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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.05.1944
- Strukturtyp
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- 1944-05-20
- Erscheinungsdatum
- 20.05.1944
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Betr.: Gau Hamburg — Literarische Arbeitsgemeinschaft Trotj der Ungunst der äußeren Umstände konnte auch in diesem Winter die literarische Arbeitsgemeinschaft, der Hamburger Jungbuchhändler ohne jegliche Einschränkung durchgeführt werden. Es hatten sich über fünfundsiebzig Teilnehmer gemeldet, darunter Buchhändler aus Stade, Elmshorn, Bergedorf usw. Herr Oberstudienrat Alexander Mrugowski behandelte unter dem Thema „Was ewig zu uns spricht* 4 deutsche Dichtungen von der klassischen Zeit bis zur Gegenwart, an denen der volkhafte Wert besonders deutlich gemacht werden konnte. Die z. T. recht regen Aus sprachen bewiesen, mit welchem Interesse sich die Teil nehmer mit den Fragen auseiriandersetjten. Die zehn Sonn- tagvormittage waren wieder viel zu schnell vergangen. Börsenverein — Geschäftsstelle: Betr.: Angabe der Bestellnummer Der im Börsenblatt Nr. 29 vom 15. April d. J. gebrachte Hinweis wird immer nodi nicht genügend beachtet. Wir bitten nochmals, zur Erleichterung des Geschäftsverkehrs die Bestellnummer in den Fakturen anzugeben. Zur Wirtschaftslage Angst vor dem Frieden — Aus dem Schweizer Buchhandel Von Prof. Dr. G. Menz Die aus dem Ausland bekannt werdenden Stimmen lassen schon seil einiger Zeit erkennen, daß man sich zuneh mend mit der Frage der W iederumstellung auf die Friedens wirtschaft beschäftigt. Das gilt in erster Linie für unsere Gegner, bei denen im übrigen schon einmal im vorigen Herbst, als sie in der Hoffnung auf rasche Beendigung des Krieges durch den Verrat Italiens lebten, derartige Erörte rungen sehr im Schwünge waren. Es trifft aber zum Teil auch auf die Neutralen zu, beispielsweise Schweden und die Schweiz, wo bekannte Wirtschaftsführer in letjter Zeit jede geeignete Gelegenheit wahrgenommen haben, um ihre An sichten vorzutragen. Der übereinstimmende Eindruck, den diese Erörterungen hinterlassen, ist der, daß man sich offen bar vor einer Überraschung durch den Frieden sehr stark fürchtet. Man weiß, daß mit dem Abbruch der Kämpfe eine Umstellung der Wirtschaft notwendig wird, die zunächst vor allem durch die Demobilisierung, die Widerrufung der Kriegslieferungsaufträge und die Versuche einer Realisie rung der Kriegsvorräte bestimmt gesehen wird. Da man sich selbst gut genug kennt, weiß man auch, daß in diesem Augen blick der Eigennutj Orgien feiern und die Gelegenheit zum Riesengewinnemachen skrupellos auszunutgen versuchen wird. Man verschließt sich aber auch der Einsicht nicht, daß darauf ein böser Katjenjammer folgen muß. Selbstverständ lich möchte man sich darauf bestmöglich, und das heißt vor allem nicht zu spät, vorbereiten. Es ist eigenartig, daß man insbesondere in USA. schon jetjt mit der Umstellung be ginnen möchte. Was schließlich dabei herauskommen wird, kann man den Betroffenen selbst überlassen; denn das steht ja fest, daß wir selbst gegen die bei unseren Gegnern vor ausgesehenen Gefahren und Schädigungen gefeit sind, weil unsere Wirtschaft aus unserer Weltanschauung heraus nach ganz anderen Grundsätjen geführt wird. Wir werden unseren Weg ruhig und sicher gehen, so wie er uns zum Wöhle unseres Volkes wie des neuen Europa klar vorgezeichnet ist, und überlassen es den anderen, sich vor dem Frieden zu fürchten. Aus dem Schweizer Buchhandel sind in letzter Zeit Nachrichten bekannt geworden, die gestatten, sich ein Bild von seiner Entwicklung in diesen Kriegsjahren zu machen, wobei auch manche allgemein interessierenden Feststellun gen möglich werden. Audi in der Schweiz ist der Buchuni- satj unter dem Einfluß des Krieges beträchtlidi gestiegen, und zwar hatte man schon 1941 eine Steigerung