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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.05.1883
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1883-05-30
- Erscheinungsdatum
- 30.05.1883
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- Deutsch
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Nichtamtlicher Theil Phantasien im Leipziger Ausstellungslocal. *) III.**) Aus dem in dem vorhergegangenen Artikel Erwähnten geht zur Genüge hervor, wie reich die Repräsentation der Lichtdruck- Künste war, und doch haben wir eine Anzahl der durch sie illu- strirten Werke, bei welchen der typographisch ausgeführte Theil immer noch mit eine Rolle spielt, auf die Besprechung der eigent lichen Bücher aufgespart, damit nicht die Erzeugnisse der älteren graphischen Künste, auf welche man Jahrhunderte lang mit Recht so stolz war, zu sehr in den Hintergrund treten. Soll dies künftighin nicht noch in höherem Maße der Fall werden, so dürfen, so lange mit der jetzigen Localität zu rechnen ist, die Wünsche sich kaum auf eine weitere Ausdehnung der Lichtdruck ausstellung richten, eher wäre den Ausübern derselben, soll nicht der früher mit Recht den Chromographen gemachte Vorwurf der voll ständigen Occupation der wenigen Wände jetzt sie treffen, vorzu schlagen, ihre Proberahmen etwas zu beschneiden, sie nicht als bloße Aushängeschilder der Firmen zu betrachten, sondern sie nur mit Neuem und Mustergültigem auszufüllen, sich aber namentlich auf die, weniger Raum einnehmenden, außerdem zur Benutzung Der jenigen, welche ein wirkliches Interesse an den Proben haben, praktischeren Mustermappen zu beschränken. Nur müßten letztere stets auf das sorgfältigste und unter Berücksichtigung des Zweckes eingerichtet sein, was jetzt, zum Nachtheil der Aussteller selbst, keines wegs immer der Fall ist. Weniger bereitwillig als die Lichtdrucker hatten die Schrift gießer und Buchdrucker der an sie ergangenen speciellen Einladung Folge geleistet. Von den Schriftgießereien ist es allerdings nicht zu erwarten, daß jede derselben für den Fall, daß auch sie, wie es doch wohl im Plane liegt, sich auf ihre neuesten Erzeugnisse zu beschränken haben, einen Probeband hätte senden sollen. Dazu ist die Production der einzelnen Firma in einem Jahre nur in seltenen Fällen reich genug. Dagegen wäre es praktisch und unschwer, jährlich einen Probeband mit den gesammten Neuheiten aller Schriftgießereien zu arrangiren, der sowohl ein bedeutendes geschäftliches Interesse für den Augen blick als auch ein historisches für die Zukunft haben würde, wenn sich erst ein solcher Probeband an den anderen in der Vereinsbibliothek anreiht. Zweifelsohne würde die Typographische Gesellschaft in Leipzig ihre Mitwirkung zu einem solchen Zweck nicht versagen und, einmal daran gewöhnt, würden die Gießereien bei ihren Probever sendungen kaum die Ausstellung in Leipzig übersehen. Wie schwer ist es bereits geworden, die reiche Production seit den 30er Jahren zu verfolgen. Nur ein Exemplar von Meyer's „Journal", wenn alle Beilagen noch darin vorhanden sind, bietet ein Mittel dazu; erstens aber, wie selten sind solche ganz complete Exemplare und wie schwierig ist es, die einzelnen Bände für einen vergleichenden Zweck zu benutzen.