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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.07.1917
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1917-07-03
- Erscheinungsdatum
- 03.07.1917
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. .V 152, 3. Jul, 1917. Ich komme also nochmals auf meine schon oben gestellte Forderung zurück: Es muß unbedingt dafür gesorgt werden, daß durch eine andere, gerechtere, zweckdienlichere Verteilung der vorhairdenen und verfügbaren Papiererzeugnisse die Tages preise hinreichend versorgt und dem Buchhandel in ausgiebig stem Maße die Möglichkeit gegeben wird, daß das wirklich Gute und Wertvolle unserem Volke, der gesamten Öffentlichkeit zu gänglich gemacht werden kann. Den Weg zu diesem Ziele habe ich gezeigt. Er ist die ein zige, aber unbedingt zu ergreifende Möglichkeit, um einer schwe ren, immer verhängnisvoller werdenden Schädigung unseres Kulturlebens Einhalt zu gebieten. Unsere Pflicht wird es aber auch sein, zugleich darüber nachzudenken, wie es in unserem Volke überhaupt so weit hat kommen können, daß die Massenproduktion einer minderwertigen Literatur einen solch riesenhaften Umfang hat annehmen können. Otto Flake hat unlängst in einem geistvollen Beitrag »Literarische Kritik« (Frankfurter Zeitung, Erstes Morgenblatt vom 15. März) sich eingehend über dieser Kapitel ausgesprochen. Vielleicht findet meine Anregung Verständnis, und es wird dann mit der Zeit aus der von mir vorgeschlagenen, bei der Wirtschaftsstelle zu errichtenden Kommission das Kriterium hervorgehen, das uns in Deutschland fehlt, seitdem Gotthold Ephraim Lessing die Augen für immer geschlossen hat. Doch darüber ein andermal. Meine Mitteilungen. Das Institut sür Zcitungskundc an der Universität Leipzig. — Das von Geheimrat Pros. Or. Karl Bücher an der Universität Leipzig gegründete und vo» ihm geleitete Institut für Zes- tungskundc hat den Zweck, die wissenschaftliche Durch bildung der Zcitungskundc zu fördern und den Studieren den, die sich berufsmäßig dem Dienste der Tagespreise widme» wollen, diejenigen Kenntnisse zu vermitteln, die ihnen den Übergang in die Praxis erleichtern und sie zur richtigen Auffassung ihrer künftigen Aufgaben anleiteu können. Seine Errichtung ist von der Grundausfassung geleitet worben, daß die zur wissenschaftlichen Ausbildung von Journalisten gehörigen Fächer an der Universität bereits vertreten sind, und daß cs in jedem Einzclfalle nur auf eine zweckmäßige Verbindung dieser Fächer an kommt, die je nach der cinzuschlagendcn Studienrichtung verschiede» sein kann. Es ist deshalb ein eigner Studienplan zur berufs mäßigen Ausbildung in der Zeitungskunde entworfen tvorden, der für die drei in Betracht kommenden Richtungen die Fächer angibt, denen die wissenschaftliche Beschäftigung sich besonders zuzuwendcn hat. Für die Studierenden aller drei Richtungen werden außerdem Fach vorles UN gen über Geschichte, Organisation und Technikffo- wie Politik des Zeitungswesens abgehalten. Um seiner Doppelausgabc zu entspreche», sind dem Institut für Zeitungskunde verschiedene Sammlungen und eine Fachbibliothek an gegliedert worden. Die S a m m l u n g e n umfassen: eine Histori sche Abteilung, die die Haupterscheinungen des Zeitungswesens von seinen Ansängen bis zur Gegenwart teils in einzelnen Beleg stücken, teils in ganzen Serien enthält und über die verschiedenen Phasen der Entwicklung eine unmittelbare Anschauung vermittelt: eine Nummeriisammlung zur Veranschaulichung des modernen Zei tung s w e s e II s. In ihr sind Belegstücke für die verschiedenen For men der periodischen Presse der Gegenwart vereinigt — soweit erlang bar, erste Nummern —, um die Verzweigung und die Erscheinungs formen des heutigen Preßgewerbes zu zeigen: eine Sammlung von Zeitungskorrespondenzen In ganzen Serien oder einzelnen Nummern, die die Ausbildung dieses Zweiges der Stosfvermittlung für die Presse und seine Leistungen veranschaulichen können: eine Sammlung von Fachzeitschriften und politischen Tages blättern, die dem Institut von den Herausgebern regelmäßig ge liefert und deren neueste Nummern ausgelegt werben, einesteils um den Mitgliedern zur Lektüre zu dienen, anderntcils um bei Studien über das moderne Zeitungswesen als Material gebraucht zu werden: Feldzeitungen — eine Sammlung der während des Weltkrieges von den einzelnen Truppcnvcrbänden herausgegebenen Blätter. Die Bibliothek ist ebensowohl dazu bestimmt, besondere Fachstudien z» unterstützen, als das ganze für eigene Zeitungsarbeit der Teilneh mer nötige literarische Material zu bieten. Sie gliedert sich darum in folgende Abteilungen: Geschichte des Zeitungswesens (mit den Sonderabtcilungen: Englisches, französisches Preßwesen, Festschriften über