von 15% im Sortimentsbuchhandel gegenüber dem Vorjahr festge stellt, die sich weiter fortgesetjt hat. Sehr beachtlidi ist, daß diese Umsatjsteigerung audi für die schweizerisdie Buch ausfuhr, bemerkbar geworden ist, und zwar betrug sie hier 1942 gegen 1941 mehr als 50%, gegen 1940 aber sogar mehr als 300%. Zahlen für 1943 liegen noch nicht vor. Entspre chend dieser Umsatjentwicklung ist auch die Produktion ge stiegen, und zwar in erster Linie titelmäßig. Wie sich etwa die Auflagenhöhe verändert hat, ist nicht erkennbar, es scheint aber so, als ob man zu einer merklidien Auflagen erhöhung nicht geschritten ist. Dafür dürfte audi sprechen, daß die Preise eine durchschnittliche Erhöhung um 50% er fahren haben, die sidi ja hätte vermeiden lassen, wenn man die Kostendegression der Auflagensteigerung hätte in Rech nung se^en können. Die erste Stelle in der Produktion nimmt das belletristische Buch ein, wobei auf der einen Seite ein starkes Anwachsen der Übersetjungen, namentlich aus dem Englischen, auf der anderen Seite die Veranstal tung zahlreicher Ausgaben urheberrechtlich freier Werke, vor allem der deutschen Literatur, zu beachten ist. Auch die Herausgabe von Jugendsdiriften, Werken der Kunst und selbst wissenschaftlidier Werke hat nicht unbeträchtlich zu- genommen. Trotjdem wird von Schweizer Seite anerkannt, daß .der Sdiweizer Buchhandel sowohl hinsichtlich seiner Absatjmöglichkeiten wie seiner Versorgung aus der litera rischen Produktion doch mit dem deutschen Buchhandel eng verbunden bleibt. Die Produktion in deutscher Sprache stellt auch im schweizerischen Buchhandel die überwiegende Mehrheit der Erscheinungen. Dem entspricht audi der Kon sum, und wirtschaftlich ist die Schweizer Produktion aufs Ganze gesehen nur durchzuhalten, wenn ihr Absatjmöglich-. keiten im gesamten deutsdien Sprachgebiet bleiben. Eine Autarkie wäre für die Schweiz so wenig möglich wie etwa innerhalb Deutschlands für Württemberg, das ungefähr die selbe Bevölkerungszahl und Wirtschaftsstruktur aufweist. Interessant ist es nun, daß die Gesamtlage im sdiweizerisdien Verlagsbuchhandel zu Maßnahmen geführt hat, die nicht nur als weiteres Symptom der eben geschilderten Zusammen hänge Beachtung beanspruchen können, sondern auch auf lehrreiche historische Parallelen hinweisen. Eine Reihe Schweizer Verleger hat sich nämlich kürzlich zu einem Kreis Schweizer Verleger zusammengeschlossen, um eine beson dere Sammlung schön gestalteter, gehaltvoller und doch billiger Biidier gemeinsam erscheinen zu lassen. Dem Kreis gehören an der Atlantis-Verlag, Verlag Benziger, A. Francke A.-G., Fretj & Wasmuth. Huber & Co., Morgarten-Verlag. Orell Füssli, Rascher, Friedrich Reinhardt, Eugen Rentsch und Rotapfel-Verlag. Ähnliche Vereinigungen, allerdings bescheideneren Umfangs, sind schon beispielsweise aus der Baseler Friihdruekzeit des 15. und 16. Jahrhunderts be kannt. Im 16. Jahrhundert hat vor allem in Paris die Ver legergemeinschaft des Großen Schiffes eine beachtliche Rolle gespielt. Interessanter noch sind die Gemeinschaftsunter- nehmungen des Londoner Verlages aus dem 18. Jahrhundert. Hier sei vor allem an die Chapter-Coffee-Hous-Gesellschaft erinnert. Aus Deutschland sind im Grunde nur Versuche wie der mit den Tempel-Klassikern und mit dem Welt kriegs-Medizinwerk bekannt, die sich augenscheinlich nicht so bewährt haben, daß ein Anreiz zu ihrer Entwicklung und Ausweitung hätte entstehen können. Die früheren auslän dischen Versuche sind aber durchaus nicht erfolglos ge wesen. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Schweizer V bewähren wird. Auf jeden Fall scheint aber der Gei auf diesem organisatorischen Wege einen Risikoaus wenigstens für bestimmte Unternehmungen zu versuchen, der Beachtung und Überlegung wert. 78 Börsenbl. f. d. Dt. Buchh. Nr. 39. Sonnabend, den 20. Mai 1944
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