***) *) Bei der Ausstellungs-Commission eingegangene Ansragen ver anlassen den Unterzeichneten noch vor Schluß des Artikels zu der Be merkung, daß er der Verfasser des Ausstellungsberichtes ist, und daß die Ausstellungs-Commission demselben vollständig fern steht. Carl B. Lorck. **) II. S. Nr. 116. ***) Das Fehlen eines solchen Exemplars in der Vereinsbibliothek ist eine fühlbare Lücke; die Beschaffung dürfte jedoch nicht zu den Un möglichkeiten gehören, wenn man die freundliche Unterstützung der Cvllegenschast in Anspruch nähme. Wir wissen, daß Exemplare des Journals bei solchen nnbenützt auf dem Packboden ruhen, und sollte es Auch die Buchdruckereien, die doch ein sehr directes Interesse an der Ausstellung haben, hatten sich nur schwach betheiligt, und hauptsächlich waren die erschienenen Leipziger. Wenn die Verleger nicht selbst ausstellen wollen, so ist es ja immerhin gut, wenn der Buchdrucker manches interessante Product vorführt, nur müßte es ersichtlich sein, ob er oder der Verleger der Ausstellende ist, weil dies oft darauf influirt, mit welchen Augen oder in welcher Absicht das Buch geprüft und beurtheilt wird. So lange die räumlichen Verhältnisse kein System zulassen, könnte wenigstens der so sehr gewünschte Katalog einen Anhaltepunkt gewähren. Mit dem schlechtesten Platz muß allerdings irgend Einer für lieb nehmen, diesmal war er den Schriftgießereien und einem Theil der Buchdruckereien zugefallen und es war um so leichter, ihre Produkte zu übersehen, als neben ihnen die im besten Lichte aufgestellten Kasten mit Buchbinderarbeiten aus dem Leipziger Gewerbemuseum mit ihrem goldglänzenden Inhalt unwillkürlich die Augen auf sich zogen. Von auswärtigen Druckanstalten bemerkten wir nur drei: eine sächsische Provinzialdruckerei, Förster L Bär in Zwickau, die Beachtenswerthes in Accidenzien brachte, und aus Stuttgart Jul. Hoffmann und Ad. Bonz' Erben. Letztere junge Firma, die sich jedoch nur durch eine Probemappe betheiligt hatte, gehört zu den strebsamsten in Deutschland und ihre Druckwerke sind mit beson derer Sorgfalt ausgeführt. Die illustrirten Ausgaben von Scheffel's verschiedenen Dichtungen sind bekannt, aber auch ihre andern Druckwerke sind ungewöhnlich hübsch ausgestattet, namentlich zeichnen sich die Klein-Octavbände, neben geschmackvoller Einrich tung durch ein sehr zierliches und, was in Deutschland nicht gar zu oft der Fall ist, wohl berechnetes Format aus.*) Von der Jul. Hoffmann'schen Officin lag außer einer Probe mappe noch in den drei ersten Lieferungen vor: „Der Ornamenten- schatz aus allen Kunstepochen. 80 Tafeln mit erläuterndem Text". Das Werk (K. Thienemann's Verlag) wurde unter Leitung des Prof. H. Kolb begonnen, ging jedoch mit der 2. Lieferung in die des Hrn. H. Dolmetsch über. Der Preis von 1 M. für die Lieferung mit Text und 5 bis 6 Tafeln, meist in lithographischem Farbendruck, ist ein ungewöhnlich billiger. Da der chromolithographische Theil (es kommen zwar auch Hochdruckplatten vor) der bei weitem wich tigere ist, so hätte die Erwähnung des Werkes wohl richtiger in dem ersten Artikel ihren Platz gehabt; da es sich jedoch in die dunkle typographische Ecke verlausen hatte, muß es sich auch ge fallen lassen, in diesem, zunächst den Schwarzkünstlern gewidmeten, Artikel untergebracht zu werden. Wie in der Abtheilung für Lichtdruck, so war es auch in der Schaustellung der Typographie ein Probebuch, das von Jul. Klinkhardt, welches uns, weil wir es hierbei mit einem Prinzip zu thun haben, zu einer ausführlicher» Besprechung Veranlassung gibt. Wer uns auf früheren Ausstellungswegen freundlich gefolgt ist, wird sich erinnern, wie die Bemerkung uns zu wiederholten auch nicht gelingen, bei einem ein vollständiges Exemplar zu finden, so würde ein solches gewiß durch Unterstützung mehrerer erlangt werden können. *) Ueber die bedeutende und erfreuliche Druckthätigkeit von Stutt garts Buchdruckern und Verlegern, von welcher Schreiber dieses durch die Gefälligkeit der letzteren in der Weihnachtszeit 1882 ein einiger maßen erschöpfendes Bild den Leipzigern vorzusühren Gelegenheit hatte, wird er, falls die Redaction des Börsenblattes ihm den Platz vergönnt (Sehr gern! D. Red.), noch berichten, wozu ihm bis jetzt die erforder liche Muße fehlte und die diesjährige Ausstellung leider keine Ver anlassung gab.
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