Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.01.1940
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- 1940-01-06
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Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel Nr. 5 (R. 2) Leipzig, Sonnabend den 6, Januar 1940 107. Jahrgang Der neue Lehrplan der Deutschen Buchhändler-Lehranstalt Vor wenigen Wochen ist der lange vorbereitete neue Lehr plan für die Fachlurse der Deutschen Buchhändler-Lehranstalt er schienen. Als Lehrplan der Schule, die, gerade in den Fachkursen, die zentrale höhere Bildungsstätte des buchhändlerischen Nach wuchses ganz Deutschlands darstellt, ist er nicht nur der Beach tung, sondern auch der Betrachtung wert. Viele von den Schülern und Schülerinnen, die die Fach kurse besuchen, kennen noch nicht einmal die Grundlagen des buchhändlerischen Berufs, an die sie nach der allgemeinen höhe ren schulischen Ausbildung, die Bedingung ist, erst hcran- geführt werden sollen. Aber auch diese allgemeinen Vorkennt nisse sind verschieden genug. Der eine Teil der Besucher hat die allgemeinbildende höhere Schule mit der Reife für die Oberstufe verlassen, ein anderer hat das Zeugnis der Hochschulreife erworben, ein dritter hat sich bereits während eines mehrsemestrigen, oft sogar eines abgeschlossenen Hoch schulstudiums in dem Bereich der geistigen Werte, mit denen es auch der Buchhändler zu tun hat, bewegen gelernt. Sie alle bilden diese erste noch nicht berufsvorgebildete Gruppe von Schülern und Schülerinnen. Die zweite umfangreiche und be deutungsvolle Gruppe bilden diejenigen Hörer und Hörerinnen, die schon eine Reihe von Jahren buchhändlerischer Tä tigkeit, oft auch schon die Gehilsenprüfung hinter sich haben und während des einjährigen Kurses an der Deutschen Buch händler-Lehranstalt tiefere Einsichten und größere Übersichten auf ihrem Gebiete gewinnen wollen. Zu ihnen allen kommen noch die Ausländer, Volksdeutsche und Angehörige frem der Staaten, die an der Schule nicht nur die Organisation des deutschen Buchhandels, sondern die gesamte Welt des deutschen Buches kennenlernen wollen — eine, wenn auch verhältnis mäßig kleine, jedoch für die geistige Weltgeltung Deutschlands nicht bedeutungslose Gruppe. Auf alle hat der Lehrplan der Fachkurse Bedacht zu nehnien. Es versteht sich von selbst, daß er das unmittelbar Fach liche in den Vordergrund stellt. Er will, wie die Schule, der Pra xis dienen. In der Stundenverteilung nehmen daher die folgenden Fächer einen beträchtlichen Raum ein: Buchhandelsbe triebslehre (Lehrziel: Kenntnis der Aufgaben aller Zweige des Buchhandels, seiner Betriebs- und Gesamtorganisation; För derung der Fähigkeit, die buchhändlerischen Arbeiten mit Ver ständnis durchzuführen), Bibliographie und Biblio thekskunde (Lehrziel: Kenntnis der wichtigsten bibliogra phischen Hilfsmittel als Grundlage für die praktische Arbeit des Buchhändlers), Buchgewerbekunde (Lehrziel: Einblick in die graphischen und buchtechnischen Verfahren, Kenntnis von ihren Sonderheiten und ihrer Anwendung, Beurteilung der Er zeugnisse nach Material und Ausstattung), Buchhändleri scher Schriftverkehr (Lehrziel: Gewandtheit, den Brief- Verkehr in den wichtigsten buchhändlcrischen Geschästsfällen sach lich richtig und in einwandfreier Sprache durchzuführen), Buchhaltung (Lehrziel: Einführung in die Praxis der buch händlerischen Buchhaltung und Vermittlung ausreichender Kenntnisse der Anschlußtechnik und Kenntnis der modernen Organisationsmittcl), Kaufmännisches Rechnen (Lehr ziel: Beherrschung des buchhändlcrischen Rechnens und Erzie hung zur rechenwirtschaftlichen Betriebsführung) und Buch händlern che Rechtskunde (Lehrziel: Einführung in die Grundgedanken des deutschen Rechts, im besonderen Kenntnis der für den