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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.10.1926
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- 1926-10-20
- Erscheinungsdatum
- 20.10.1926
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X- 245. 20. Oktober 1926. Mitteilungen ans dem Antiquariat. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Neue Hücher In memoriam Oskar Panizza.*) Führend« Antiquare betrachten es von je als eine ihrer wich tigsten und vornehmsten Aufgaben, neben wohlgeordneten und möglichst vollständigen Katalogen auch gelegentlich besondere Ver öffentlichungen über die von ihnen gepflegten Gebiete hcrauszu- bringen und so fummelnden Liebhabern wie gelehrten Forschern wichtiges Material an die Hand zu geben. Manche Einzeldar stellung, manche Bibliographie, die sich nur schwer in das Pro gramm eines großen Verlages «ingliedern liehe, findet durch die Verlagsabteilung eines Antiquariats einen schnellen und sicheren Weg zum Interessenten. Häufig ist es auch der Antiquar selbst, der solche Veröffentlichungen anregt, herausgibt oder gar versaßt. Der kenntnisreiche Münchner Buchhändler Horst Stobbe, dessen besonderes Interesse der neuen deutschen Buchkunst wie der modernen deutschen Literatur aus den letzten zwei Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts gehört, bringt nun in seinem Berlage eine kleine Schrift »In memoriam Oskar Panizza» heraus, die dem An denken einer der eigenartigsten Persönlichkeiten der »Moderne» gewidmet ist. Oskar Panizza, italienischem, französischem (huge nottischem) und deutschem Blute entstammend, wurde am 12. No vember 1853 in Bad Kissingen geboren und starb nach langjäh rigem Aufenthalte ln einer Bayreuther Nervenheilanstalt am 28. September 1921. Seine berühmte Himmrlstragödie »Das Liebeskonzil» wurde ein Opfer staatsanwaltlichen Kampfes »gegen Schmutz und Schund». Sein« Gedichte, Dramen, Abhandlungen, das »Tagebuch eines Hundes» sowie di« zahlreichen in den »Zürcher Distuszionen» und in anderen Zeitschriften erschienenen Aufsätze sind zumeist verschollen. Lediglich der von Hanns Heinz Ewers besorgte Sammelband seiner Novellen -Visionen der Dämmerung» ist bei Georg Müller in München heut« noch allgemein zugänglich. Es ist daher mehr als di« bloße Erfüllung einer Pflicht der Pietät, wenn Horst Stobbe den einzigen Menschen, der Panizza in den letzten Jahren seines Lebens nahegestanden hat, veranloßte, seine Erinne rungen an den Dichter aufzuzeichnen. Friedrich Lippert, Dekan i. R. und Panizzas ehemaliger Gegenvormund, fußt mit seiner Schilderung außer auf dem eigenen Erleben auf den Aussagen der Arzte und Zeugen ln verschiedenen Prozessen vor Münchner Ge richten und vor allem auf den Aufzeichnungen von Panizzas Mutter, die sich auch verschiedentlich schriftstellerisch betätigt hat (u. a. »Drei Brautgeschichten». Kissingen 1895). Die leider ein wenig ungeordnete Darstellung Lipperts enthält sich jeder litera rischen Kritik und betöret das rein Biographische, wird so mitfüh lende Würdigung eines merkwürdigen und unglücklichen Menschen, eines — um mit Paul Verlaine zu reden — koste maudit. Was das schmale Buch noch besonders wertvoll macht, ist ein mal der erstmalig« Abdruck zweier Gedichte Panizzas aus dem Irrenhaus« und seiner Selbstbiographie, die er 1904 nach seiner Einlieserung in di« Jrrenstation des Münchner Krankenhauses links der Isar verfaßt«; zum andern Ist es die vom Verleger zu- sammengestellte Bibliographie, die die gesamte literarisch« Tätig- keit Panizzas erfaßt und selbst fast legendär gewordene Publi kationen aus der Frühzeit der -Moderne» berücksichtigt. Da, wie bereits erwähnt, die Originalausgaben von Panizzas Büchern, namentlich vollständige Exemplare seiner (angeblich in Zürich, in Wirklichkeit aber bei Drugulin in Leipzig gedruckten) Zeitschrift »Zürcher Diskuszionen» sehr selten geworden sind, ist man dem Verleger für diese zum fünften Todestag des Dichters gespendete Gabe, die einen wertvollen Beitrag zur Geschichte der modernen deutschen Dichtung bildet, zu großem Danke verpflichtet. B a ch m a i r. ») In memoriam Oskar Panizza. 