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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1917-06-19
- Erscheinungsdatum
- 19.06.1917
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Redaktioneller Teil. .1/ 140, 19, Juni 1917. An einen anderen, im vorigen Sommer ebenfalls einem Verkehrsunfall im Exil zum Opfer gefallenen, bedeutenden Bel gier knüpft Schreiber dieser Zeilen die Erinnerung einer andert halbjahrzehntelangen geschäftlichen Verbindung. Als Professor I>r. Emil Waxweiler im Jahre 1901 von dem belgischen Grob industriellen, dem Sodakönig Einest Solvay, die Errichtung und Leitung des Institut äs Soviologis übertragen erhielt, trat er behufs Beschaffung der für die Bibliothek dieser wissenschaft lichen Musteranstalt bestimmten Werke und Zeitschriftenserien an unsere damals erst seit zweieinhalb Jahren bestehende Firma heran. Die neuen und antiquarischen Lieferungen für den Grundbestand dieser umfangreichen, ganz international gehst- tenen Bibliothek zogen sich anderthalb Jahr, bis zur Errich- iung und Eröffnung des stattlichen, vornehmen Instituts- gebäudes im varc veopold, hin, und auch nachher ist unsere Firma vis zum Kriegsausbruch, ja bis zum heutigen Tage der einzige Lieferant für diese Bibliothek und für die der damit verbundenen Handelshochschule geblieben. Die Wahl unserer damals noch so jungen deutschen Buchhandlung, die in den Brüsseler Kollegcn- kreisen begreiflicherweise Unzufriedenheit erregt hatte, bewies die Hochschätzung, die Waxweiler, der trotz seines deutschen Namens wallonischer Abstammung war, dem deutschen Buch- Handel entgegenbrachte, und die er bei Gelegenheit mancher geschäftlichen Verhandlung im Laufe der Jahre dem Unter zeichneten gegenüber gern zum Ausdruck brachte. Unsere Firma hat die Entwicklung und das Aufblühen des Instituts in ge schäftlicher Teilnahme verfolgt und miterlebt. In ihrem Ver lage sind die zahlreichen seit 1904 entstandenen Veröffentlichun gen des Instituts erschienen, an deren Herausgabe Waxweiler und dessen Sekretär, Professor vr. G. de Leener, der jetzige interimistische Leiter des Instituts, als Miiverleger nicht nur wissenschaftlich, sondern auch praktisch-technisch mitwirkten: Notas ,4 dlömoires (II Bünde), Lindes sociales (8 Bände), ^ctualitös sociales (19 Bände), ^rciüves socioloxignes (5 Jahrgänge), ll'raits sveioloAiquss (3 Hefte), Semaines sociales (2 Bände), Llonograptües biblioAragbiques (2 Bände), Trsvaux cku Oroupe d'ctudcs coloniales (14 Hefte). Unser Zusammenarbeiten mit Waxweiler war jederzeit ungetrübt und von geradezu vorbild lichem Einverständnis in den vielen geschäftlichen Fragen, die die Herstellung und den Vertrieb dieser zahlreichen Verlags- Werke betrafen, und Waxweilers Gerechtigkeitssinn und Hilfs bereitschaft hat sich auch noch in den ersten Tagen nach Kriegs ausbruch dem Schreiber dieses gegenüber in freundschaftlichster Weise geäußert. Die wissenschaftliche Würdigung des Gelehrten und Politikers, dem bei einem eventuellen Regierungswechsel der Posten des Arbeits-Ministers im liberalen Ministerium sicher war, hat Professor Ernst Waentig im 2. Belfriedheft (August 1916) mit großem Geschicke unternommen. Dieser Artikel ent hält auch die unumgänglichsten biographischen Notizen, die mit Rücksicht aus Waxweilers 50. Geburtstag (22. Mai 1917) zeit gemäß erscheinen. Auch ein anderer hervorragender Mtarbeiter des Instituts, der Privatgelehrte Raphael Petrucci, ist im besten Mannesaller von 44 Jahren im März ebenfalls im Exil (Paris) gestorben. Er war der Verfasser der als »blotes et dlömoiros, Band 3« er schienenen »Origincs naturelles cke la pivpriets« und hatte sich auch auf anderen Gebieten der Wissenschaft, insbesondere dem knnstgeschichtlichen, mit Erfolg schriftstellerisch betätigt. Einen weiteren großen Verlust hat das wissenschaftliche und politische Belgien im vorigen Jahre durch den Tod von A. I. Wauters erlitten, der als Herausgeber und Verleger des »zionvcment xeograxkigue«, den er im Jahre 1884 gegründet und bis zur Okkupation Brüssels allwöchentlich, mit eigenen Bei trägen versehen, geleitet hat, gewissermaßen zu unsrer Zunft ge rechnet werden kann. Wauters, der 71 Jahre alt geworden ist, beschäftigte sich schon vor der Errichtung des Kongostaales mit Kolonisationsfragen und hat zur geographischen Erschlie ßung des Kongo viel beigetragen. Seine politischen Ansichten über die Zivilisation und Kolonisation des Riesenreiches im