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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.08.1927
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- 1927-08-25
- Erscheinungsdatum
- 25.08.1927
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X-198, 25, August 1927, Redaktioneller Teil, Börsenblatt s.d. Ltlchn, Buchhandel. richtige Verhältnis zu finden, ist der Grundsatz aufzustellen, daß die Gesamtheit der Kreditansprüche etwa 35 Prozent der eigenen Mittel nicht überschreiten dürfte, wenn der Kredit gewährende'Be trieb sich nicht der 'Gefahr aussetzon will, seine Flüssigkeit und finanzielle Sicherheit zu beeinträchtigen*),» Jn dieser fortschreitenden Ausdehnung der Kreditverhält- nisse der Produktionsbetriebe im Buchhandel macht sich insofern ein Zeichen der betriebswirtschaftlichen Entlastung bemerkbar, als die Warenvorräte sich durchweg vermindert haben. Dieses Be streben, die Lagerbestände auf ein normales Maß zurückzuführen, ist eine wichtige Voraussetzung eines jeden Produktionspro gramms, -»Das Hager an Fertigprodukten soll natürlich so gering wie möglich gehalten werden und lediglich den Bedürfnissen des Ab satzes angepaßt sein. Hohe Lager erfordern nicht nur zusätzliches Betriebskapital, das Zinsen frißt, sondern auch Versicherungs kosten und größere Ausgaben für Lagerhaltung und tragen dazu stets das Risiko des Bevaltens und der Notwendigkeit eines forcierten Abstoßens unter Verlusten, Die Schwierigkeit des Pro duktionsprogramms besteht also darin, eine Kompromißlösung zu finden, die beiden Gesichtspunkten, dem der Produktion und dem der Lagerhaltung, Rechnung trägt. Ein« Lösung ist dann leichter, wenn es gelingt, in an sich schlechten Monaten seine Waren dennoch an den Händler zu bringen, sei es-dadurch, daß man ihm selbst längere Kredite gewährt, sei es 'dadurch, daß be sondere Institute die Finanzierung der Lagerhaltung bei den Händlern übernehmen. Hier ist ein Punkt, an dem Fragen der Produktion und der Absatzpolitik innig mit der finanziellen Situation des einzelnen Unternehmens und der Lage aus dem Kapitalmärkte zusammenhängend)». Nach welcher Norm nun ein im Verlagsbuchhandel -und seinen Nebengebieten gesundes Verhältnis zwischen Lagerumfang und den Bedürfnissen des Ab satzes und den Absatzmöglichkeiten herzustellen ist, bedarf noch der Klärung, Immerhin kann hierbei wohl der Gesichtspunkt ins Auge gefaßt werden, daß Lagerbestände, welche innerhalb Jahresfrist nicht absetzbar sind, dazu beitragen, den Warenum satzprozeß zu erschweren und die Betriobswirtschaftlichkeit zu be einträchtigen. Aus der vorstehenden Aufstellung der Lagervor räte geht denn auch hervor, daß die in den früheren Berichten festgestellte Überproduktion eine entsprechende Einschränkung er fahren hat. Die bilanzmäßige Entwicklung der Betriebe läßt nun aller dings nicht erkennen, daß die Wirtschaftlichkeit gegen über den früheren Jahren Fortschritte gemacht hätte. Wenn auch der Betriebsgewinn sich a-uf beachtenswerter Höhe halten konnte, so wird doch das Nettoerträgnis durch außergewöhnliche Auf wendungen wesentlich beeinflußt, di« namentlich auf dem Ge biete der Stouerpraxis und der -Aufwendungen für soziale Zwecke liegen. Dazu -kommen die erheblichen Unkosten für Materialbe schaffung und ähnliche Ausgaben, die zur -geregelten Ingang haltung der Betriebsmaschine erforderlich sind. Im einzelnen betragen: Betriebsgewinn in Proz. Reingewin in Proz. des werbenden Kapitals: des werbenden Kapitals: l II I II 1924: 94,2 50,9 13,2 11,8 1925: 101,4 57,2 3,1 12,2 1926: 88,2 65,3 3,3 8,5 Der Reingewinn bei den Betrieben I ist das Gewinnerträg nis nach Abzug der 