichts nützt, im Gegentheil eher schadet — denn das Meiste ist ja viel zu harmlos und unbedeutend —, abgesehen davon also, aber sollte es nicht einGebot nnserer eigenen Würde sein, wenn wir dieses kleinliche Streiten über imaginäre Sachen, diesesNörgeln amThunAndererunddasDenun- ciren möglichst vermeiden; denn wir setzen uns dadurch in unseren eigenen Augen und auch in denen anderer Men schen herab. Nichts für ungut, Ihr Herren! M. W. Miscellen. Zum Gesetzentwurf gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Socialdemokratie. — In Nr. 194 d. Bl. sind die den Buchhandel besonders interessirenden Paragraphen dieses Entwurfes zum Abdruck gebracht. Wir sind der geehrten Redaction Dank dafür schuldig, daß sie die Aufmerksamkeit des Buchhandels dadurch in besonderer Weise auf die hohe Bedeutung dieses für uns so wichtigen Gesetzes hingelenkt hat. Der Gesetzent wurf ist beinahe von allen, selbst sehr gemäßigt liberalen Preß- organen verurtheilt worden. — Für uns handelt es sich aber dabei um eine Lebensfrage. Es ist das Schwert des Damokles, das über dem Haupte eines Jeden schwebt. Bei der Dehnbarkeit des Gesetzes kann die leiseste und wohlmeinendste Kritik unserer Politischen, wirthschastlichen rc. Zustände die schwerste Ahndung, ja den voll ständigen Verlust der Existenz zur Folge haben. Buchhandel und Presse werden sür vogelsrei erklärt, jeder polizeilichen Willkür Thür und Thor geöffnet. — Ist es da nicht die Pflicht der Selbsterhaltung, daß der Buchhandel entschiedenen Protest dagegen erhebt, daß dieser Entwurf zum Gesetz wird?! Möchte der Vorstand des Börsen vereins — als Repräsentant des gesammten Buchhandels — es nicht für angemessen halten, seine Stimme im Reichstage in unzwei deutiger Weise darüber hören zu lassen, oder aus eine Massen- Petition hinzuwirken? — Wenn der Gesetzentwurf damit auch nicht aus der Welt geschafft werden würde, so könnte doch sicher ein solches Vorgehen nicht ohne Eindruck bleiben. Und jedes Volk wird so regiert, wie es Werth ist regiert zu werden. Soll aber etwas getha» werden, so müßte das rasch geschehen. L. Anfrage. — Mein Commissionär lieferte am 12. Jan. 1877 einer schlesischen Firma aus ihre Bestellung 5 Expl. eines Werkes aus, die dieselbe nicht empfangen zu haben behauptet. Ich sende ihr infolge dessen Nachweis meines Commissionärs, daß er fragliches Packet ans dem üblichen Wege weiter befördert habe. Daraus er halte ich zur Antwort: „Ich bezweifle gar nicht, daß qu. Packet mit S beimeinemConlmissionärs.Zt. abgegeben wurde. Dochistjetzt Beweis vorhanden, daß dasselbe nicht aus Versehen in ein anderes Fach gelegt und somit an eine andere Firma abgegangen ist?" Aus dieses Schreiben antworteich unter wörtlicher Anführung obiger Zei len: „Daraus geht also klar hervor, daß ich mit der Sache nichts zu thun habe, und daß Sie sich mit Ihrem Herrn Commissionär aus einander zu setzen haben", und verlange Zahlung des Postens; den» daß das Packet auf dem Avis der Firma vom 12. Jan. 1877 (!) nicht verzeichnet ist, trifft nicht mich. Trotzdem verweigert jene Firma noch die Zahlung. — Wer hat nun Recht?. !8. 8.
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