Buchhandel wichtigsten gesetzlichen Bestimmungen und Übung in deren Anwendung), wozu als wahlfreie Fächer, die jedoch von der Mehrzahl der Schüler belegt werden, Kurz schrift, Maschineschreiben sowie Kunst- und Pla katschrift kommen. Die Gesamtheit dieser Fächer bietet ein umfassendes Bild der buchhändlerischcn Tätigkeit, ihre nicht nur wissensmäßige, sondern auch praktische Beherrschung verheißt tüchtige und er folgreiche zukünftige Arbeit im Rahmen des Berufsstandes. Vom Einfachsten ausgehend, das für die praktisch Vorgebildeten ge festigt, geklärt und begründet wird, werden die Schüler und Schülerinnen im Laufe des Jahres auch an die Arbeiten heran- gesührt und zu den Einsichten gebracht, die dem strebsamen jun gen Buchhändler das Fortschreiten in bedeutendere Stellungen ermöglichen. Wenn der junge Buchhändler, mit dem Zeugnis der Schule versehen, in den Beruf eiütritt oder in ihn zurückkehrt, kann es vielleicht sogar scheinen, als habe man ihn mit zu vie lem belastet, was er zunächst nicht gebrauchen kann, als ob alles in Wirklichkeit viel einfacher wäre: dennoch ist diese fach liche Ausbildung die richtige — denn eben das, was dem jungen Berufskameraden, aber oft auch demjenigen, der es mit ihm zu tun hat, zunächst als das überflüssige erscheint, eben das gibt dem jungen Menschen den Drang, aus dem Einerlei des Alltäg lichen in das Besondere, aus dem Gebiet des Ausführens in das des Plauens, aus dem Bezirk des Subalternen in den des Verantwortlichen vorzustoßen, dorthin also, wo das bisher Brachliegende nutzbringend Verwendung findet. -Das alles gilt ebensosehr oder mehr von den anderen nicht rein buchhändlerischen Fächern, wie besonders der Litera tur künde. Es wäre nötig, davon zu reden, was die Schule hier voraussetzen kann. Aber die Feststellungen, die hierbei zu treffen wären, würden, so allgemein und geradehin, wie sie innerhalb dieser kurzen Übersicht aussallen müßten, sehr wenig erfreulich sein. Das Ziel der literaturkundlichen Unterweisung an der Deutschen Buchhändler-Lehranstalt duldet natürlich keine Rücksicht aus die allgemeinen Schwächen der Vorbildung, und wenn auch das Lehrziel dieses Faches, wie es der Lehrplan for muliert (Übersichtliche Kenntnis der Entwicklung des deutschen Schrifttums, genauere Kenntnis der für die Beurteilung des zeitgenössischen Schrifttums bedeutungsvollen Dichter und Dich tungen, Überblick über das schöngeistige Schrifttum der Gegen wart), etwas bescheiden klingt, so muß doch gerade auf diesem Gebiete von dem werdenden Buchhändler das Äußerste gefordert werden. Daß der Literaturunterricht daher aus beiden Seiten, auf der des Unterrichtenden wie der des Unterrichteten, manche Enttäuschungen mit sich bringt, liegt, nebenbei gesagt, auf der Hand. Der Literaturunterricht, wie er an der Deutschen Buch händler-Lehranstalt getrieben wird/schließt den allgemei nen Bildungszweck dieses Faches selbstverständlich mit ein, macht ihn aber gleichzeitig den besonderen beruf lich enErfordernissen dienstbar. Das gilt sowohl von dem älteren wie auch dem neuesten Schrifttum. So hat der Schüler die ältere deutsche Literatur einmal sowieso zu kennen, denn nur sie kann in ihrer Gesamtheit das rechte Verständnis für das neuere Schrifttum, mit dem es der Buchhändler vorzugs weise zu tun hat, eröffnen. Er hat sie aber insoweit noch einmal besonders zu kennen, als sie rein buchhändlerisch auch heute noch bedeutungsvoll ist. Er muß, um nun damit zu beginnen, das zeitgenössische dichterische Schaffen aufs genaueste kennen, weil es ihm die Hauptobjekte seiner händlerischen Tätigkeit darbietet. Aber das genügt nicht: er muß es noch einmal besonders kennen insofern, als es die Werte der geistigen Gesamtentwicklung 5
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