1926. Horst Stobbe, München. 72 S., 2 Bl. gr. 8° Preis geheftet RM. 4.80. 500 Abzüge. für Antiquare. Darmstaedter, Georg Agricola.*) Die mit dieser Schrift beginnende Sammlung soll Mono graphien über einzelne Sachgebiete oder Persönlichkeiten aus der Geschichte der Naturwissenschaften und der Medizin vereinigen, die stets eine Bibliographie der Erstdrucke und Hauptwerke ent halten werden, über tms Ziel des Unternehmens berichtet das Programm des Herausgebers (auf dem Umschlag), das beachtlich« Gedanken über den Sinn historischer Forschungen auf naturwissen schaftlichem Gebiet enthält. Im vorliegenden Hefte schildert der durch zahlreiche Arbeiten, insbesondere durch seine »Alchemie des Geber« bekannte Verfasser die Bedeutung des Arztes Georg Agricola, dessen sür lange Zeit grundlegende Werke über Minera logie, Metallhüttenkunde und Bergbau bisher viel zu wenig ge würdigt seien. Die weniger biographisch als wissenschaftsgeschicht- lich orientierte Untersuchung arbeitet die Eigenart dieses Ge lehrten gut heraus, der von der Philologie (er hat in jungen Fahren eine lateinische Anfängergrammatik herausgegeben) das Verständnis sür literarisch« Quellen und Vorgänge und ein be wundernswert klares Latein, von der Medizin die Fähigkeit zu eigener exakter Naturbeobachtung für seine späteren Forschungen mitbrachte. Die einzelnen ' Schriften sind mehr oder 'weniger ausführlich besprochen, wobei vielfach neue Ergebnisse, fruchtbare Anregungen und wertvoll« Hinweise methodologischer Art gegeben werden. Den Schluß bilden «ine Übersicht über die Ausgaben der Schriften des Agricola, eine ausführlichere Bibliographie der selben und «in Verzeichnis neuerer Literatur; die berühmte Erst ausgabe der De re Metallica tibri XII ist im Text eingehend be handelt. Di« streng wissenschaftliche und trotzdem durchaus all gemeinverständliche Schrift bildet einen schönen und verheißungs vollen Anfang der -Münchener Beiträge», denen rasche Fort schritte auf gleicher Höhe zu wünschen sind. E. S. Die ersten gedruckten Pestschriften.**) Die Jnkunabelnkunde ist in den letztverflossenen Jahrzehnten durch mancherlei methodische Neuorientierungen vertieft worden. Aus der mechanischen Bestandsaufnahme der bis 1500 gedruckten Bücher, in der diese Objekt und Subjekt zugleich waren, hat sich eine Aufklärung unseres Wissens von der Frühdruckzeit herausge bildet, für das die genaue Kenntnis der Wiegendrucke nur ein Mittel ist, das mittelbar und unmittelbar weiteren Forschungs zwecken dient. Die Jnkunabelnperiode als die Übergangszeit vom »alten» zum »neuen» Buche ist ein Zeitraum, dessen Kulturströ mungen sich vielfach in den literarischen Aus- und Umwertungen, die die Typographie vornahm, deutlicher manifestierten als in den späteren Massendruckjahrhunderten. So ist diese Fragestellung sür die Jnkunabelnkunde, die in ihre neueste Verzweigung hinein- sührt, immer bedeutsamer geworden: was wurde damals gedruckt und wie wurde es gedruckt? D. h. welche literarisch« Materien, welche Verfasser und Werke bevorzugte man und wie bändigte man die älteren literarischen Slosfgcstaltungen in dem modernen Buche, wie zeichneten sich in der äußeren Druckherstellung dis inneren literarischen Triebkräfte ab, denen es Ausdruck verlieh? Ein Schwergewicht des angezeigten wissenschaftlich und buch- gewerblich gediegenen Bandes liegt in dem Antwortsuchen und Antwortfindcn auf diesem Fragegebiete. Das im einzelnen zu er örtern fehlt hier leider der Raum. Er hält nicht nur bibliogra phisch, was sein Titel verspricht, sondern führt häufig weiter und *) Darmstasdtsr, Drnst: Oeorg Lgricola (1494—1555), beben und IVerk. diit 12 dbb. dlüllcken, Verlag der dllincbnsr Drucks, Xlsbs, Arnold 0-, und Karl 8udbokk: Dis ersten gedruckten kestscbrikteu. Oesclncbtlicbe und bibliograpbiscks Dntersuckun- gen. — Der Dimer Stadtarat und Acbrittsteller lleinricb 8teinkövel. dlit Abbildungen im kext, 24 kakeln und Faksimile von Lteinbövels lZiicblsin der Dsstilena Dlm 1473. dlüncben, Verlag der dlüncbner Drucks, 1926. (X), 226 8. und Beilagen, l.'.vd. dlk. 30.—. SS
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