Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.09.1887
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- Band
- 1887-09-21
- Erscheinungsdatum
- 21.09.1887
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- Deutsch
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.V 218, 21. September 1887. Nichtamtlicher Teil 4681 BermischteS. Zeitungsstimmen. — Die »Frankfurter Zeitung« bringt in Erwiderung auf einen sehr abfällig urteilenden Artikel der »Frei sinnigen Zeitung« über den Gegenstand der Verhandlungen am 25. d. M. folgende Zuschrift: »Gestalten Sie einem Fachmanne, der aber nicht etwa ein ein gefleischter Sortimentsbuchhändler ist, ein Wort der Erwiderung auf den Artikel der freisinnigen Zeitung', der in Nr. 259 Ihres ge schätzten Blattes Aufnahme gesunden hat. Es wird darin der Buch händler-Börsenverein als eine veraltete Institution angegriffen und das Publikum mit einem unheimlichen Grausen vor dieser Perücken- Versammlung, die den alten Zopf beibehalten will, erfüllt. Wer einen genauen Einblick in die Verhältnisse hat. weiß, daß dieser Angriff nicht gerechtfertigt ist. — Der Vorstand des Börsenvereins ist zusammengesetzt aus den besten Kräften des deutschen Buchhandels, aus angesehenen Sortimentern und den bedeutendsten Verlegern, Männern wie Seemann, Kröner, vr. v Hase (Brcitkops L Härtel), Müller- Grote, die ganz besonders dazu beigelragen haben, durch Herstellung guter und billiger Bücher unsere Litteratur allen Schichten der Be völkerung zugänglich zu machen. Wenn solche Männer für den Sor timenter gegen den sogenannten Großsortimenter eintreten, muß es sich um die Lebensfrage dieses so wichtigen Gewerbszweiges und nicht um die Erhaltung eines veralteten Kopfes handeln. Die Meinung, daß die Bücherpreise erhöht werden sollen, ist eine total irrige; man will nur den von den Verlegern festgesetzten Ladenpreis, dessen strenge Beachtung für das Publikum die beste Gewähr gegen Überforderung ist, aufrecht erhallen wisse». Allerdings wäre es vielleicht möglich, diesen Ladenpreis bei einem Aushören des Ansichtsversendens im Durchschnitte etwas billiger zu stellen; aber wer würde dabei am meisten verlieren? Gerade das kaufende Publikum. Dieses besteht meist ans Gele, nen und Fachmännern, da es leider bei uns nicht Stil ist, Bücher zu kaufen, wenn man sie nicht gerade notwendig braucht, und sicherlich würden diese die Ansichtssendungen nicht vermissen wollen, selbst auf die Gefahr hin, einen etwas höheren Ladenpreis zu bezahlen; denn nur auf diese Weise ist cs ihnen möglich, alles neu Erscheinende zu prüfen, bevor sie es kaufen. Hierin besteht die große kulturelle Bedeutung des deutschen Sortimentsbuchhandels, der infolge seiner Organisation den Gelehrten in einer Weise unterstützt, wie cs bei keinem anderen Volke möglich ist; sein pekuniärer Ver dienst steht wahrlich in keinem Verhältnisse zu dem dazu erforder liche« Aufwande an geistiger und körperlicher Arbeit. Würde das Vorhaben der Berliner Buchhändlerkorporation durchdringen, so würde der Sortimentshandcl in der Provinz nach und nach ver schwinden und das Geschäft in den Händen einiger Berliner und Leipziger Großsortimenter sich centralisieren, die unmöglich diese so wichtrge Seite des Sortimentshandels kultivieren könnten « Handelskammerberichte.— In der »Leipziger Zeitung« finden wir folgende Ausführung über Berichte der Handelskammern mit Bezug auf den Sortimentsbuchhandel: In den Jahresberichten norddeutscher Handelskammern begegnet man jetzt öfter der Versicherung, daß die zur Hebung des Sorti mentsbuch Handels geschehenen Schritte nicht ohne Erfolg geblieben seien; namentlich habe die Bildung von Ortsvereinen und deren enger Anschluß an die auswärtigen Orts- und Provinzialver bände günstig gewirkt und das Bewußtsein der gemeinsamen Inter essen und das Gefühl der Notwendigkeit gemeinschaftlichen Vor gehens gegen die Auswüchse des Standes in erfreulicher Weise gestärkt. Der Königsberger Bericht (vom Vorsteheramt der Kauf mannschaft erstattet) warnt jedoch davor, sich von den Jahre lang fortgesetzten Bemühungen zur Hebung der Schwierigkeiten, in welchen der Sortimentsbuchhandel sich befindet, zu hohe Erfolge zu versprechen. Der Hauptgrund der rückläufigen Bewegung, in welcher Umsatz und Verdienst dieses Geschäftszweiges seit längerer Zeit sich befindet, fei der imGegensatze zu der immer reicher und umfänglicher werdenden deutschen Berlagsproduktion immer geringer sich gestaltende wirkliche Bücher absatz, und dieser Haup:grund werde sich so bald nicht heben lassen, jedenfalls so lange nicht, als die Zeitungs- und Journallitteratur eine mehr und mehr beherrschende Stellung erstrebt und einnimmt und für viele die Lektüre umfangreicherer Bücher entbehrlich erscheinen läßt. Zudem werfe die große Konkurrenz im Verlagsbuchhandel Neudrucke älterer Lilteratur. sowie Novitäten zu so niedrigen Preisen auf den Markt, daß das Publikum sich mehr und mehr der An Schaffung teurerer Werke entwöhnt. Nur die dem deutschen Buch handel eigentümlichen Kreditverhältnisse,« sagt derKön gs- berger Bericht wörtlich, »vermögen über seine geringe Rentabilität hinwegzutäuschen, und aufopfernder, angestrengter Fleiß und geringe Ansprüche vermögen die Geschäfte eben nur noch lebensfähig zu erhalten.