die Geschichte einzelner Bläiierj: Moderne Preßzustände: Feuilleton und Stilkunde: Verlag und Expedition, Ne- klamewesen: Jahr- und Handbücher der Presse: Preßrecht, Urheber recht, Verlagsrecht: Fachzeitschriften in ganzen Serien: ZcitungSkata- logc: Geschichte der össcnilichcn Meinung und des Parteiwescns: All gemeine Politik: Kriegsschristcn: Orientkunde: Geschichte (mit der Sondcrabteilung: Memoirenliteratur): Länder- und Völkerkunde: Volkswirtschaft: Hochschulwesen: Buchhandel und Verlagswesen: Völ kerrecht: Staatsrecht: Verwaltungsrecht: Parlamentarismus, Wahl recht: Nachschlagsiverkc und Lexika. Um der unterrichtlichcn Ausgabe des Instituts für Zeitungskiinde nachzukommcn, werden folgende Übungen abgehaltcn: HauptknrsuS, geleitet vom Direktor des Instituts: in ihm wird die Quellenkunde und die Arbeitsweise der Zeitungen behandelt und Anleitung zu eige nen wissenschaftlichen Untersuchungen aus dem Gebiete der Zeitungs kunde gegeben. Fachknrse, die von Praktikern der Presse geleitet wer den, und zwar: zur Einführung in die Tätigkeit des politischen Re dakteurs: über die Stilformen und Technik des Feuilletons: über Han- delsjournalistik: über Lokal- und Provinzsalredaktion: über Herstel- lungstechnit und Rechnungswesen: über Preßrecht, Urheberrecht, Ver lagsrecht. Durch die Einrichtungen, die die Universität Leipzig für die be rufsmäßige Ausbildung von Journalisten getroffen hat, bekundet sie, daß sie dem ZeituugSberuf die gleiche Bedeutung beilegt wie der Laufbahn der Theologen, Juristen, Philologen oder Arzte, und daß sic denen, welche ihn ergreifen wollen, Umwege in ihren Stu dien, Zeitverluste und unsicheres Umhertasten ersparen möchte. Sie will au ihrem Teile die Mittel zur Erziehung eines Journalistcnstaii- des bieten, der in wissenschaftlicher, technischer und sittlicher Hinsicht den großen Ausgaben der heutigen Tagespresse gewachsen ist. 8t. Hundertjahrfeier der Vereinigung der Universitäten Halle-Witten berg. — Aus Anlaß dieses Jubiläums hat die Universität Halle eine äußerst interessante kulturhistorische Ausstellung tn den Räumen der Kupferstichsammluiig der Universität im Archäologischen Museum ver anstaltet. Tie Ausstellung umfaßt Bildnisse, Autographen, Werke Wittenberger und Höllischer Professoren, Urkunden, Stammbücher, llniversitätsinsignien und Amtstrachten, Fahnen und zeitgenössische Darstellungen aus dem Universitäts- und Studentcnleben. Die Aus stellungsgegenstände stammen aus dem Besitze der Universität Halle, der Höllischen Marienbibliothck, der Kranckeschen Stiftung, des städtischen Museums in Halle, der Lutherhalle und der Sammlung Senf in Wittenberg. SÜ. Lehrling, Fortbildungsschule und Krieg. — Auch die durch den Krieg geschaffenen schwierigen Verhältnisse berechtigen den Lehrhcrrn nicht, den Lehrling vom Besuch der Fortbildungsschule zurllckzuhalteu. Aus diesen Standpunkt hat sich der Strafsenat des Kammergerichts in Berlin in seinem Urteil vom 13. Februar 1917 gestellt. Die Straf kammer hatte einen Lehrherrn sreigesprochcn, der seinen Lehrling während der Kortbildungsschulstunde in seinem Betriebe, wo er ihn wegen des durch den Krieg bedingten Arbcitcrmangcls nicht entbehren zu können glaubte, wiederholt beschäftigt hatte. Das Kammcrgericht hob indessen des Urteil mit folgender Begründung auf: Die Freisprechung beruht auf Rechtsirrtum. Der Lehrling ist dem Gewerbetreibenden nicht als dessen Gehilfe, sondern zu seiner Ausbildung anvertraut. Der Lehrherr verletzt daher die ihm obliegende Pflicht, sür die Ausbildung des Lehrlings zu sorgen und ihn zum Besuche der Fortbildungsschule anzuhalten (KH 127 u. 139 der Gewerbeordnung) unter allen Umständen dann, wenn er den Lehrling ohne Erlaubnis deshalb vom Besuche der Fortbildungsschule zurückhält, weil er ihn in seinem gewerblichen Be triebe nötig gebraucht. Es ist der Strafkammer nicht beizustimmen, wenn sie zu der Überzeugung gelangt ist, daß die durch den Kriegszu stand geschaffenen Verhältnisse In dem Geschäfte des Angeklagten die fortgesetzte Anwesenheit des Lehrlings unbedingt notwendig gemacht haben. Besuch des türkischen Unlerrichtsministers in Leipzig. — Zu der Mitteilung in Nr. 149 ist nachzutragcn, daß der türkische Uiitcrrichts- mivister Schükri Bei am 27. Juni mit seiner Begleitung und Herrn Bürgermeister 2r. Weber-Leipzig auch das Geschäftshaus der Firma F. Volckmar aufgesucht hat. Der Herr Uiiterrlchtsminister wurde von dem Seniorchef der Firma begrüßt und durch die Geschäfts räume geführt. Er dürfte bei diesem Rundgang ein Bild von der Organisation des deutschen Buchhandels, wie sie sich in den Leipziger Kommissionsgeschäften und Barsortimenten zeigt, gewonnen haben. 780 ^ ^ ^ ^ ^ ° '
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