Herzen Afrikas deckten sich immer weniger mit den Plänen der leitenden Kreise in Belgien. Er vertrat mit vielem Mut «94 und großer Beständigkeit die auf der berühmten, unter Bis marcks Vorsitz 1884 in Berlin abgehaltenen internationalen Konferenz festgelegten Grundsätze eines freien Handels und schuf sich dadurch nicht nur in England, sondern auch im offiziellen Belgien viele Gegner, von denen er mehr und mehr als »Outsider« behandelt und zur Seite gedrückt wurde. Sein Lebenswerk, der »blouvement xeograpkigue«, ist trotzdem die hauptsächliche Kongozeitschrifl und das wichtigste Quellenwerk für das wissenschaftliche Studium des belgischen Kolonialreiches geblieben. Nachdem ich bereits zweimal Gelegenheit hatte, auf die vom Insel-Verlag herausgegebene Monatsschrift »Belfried« und deren Bedeutung für die Zentralisierung der Belgien-Literatur unserer Tage hinzuweisen, sei es mir heute nochmals gestattet, auf diese Zeitschrift zurückzukomme», um insbesondere diejenigen literarischen Beiträge namhaft zu machen, für die bei den Lesern dieser Artikelserie ein besonderes Interesse mitsprechen dürfte. So im neuesten, 8. (Februar-)Heft eine Übersicht über den Inhalt und die Bedeutung flämischer Zeitschriften, unter denen das 105 Seiten starke Jubiläumsheft des in Antwerpen erscheinenden »Voedendag« zur Feier seines 25 jährigen Be stehens durch den Einfluß hervorragt, den diese politische Zeit schrift aus die flämische Jungmannschaft und die akademische Jugend ausübt. Auch der »Latbolieke Vlaamscke Student«, die »vietseken Stemmen« sowie die seit Eröffnung der Genter Hochschule erscheinende, in »vereinfachter flämischer« (holländi scher) Schreibweise abgesaßte Studentenzettschrift »Lula« sind erwähnenswert. Aus letzterer erfahren wir, daß sich in Gent bereits drei flämische Studentenvereinigungen konstituiert haben: ein sämtliche Studenten umfassender »Freistudentischer Ver band«, eine von den aus dem Kempenlande gebürtigen jungen Leuten gebildete Studentengilde »De dlasteatop« und der katho lische Studentenzirkel »-lau van Üuz-sbroeck«. Dieselbe Nummer enthält eine gelungene Plauderei von Jmhosf über »Die belgi schen Theater im Kriege«. Im 6. Hest ebenfalls eine Chronik der flämischen Zeitschriften. Während sich das 5. Heft im An schluß an die Eröffnung der flämischen Hochschule speziell mit dem Genter Universitätsleben beschäftigte jFrhr. von Bissing, Zur Wiedereröffnung der Genter Hochschule; Aug. Grtsebach, Roelandts Universitätsbau in Gent, mit 8 Bildtafeln), bringt das 7. Heft eine sehr lesenswerte Darstellung der Entwicklung der Löwener Universität aus der Feder des Benediktiners Kunibert Mohlberg, mit ausführlicher Darstellung der wissen schaftlichen Tätigkeit dieser weitaus größten und ältesten der vier belgischen Universitäten unter ihren acht Rektoren seit der Wiedereröffnung im Jahre 1834 und mit Wiedergabe der Titel sämtlicher in dieser Zeit von Löwener Gelehrten herausgegede- nen Sammelwerke, Seminarpublikationen und Zeitschriften, der Aufzählung der wissenschaftlichen Institute, Gesellschaften, studen tischen Vereine usw. In den früheren Heften erschienen: Inventar der belgischen Flllchtlingspresse (Nr. 2), eine zeitgemäße, beschrei bende Zusammenstellung von annähernd 40 Titeln von belgischen Zeitungen im Userwinkel, in Frankreich, England, Holland, der Schweiz, Italien, Kanada und Argentinien. — Geh. Hofrat vr. L. Volkmann: Brüssel als Zentrum internationaler Organi sationen (Nr. 3). — Rud. Alex. Schröder: Flämische Lyrik. I. Prudens van Duyse. II. Guido Gezelle (Nr. 1 u. 4). — Arthur Lindner: Ein Kleinod Altbrügger Buchmalerei (Nr. K>, die ein gehende, durch 7 Bildtafeln geschmückte Beschreibung einer der schönsten Miniatur-Handschriften der berühmten Chronik des Jean Froissart, des »Herodot des Mittelalters«, welche als das hervorragendste Quellenwerk für die Geschichtsschreibung des ausgehenden Mittelalters, speziell des hundertjährigen Krieges zwischen England und Frankreich gilt. In derselben Nummer befindet sich auch eine kritische Übersicht über die besten, vor zugsweise deutschen Bücher über die belgische Kunst von Grise- bach, sowie eine biographisch-bibliographische Studie über Elysee Reclus, den infolge seiner anarchistischen Theorien viel ange feindeten, außerordentlich fruchtbaren französischen Geographen, der die letzten 13 Jahre seines Lebens in Brüssel zubrachte
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