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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.05.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-05-09
- Erscheinungsdatum
- 09.05.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 92, 9. Mai 1919. Auf de» Vergleich von Verein und Staat usw., sagt Herr Felder, hätte er sich schon im voraus r^frent. Sonst hat Freude dje Eigenschaft, den Blick hell und klar zu machen, Herrn Felders Blick scheint sie in sehr bedenklicher Weise getrübt zu haben. »Auch der Staat«, schrieb ich, »fordert nicht von Armen und Neichen gleiche Leistungen, sondern legt demjenigen höhere Lasten auf, der sie tragen kan» oder höhere Ansprüche an ihn hinsichtlich der Wahrnehmung seiner Interessen stellt Ich habe also nicht gesagt, daß der Staat nur demjenigen höhere Stenern anserlege, der hinsichtlich der Wahrung seiner Inter essen höhere Ansprüche an ihn stellt, sondern das; auch, ohne Rücksicht ans etwaige Forderungen an ihn, derjenige höher besteuert werde, der höhere Lasten tragen könne. Für jenen, der, nm das dort angeführte Beispiel sestznhaltcn, den 50- oder lOOfacheu Betrag zu zahlen hat als ein weniger begüterter Staatsbürger brennen die Gasflammen nicht Heller, sind die Straften nicht besser gepflastert, ivie er auch sonst vom Staat nicht günstiger gestellt wird: er wird zu höheren Stenern her angezogen, lediglich weil er höhere Lasten tragen kann. Das Beispiel ist also nicht schief, sondern nur von Herrn Felder schief gesehen. Kritik ist gewiß notwendig und nützlich. Man kann aber auch, wie der Engländer sagt, zu viel Petersilie an die Luppe tun und damit ihren Geschmack verderben. Uber die Stellung eines Teils des Pcrlagsbuchhandels zu der neuen Satzungsänderung habe ich mich nie Illusionen hingegebcn. Sie ist wohl zum guten Teil darin zu snchen, das; es bisher an einer engeren Fühlungnahme zwischen Verlagsbnchhandcl und Deutscher Bücherei gefehlt hat, und das; ihre Leistungen nicht so »in Erscheinung getreten« sind, wie das wün schenswert wäre, um ihren Wert und ihre Bedeutung augenfällig zu machen. Aber die Stellung des Deutschen Verlegervcreins un terscheidet sich doch wesentlich von der des Herrn Felder, wie aus nachstehendem Satz hervorgeht, der der Einleitung zu dem Artikel »Pflichtexemplare für die Deutsche Bücherei« in Nr. WO der »Mit teilungen des Deutschen Vcrlegervereins« entnommen ist. »Aller dings«, heiftt cs da, »machen ivir nns auch nicht die Ausführungen des Herrn Felder überall zu eigen, insbesondere sind wir durchdrungen von dem hohen dauernden Wert der Deutschen Bücherei für den gesamten Buchhandel sowohl wie für Volk und Staa t«. Damit wären die beiden ersten der drei Fragen, die Herr Felder nach Art der Feen oder Prinzessinnen im Märchen an mich richtet, schon beantwortet. Hinzufügen möchte ich nur noch, das; die biblio graphischen Arbeiten — die statistischen lässt Herr Felber unerwähnt, oblpohl ich mir besondere Mühe gegeben hatte, ihre Notwendigkeit darzutun eben nicht von einem dem Börsenverein angegliederten »Bibliographischen Amt« erledigt werden können. Schon heute über weist die Deutsche Bücherei der Bibliographischen Abteilung wöchent lich Dutzende von Werken und Zeitschriften, die dieser nicht zugehen, weil ihr der ausgedehnte Apparat der Deutschen Bücherei fehlt. Von diesen Literaturerzeugnissen findet ein großer Teil Aufnahme in das »Tägliche Verzeichnis« und in die Kataloge: er wird also erst dadurch dem Buchhandel zugänglich gemacht. Mil einem »Bibliographischen Amt« des Börscnvercins, das alle notwendigen Aufgaben zu er füllen hätte, wäre somit nichts anderes gewonnen als eine andere Bezeichnung für fast die gleiche Sache. Warum, um zur Frage 1 zu kommen, die Verleger mit den Kosten für das Material be lastet werden sollen, habe ich schon in dem ersten Artikel damit be gründet, das; sie in erster Linie den Nutzen davon haben, das; ihnen besondere Vergünstigungen eingeräumt werden sollen, und das; doch von ihre r Arbeit die Deutsche Bücherei Zeugnis gibt. Von einer Erhöhung des Mitglicdsbeitrags glaubte der Vorstand des Bör- senvercins vielleicht aus denselben Gründen absehen zu müssen, aus denen der Antrag des Herrn Felber zn der diesjährigen Hauptver sammlung des Deutschen Verlegervcreins geflossen ist: »Der Deutsche Verlegerverein wolle beschlieftcn, den Mitgliedsbeitrag auf etwa 10.— bis .// 12.