'Verlustsumme von 5,3 Millionen Mark, die bei sechs Verlagsunternehmungen 5,6 Prozent <2,9 Prozent in 1924, 2,5 Prozent in 1925) des Eigenkapitals beträgt. Das be deutet, daß -die Verlagsbuchhandlungen im Durchschnitt mehr als den zwanzigsten Teil ihres Eigenkapitals verloren haben; bei -den in Betracht kommenden sechs Unternehmungen beträgt der Gesamtverlust 33,7 Prozent des Ei-geniapitals. *> -»Die Werbemöglichketten der Krebitkorrespondenz- in »Mahn- und Buchhaltungspraxis» Hest 8, 1927, —) »Systematische Wirtschaft» von vr, Heinz Ludwig in der Handelszeitung des Berliner Tageblattes Nr. 386, 1927. Worin die eigentlichen Aufwandquellen, die die Betriebs ergebnisse beeinflussen, begründet sind, zeigen folgende Vergleiche: »> Abschreibungen in Prozenten des Betriebsgewinnes: I II 1924: 2,9 13,9 1925: 6,7 11,8 1926: 6P 12,0 d> Steuern und Abgaben in Prozenten des Betriebsgewinnes: I II 1924: 12,9 12,9 1925: IIP 13P 1926: 13P 13,9 c> soziale Aufwendungen in Prozenten des Betriebsgewinnes: I II 1924: 5,8 3,9 1925: 5,5 3,7 1926: 4,4 5,1 ch sonstige Betriebsunkosten in Prozenten des Betriebsgewinnes: l II 1924: 60,9 45,6 1925: 67,1 47,1 1926: 71,0 59,2 Wird ein nicht unwesentlicher Teil der Bruttoerträgnisse weiter durch die öfsentlich-rechtlichen Abgaben absorbiert, so haben sich andrerseits die allgemeinen Wetriebsunkosten nicht unwesent lich erhöht ; diese Erhöhung wird teils auf die fortschreitende Stei gerung der Löhne und lGehälter, teils auf den Mehraufwand für Werbezwecke zurückzuführen fein. Dazu kommen die Verluste an Außenständen -durch Geschäftsaufsichten und Konkurse, die sich im letzten Betriebsjahre besonders -ausgewirkt haben dürften. In -den vorliegenden letztjährigen Betriebsergebnisfeu er scheinen zwei Gesichtspunkte als besonders beachtenswert. Die Veränderungen in -den Kapitalverhältnissen zeigen, daß die Kre- ditwirtschast noch Hemmnissen ausgesetzt ist, die die innere Ent wicklung der -Betriebe störend beeinflussen; es sei hier nur auf die erweiterte Zinsspann« hingewiesen, die zwischen "Kreditanspruch und Kreditgewährung liegt und bei dem langsam sich vollziehen den Warenumsatzprozeß der Produktionsunternehmungen hinsicht lich deren Wirtschaftlichkeit von besonderer -Bedeutung ist. Die Frag« einer geeigneten Kapitalbeschaffung zu günstigen Be dingungen, namentlich durch langfristige Kredite, bildet daher nach wie vor eins der wichtigsten Betriebsprobleme im Verla-gs- buchhandel und der verwandten Produltionsgebiete, Der andere Gesichtspunkt betrifft die Förderung der Wirt schaftlichkeit, In dieser Hinsicht beginnt bereits di« Erkenntnis, daß für Werbearbeit und Umsatzerweiterung im Buchhandel neue Wege eingeschlagen werden müssen, zu reifen. Denn »alle An zeichen deuten darauf hin, daß der Buchhandel so, wie er bisher betrieben worden ist, nicht mehr lebensfähig ist und daß er sich kaufmännisch umstellen muß")«. Vielleicht trägt diese Erkenntnis aus den Kreisen derer, die für die planmäßig« und erfolgreich« Verbreitung -der buchhändleri-schen Erzeugnisse zu sorgen haben, dazu bei, der Wirtschaftlichkeit der Produktionsbetriebe im Buch handel und Buchgewerbe neue Quellen zu erschließen. Dazu ist aber notwendig, daß die Produktion selbst sich mehr als bisher auf Erzeugnisse «nstellt, für -die ein allgemeines Bedürfnis vor handen ist, und -die deshalb einen ungewöhnlichen Werbekosten aufwand nicht erfordern. Sollte die Umstellung der Verlagspro duktion nach diesem kaufmännischen Gesichtspunkte nicht zur För derung ihrer Wirtschaftlichkeit beitragen? Ri. *) Buchhiindlergildc-Blatt Nr, 7, 1927. iors
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