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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.09.1881
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1881-09-26
- Erscheinungsdatum
- 26.09.1881
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18810926
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4126 Nichtamtlicher Theil. ^5 222, 26 September. gegenüber im Nachtheile. Im vorliegenden Falle ist demnach das erwähnte Verlagsrecht scheinbar ein völlig begriffsloser Werth, d. h. eine todte Waare. Solcher Fälle muß es Dntzende geben. Schreiber dieses sind Vcrlagsverträge vor Augen gekommen, die in ihrer Abfassung den Charakter eines Vertrages, der oft aus lange Jahre Gültigkeit besitzen soll, durchaus vermissen ließen und ein bedauerliches Zeugniß für die Sorglosigkeit ablegten, mit welcher auch in dieser Beziehung im Buchhandel gewirthschastct wird. Abgesehen von der Rechtsunknnde verrathen derlei Mach werke auch eine solche geistige Armitth, daß man einer herben Auslassung des Lit. Centralblattes über den geringen Bildungs grad mancher deutschen Verleger unumwunden zustimmen muß. Ll>z. Zur Erwiderung — Im Börsenblatt Nr. 206 beklagt sich Hr. I. über den modernen Geschäftsbetrieb der Ver leger von Bilderbüchern und Jugendschriften und empfiehlt den Herren Collcgcn, nur von solchen Verlegern ihren Bedarf zu beziehen, welche ausschließlich mit Buchhändlern verkehren. Da Hr. I. sorgfältig vermieden hat, die Ursachen der, wie er selbst gesteht, im Zeitgeiste liegenden Manipulationen zu erwähnen, so will ich dies hiermit versuchen. Bor allem möge sich Hr. I. notiren, daß fast alle Jugendschriften- und Bilderbücher-Verleger gezwungen sind, reisen zu lassen und ihre Artikel auch außerhalb des Buch handels zu offeriren. Wer anders ist an diesem Uebel schuld, als die Sortimenter selbst? Gehört es doch zu den Seltenheiten, daß ein Buchhändler fragliche Specialitäten fest oder baar bezieht, während den außerhalb des Buchhandels stehenden Geschäften nur baar oder bei genügenden Referenzen gegen 3 Monate Ziel ge liefert wird. Daß diesfalls der Rabatt höher ist, als bei Aufträgen ä condition, ist naheliegend; doch hat der Buchhändler die Be günstigung des höchsten Rabattes zunächst, sofern er riskirt, fest oder baar zu bestellen. Der Verleger weiß also, daß das außerhalb des Buchhandels Abgesctzte in der That verkauft ist und ihm eine bestimmte Einnahme bringt. Wie ganz anders aber im Buch handel! Wenn man durch Circulare, Inserate rc. Mühe und Opfer gebracht hat, ist das Resultat allerdings eine Menge Bestellungen, oft noch mit frommen Wünschen begleitet, wie z. B.: „direct, wenn mit halbem Porto!". Aber der weitaus größte Theil der Be stellungen ist L cond. Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, daß hiervon durchschnittlich nur ca. der zehnte Theil abgesetzt wird; das Uebrige wird rcmittirt (natürlich meist in ramponirtem Zustande) oder dispouirt. Und welche Mühe hat man dann noch mit vielen Herren, die die Ostermesse einfach ignorirt haben! — Warum be klagt sich Hr. I. nicht über die Zeitschristenverleger, die gleichfalls in der Lage sind, mit Nichtbuchhändlern verkehren zu müssen? Es würde ihm ganz dieselbe Antwort wie hier: Der Sortimentsbuch handel hat sich diese Concurrenz selbst geschaffen, wo er den Ge schäftsbetrieb nicht dem Zeitgeist angepaßt hat! — Ich habe die Beobachtung gemacht, daß in Städten, wo einzelne Buchhändler, als löbliche Ausnahme von der Regel, den Vertrieb von Jugend schriften und Bilderbüchern energisch in die Hand nahmen, andere Geschäfte keinen Absatz erzielen konnten; ein Beweis, daß es dem Buchhändler »täglich ist, sein Feld zu behaupten, wenn die nöthige Energie obwaltet. L. Entgegnung. — Durch die Güte einer hiesigen deutschen Firma wird der Artikel in Nr. 187 des Börsenblattes, 0. unter zeichnet, zu meiner Kenntniß gebracht. Ich