« Es muß allerdings zugegeben werden, daß die Tagespresse und die periodisch erscheinenden Blätter dem Interesse für Bücher beim Publikum großen Abbruch thun; das darf uns aber nicht hindern, mit aller Kraft, die in unserer Vereinigung liegt, zunächst für Herstellung gesunder Zustände innerhalb des wirklichen Buchhandels zu sorgen. Neue Bücher, Zeitschriften, Gelcgenheitsschriften, Kata loge rc. für die Hand- und Hausbibliothek des Buchhändlers. Christian Gottlob Kayser's Vollständiges Bücher-Lexicon. 1750 bis Ende 1886. 23. Band (oder des IX. Supplementbandes erste Hälfte). 1883—1886. Bearbeitet von Richardt Haupt. 2 Bde. gr. 8^. ^ 654 u 701 S. . Leipzig, T. O. ^Weigel. 199 8. I^eipriA, 1. 0. Weisel. ^ Schriftsteller tag. - Der Allgemeine Deutsche Schriftsteller - Verband wird seine diesjährige ordentliche Hauptversammlung am 25 d.M. in Dresden abhalten und lädt seine Mitglieder zum gewohnten Schrift stellertage auf den 24., 25. u. 26. d. M. nach dorthin ein. Die Be schlüsse dieser Versammlung werden von besonderer Tragweite sein. Auf der Tagesordnung stehen folgende wichtige Anträge: Durchführung der Beschlüsse der vorjährigen Eisenacher General versammlung betreffend die Fusion des Allgemeinen Deutschen Schrift steller-Verbandes und des Deutschen Schriftsteller-Vereins und Errich tung eiiies gemeinsamen Gesamtverbandes und zwar 1. entweder durch Auflösung beider Vereinigungen und Bildung Berlin, oder im Falle der Ablehnung dieses Antrags:^ ^ 2. durch Eintritt der Mitglieder des Deutschen Schriftsteller-Vereins in den bestehenden Allgemeinen Deutschen Schriftsteller-Verband. Beschlußfassung über eine diesbezügliche Resolution. 3. Antrag ans Änderung des § 1 der Statuten, betreffend die Verlegung des Sitzes des Vorstandssitzes von Leipzig nach Dresden. Kontrollbnreans mit dem Sitze in Berlin. 5. Antrag auf Errichtung einer allgemeinen Hilfskasse mit dem Sitze in Berlin. Warnung für Deutsche Verleger!*) — Deutsche Verleger, insbesondere von Zeitschriften, werden gebeten, bei Auswahl der Artikel tionen nichts enthalten, wofür ein amerikanischer Verleger das Verlags recht besitzt, ohne zuvor die Erlaubnis des Eigentümers zur Reproduk tion eingeholt zu haben. Es wird seitens der amerikanischen Verleger mit unnachsichtiger Strenge gegen die Importeure solcher Publikationen vorgegangen, und hatten wir jetzt innerhalb einiger Monate in Fülle Vergleiche einzu gehen, von welchen der eine ca. 425 S für Reproduktion eines Bildes von ca. 21'/!. Qnadratzoll kostete, der andere aber 600 9 kosten soll, ob gleich der Gesammtwert des Importierten im zweiten Falle vielleicht nur 150 § betrug. Im ersten Falle hat die deutsche Verlagshandlung den Schaden getragen, wegen des zweiten Falles haben w,r uns mit den Verlegern ins Einvernehmen gesetzt, da der Advokat droht, die Jmportation der zur Vervollständigung des Jahrgangs erforderlichen Hefte zu inhibieren, falls ans seine Forderung nicht eingegangen werden sollte. Wir können es natürlich nicht auf einen kostspieligen Prozeß ankommen lassen, sondern wir müssen einfach aus die fernere jmportation fraglicher Publikation für den laufenden Jahrgang verzichten, falls keine Einigung erzielt ^werden sollte, daher wir diese Fälle zur allgemeinen Kenntnis Schaden, sondern sie suchen durch hohe Forderungen von Wiederholungs fällen abzuschrecken. Diese hohen Forderungen würden von den hiesigen Gerichlen wahrscheinlich anerkannt werden, in keinem Falle möchten Pcrsonalnachrichtrn. Gestorben: am 16 d. M. in Leipzig der Kunsthändler Herr Louis Rocca. Der Verstorbene, welcher sein Geschäft in« Jahre 1839 gegründet und bis vor wenigen Monaten selbst geleitet hat. stand im 80. Lebensjahre. Er hinterläßt den ehrenden Ruf eines arbeitsamen Mannes von biederem Charakter, dessen Gedächtnis unter uns leben wird. *) Vergl. die Bekanntmachung des Herrn E- Steiger in Nr. 212 d. Bl.
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