— zu ermäßigen«. Taft bei Erörterung der Deckung der Kosten stets mehr Brennesseln als Lorbeeren zu holen sind, liegt nun einmal in der Natur der Sache. Red. Kleine Mitteilungen. Fubiläum. Am 9. Mai sind 50 Fahre verflossen, seit die Bäu ge w c r k s - Z e i t u n g (Felisch) in Berlin erscheint. Ans einer Tagung der Delegierten der Maurer- und Zimmer- meister-Jnnungen wurde die Gründung einer ihre Interessen vertre tenden Zeitung beschlossen, die dann am 0. Mai 1809 unter dein Nanien »Baugewerks-Zeitung« ins Leben trat. Fm Lause der Jahre wurde sie das Bundesorgan des Innungs-Verbandes Deutscher Bau- gewerksmeister, der Baugewerks-Berufsgenossenschaften und des Deutschen Arbeitgeber-Verband für das Baugewerbe und ist cs dank der von ihr eingenommenen führenden Stellung bis heute geblieben. An die Zeitung schloft sich ejn kleiner einschlägiger Verlag, in dem der .Kalender der Bangewerks - Zeitung (seit 1878) und das Reeeptbuch der Baugewerks-Zeitung erschienen. Gründer der Jubel firma war der Geheime Banrat und preuftische Landtagsabgeordnete Bernhard Felisch, der im Jahre 1912 starb, nachdem er das Unter nehmen 43 Fahre lang mit fester Hand geleitet hatte. Nach seinem Tode ging die Zeitung in den Besitz seiner Kinder über, für die ihre Mutter, Frau Irene Felisch, zeichnet. Eine Verwaltungsakadcmic in Berlin. — Die Mängel in der Aus bildung unseres Beamtentums will ein Institut beseitigen, das jetzt in Berlin errichtet wird: eine Verwaltungsakademie, deren Grund lage die in Berlin bestehende Beamtenorganisation ist. Die verschie denen Vereine, die die Interessen der Beamten vertreten, Haben sich bereit erklärt, laufende Zuschüsse zur Errichtung eines Fortbildungs instituts zu geben, dessen Aufgabe cs sein soll, in enger Angliedcrung an die Praxis das allgemeine Wissen zu vertiefen nnd gründliche Kenntnisse für Bertis und Leben zu vermitteln. Personalnachrichlen. Gestorben: am 24. April Herr Anton Künzli, Seniorchcf und Verwal tungspräsident der Aktiengesellschaft Gebrüder Künzli, Kunst verlag in Zürich und Barcelona, Konsul von Mexiko. Der Genannte hat in langjähriger erfolgreicher Tätigkeit den Weltruf des auch im reichsdeutschen Buchhandel bestens bekann ten Hauses begründen helfen mrd auch zu zahlreichen Firmen des deutschen Buchhandels gute persönliche Beziehungen unter halten. Sprechfaul. Der Bestellzettel — eine Urkunde. Eine verhältnismäßig große Anzahl von Sortimentsbuchhand- langen erteilt ihren Leipziger Vertretern Anweisung, Barpakete, bzw. Barrcchnungen nur einzulöfen, wenn die Original-Bestellungen bei gefügt find. Zweifellos wollen die betreffenden Handlungen sich vor Erfüllung von Leistungen schützen, für die ihre Vertreter keine Unter lagen erhalten. Das ist ihr gutes Recht. Es wird aber dabei übersehen, daß der Bestellzettel für den Lie feranten eine Urkunde ist, deren er je nach der Geschäftsorganisation für verschiedene Zwecke bedarf, die er demzufolge dem Besteller nicht zu r ückgebcn k a n n. Es dürfte außer dem Buchhandel keinen kaufmännischen Betrieb geben, in dem die notwendige Folge rung aus dieser Tatsache nicht gezogen wird. Die praktische Nutzanwendung läßt sich auch mit der Möglichkeit einer Kontrolle für den Leipziger Vertreter ohne Schwierigkeit und fast ohne Mehrkosten verbinden, wenn die Bestellzettel —. wie schon teilweise im Gebrauch - mit einem abtrennbaren Abschnitt oder einem Doppel versehen werden. Der Leipziger Vertreter wird dann nur Pakete und Rechnungen einlösen, denen Abschnitt oder Doppel bei gegeben sind. Aus die Möglichkeit, durch verschiedenfarbiges Papier Bedingt-, Fest-, Bar- und Fortsetzungs-Bestellungen kenntlich zu machen, durch Angabe des Bestcllmonats in römischer Ziffer auf dem Abschnitt sich vor Ausführung veralteter Bestellungen zu schützen, sowie mit Hilfe von Bestcll-Nummern oder Kontroll-Buchstaben Besteller bzw. Ab teilung schnell ausfindig zu machen, sei nur nebenbei hingcwiesen. Das Sortiment würde bei Benutzung derartiger Verlangzcttei außerdem dem Nachteil etwaiger Verzögerung in der Paketbestcllung entgehen, weil seit dem Bestehen der Leipziger Paket-Austauschstelle dem Verlangen des Kommissionärs nach Vorlage der Original-Be stellung erst dann entsprochen werden kann, wenn die nicht einge lösten Pakete meist erst nach einigen Tagen auf dem Wege durch die Pakct-Austauschstcllc wieder zum Verlage zurückkommen. Hauptsächliche Vorteile durch Verwendung von Ab schnitten oder Zweitausfertigungen der Bcstell-Zcttel sind demnach: Sicherheit für schnelle Lieferung, Möglichkeit der Kontrolle durch den Leipziger Vertreter und schnelles Ermitteln des Bestellers. Notwendig ist jedoch die Vorschrift gleichmäßiger Ver wendung L> e r a r tt g e r B e st e l l z e t t c l. Würde dies Ver langen vom Vorstand des Börscuvcreins mit zwingender Wirkung ge stellt, so wäre der Rechtsanspruch des Verlegers a» die Bestcllnrkunde erfüllt und dem Sortiment außerdem die Möglichkeit berechtigter Kon trolle gewährleistet. Z.
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