beeile mich, dem Herrn Einsender zu erwidern, daß durch meine, sowie durch die Reclama- tionen verschiedener Verleger der zwangsweise Verkauf meines Commissiouslagers verhindert und somit allerdings ein Erfolg erzielt worden ist. Das gesammte Commissionslager befindet sich unangetastet in dem Gewahrsam des Gerichtsvollziehers Baehnisch in Berlin, Werdersche Rosengasse 5. Daß dasselbe den Herren Verlegern noch nicht zur Verfügung gestellt worden ist, bedaure ich lebhaft; es ist mir jedoch leider trotz aller meiner Vorstellungen an zuständiger Stelle nicht möglich gewesen, die Angelegenheit zu beschleunigen und helfend einzugreifen Der Auslieferung der Bücher steht nichts entgegen, und kann ich die Herren Verleger nur nochmals bitten, sich an den obengenannten Gerichtsvollzieher mit dem dringenden Ersuchen um Rücksendung zu wenden. Ich habe Berlin verlassen mit dem Bewußtsein, die Bücher in dem Gewahr sam des kgl. Amtsgerichtes, also in sicheren Händen zu wissen. Ich habe von hier aus noch einmal mich brieflich sowohl an diese Be hörde, wie an den betreffenden Gerichtsvollzieher gewandt und um Beschleunigung gebeten. — Schließlich bitte ich wegen der langen Verzögerung dieser Entgegnung um Entschuldigung; die weite Entfernung machte eine schnellere Erledigung eben unmöglich. Chicago Jll., 6. Septbr. >88l. Chr. Langreuter, früher Inhaber von Wilh. Logier's Buch- u. Kunsth. in Berlin. Zur Abwehr. — Die in Nr. 216 d. Bl. enthaltene „Mis- celle": „Wo bleibt der Buchhandel?" ergänze ich, wie folgt: Die Firma Bargou Söhne kaufte von mir vor längerer Zeit eine Partie des in meinem Verlage erscheinenden Volkskalendcrs. Da dieser Artikel sich wahrscheinlich für genannte Firma nicht eignete, so verkaufte dieselbe den Kalender zum Einkaufspreis von 35 Pf. Als ich dies erfuhr, traf ich mit Bargou Söhne ein Einvernehmen dahin, daß ich die Kalender sämmtlich sofort zum ge zahlten Preis znrücknahm. — Die Erledigung dieser Ange legenheit hätte in dieser Weise auch ohne die Notiz IM Börsenblatt stattgefunden, da ich als Verleger doch selbst das größte Interesse daran habe, daß mein Kalender nicht unter dem Ladenpreis ab gegeben wird. Dresden, 21. September 1881. Rich. Herm. Dietrich. Personalnachrichtcn. Am nächsten I. October sind es 25 Jahre, daß Herr Ernst Buschbeck seine buchhändlerische Laufbahn in dem rcnommirten Geschäfte von R. Friedländer <L Sohn in Berlin begann und bis heute in ununterbrochener Folge — seit lange als Geschäftsführer - sortsetzte. Die Firma ist eine Weltfirma geworden; sie besitzt, wie bekannt, das größte, gewählteste und bestgeordnetc Bücher lager aus dem Gesammtgebiete der Naturwissenschaften, welches jemals von einem Buchhändler des In- und Auslandes zujammen- gebracht worden ist. Wir glauben in der Annahme nicht zu irren, daß dieses Resultat neben der intelligenten und energischen Thätig- keit des Chefs zu nicht geringem Theil der treuen und ausdauernden Arbeit seines einsichtsvollen Gehilfen zu verdanken ist. Daher wollen wir nicht unterlassen, auf dieses erfreuliche — in unserer Zeit des rücksichtslosen Jnteressenkampfes nicht häufige — Beispiel lang jährigen und einmllthigen Zusammenwirkens von Prinzipal und Gehilfen auch an dieser Stelle aufmerksam zu machen, den Wunsch daran knüpfend, daß den beiden befreundeten Herren noch eine lange und gedeihliche Thätigkeit möge vergönnt sein. Bricsloechsel. Herrn R. H. D. in D. — Nach tz. 10. ul. 3 der neuen Bestimmungen für das Börsenblatt sind eingehende Angriffe den Angegriffenen nur noch in dem Falle vor der Veröffentlichung zu event. gleich zeitiger Erwiderung vorznlegen, daß dieselben Mitglieder des Börsenvcrcins oder von dem Vorstand anerkannte Vereine sind. Da Sic nun nicht zum Börsenverein gehören, so tonnten wir zu unserem Bedauern auch das von Ihnen reclamirte Verfahren nicht
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