Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.10.1897
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1897-10-26
- Erscheinungsdatum
- 26.10.1897
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18971026
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-189710269
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18971026
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1897
- Monat1897-10
- Tag1897-10-26
- Monat1897-10
- Jahr1897
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
>489641 Hiermit beehre ich mich anzuzeigen, daß das in diesem Blatte wiederholt an gekündigte Buch: Auf nach Alaska spätestens am 81. d. Mts. erscheinen wird. Der Umfang desselben wird nicht 144 Seiten mit 38 Illustrationen sein, sondern 208 Seiten mit 52 Illustrationen. Da mir die verspätete Herausgabe zur Last sällt, so erstrecke ich hiermit den Ter min, bis zu welchem ein Probeexemplar ge nannten Buches 6 ord., 4 ^ bar, il, e! 25 abgegeben werden sollte, vom 15. Oktober auf den 81. Oktober. Ich werde an demselben Tage in Leipzig und Berlin ausliefern. Hochachtungsvoll Friedrich Thiel. 1. Da« Berliner „8cho" (Nr. 43 vom 2U Okt. 1897) bringt folgende Illustrationen: Indianer am Kotenai-See. 2. Blockhaus eines Goldsuchers. 8. Indianisches Lager am Kotenai-See. 4. Schasscamp imAusstieg auf den Chilkulpaß. (Aus .Der Bote aus Alaska und vom Jukon") und begleitet diese Illustrationen mit nach stehendem Text: -Dasdurchseine Mineralschätze und deren Ausbeutung plötzlich so bekannt gewordene Alaska illustrieren wir durch einige Bilder, von denen das auf der Titelseite eine An schauung von dem noch sehr ursprünglich betriebenen GUdbergbau giebt, während die Bilder auf Seite 179 und 180 einer neu er scheinenden Halbmonatsschrift.Der Bote aus Alaska und vom Jukon", vierteljährlich in einer Salonausgabe 4 einfache Ausgabe 2 Postzeit.-Katalog 1077 a und 1177 a und b, Verlag von Friedrich Thiel in Char- iottenburg, Larmerstr. 15, entnommen sind. Die nebenstehende Landschaft hat noch ein aktuelles Interesse, insofern als am 19. Sep tember im Chilkmpaß (Alaska) eine gewal tige, aus Schnee, Eis, Schlamm und Gestein bestehende Lawine niederging und ein großes Lager von Goldgräbern begrub. Die meisten konnten, durch ein heftiges Getöse gewarnt, sich retten, 18 Personen hingegen, darunter eine Frau, wurden verschüttet. Ihre Leichen sind bis jetzt nicht ausgesunden. Anhaltende Regengüsse haben alle Brücken über den Skagwayfluß weggerissen und den Strom unpassierbar gemacht. Trotz aller aus den Goldgebieten kommenden Hiobsposten fuhren am 24. September aufs neue 110 Personen von New Uork nach Alaska ab. Nahrung hatten sie nicht in genügender Menge bei sich, dagegen 100 große Kisten, die Whisky enthielten. Auf dem Dampfer .Humboldt" begaben sich 25 Bundessoldaten nach Sankt Michaels. Sie nahmen Vorräte im Gewicht von 150 Tons mit.« 2 Das „Neue Wiener Tageblatt" (Nr 280 vom 10. Oktober 1897 schreibt: Das gelobte Land -Was sind wir Binnenland-Menschen für Stümper! Wir müssen über die Grenze gehen, um zu lernen, wie man aus einer Strömung Kapital schlägt und einen Fund, eine Entdeckung ausnützt. Da sitzen wir hier in Wien und lesen als lachende Philoso phen die Berichte über die Goldwut, die Tausende von Menschen nach dem äußersten Norden Amerikas hinauf treibt, auf die neu entdeckten Goldfeder von Alaska. Und wir denken, die Tollh itswelle werde nicht bis zu uns Herüberschlagen. Aber es scheint, wir verrechnen uns mit dieser unserer Philosophie, denn anderwärts, wo man für gewöhnlich eine scharfe Witterung für derlei Dinge hat. beginnt man bereits — wie nennen wir es nur mild? — beginnt man schon auf den .Zug nach Alaska" zu speku lieren. Und zwar sehr einsthaft, indem man sogar schon Arbeit und Kosten an die Spe kulation wagt und Organe schafft, die den ausgesprochenen Zweck haben, zur Auswan derung nach Klondyke aufzumuntern. -Da liegt vor uns ein neues, in Berlin- Charlottenburg bei Friedrich Thiel, Carmer- straße 15 erscheinendes Blatt, das sich .Der Bote aus Alaska und vom Uucon" nennt, und gleich auf der ersten Seite das Er scheinen einer Beilage ankündigt, deren Titel alles sagt: .Auf nach Alaska!" -Am besten ists, wir berichten einfach, was in dem Blatte steht, sein Urteil mag sich dann jeder nach Gefallen selber bilden. Titelblatt, mit einem wohlgenährt aus sehenden, federngeschmückten Zndianerkopf geziert, definiert in einem Artikel .Was wir wollen" den Zweck des Blattes und bringt in zwei Illustrationen jene scheußlichen Fratzenbildungen, die bei den Indianern die Abzeichen des Adels bedeuten. -Seite 2 bringt eine scherzhafte Rubrik .Goldene Weisheitslehren der drei Alaska- Knaben", ferner die Schiffsliste von San Francisco Skagua; endlich einen Artikel: .Projektierte Bahnen nach Alaska." -Seite 3 plädiert .der Bote" für eine .Bahn an den Teslinsee". Auf dieser Seite empfiehlt er, nebenbei bemerkt, in einem prachtvollen Inserat, aus der Durchreise in Janeau ja nicht zu vergessen, in Valentine« Gold- und Silbergeschäft.einen Besuch ab zustatten". Jedermann werde es ja wohl einsehen, daß er sich mit einigen Andenken an Unter-Alaska versehen müsse! Die Gegend um den Teslinsee herum aber hat an dem .Boten" einen Lobredner, der uns beteuert, daß alles Lüge ist, was uns andere von den Schrecken dieses Nordens erzählen. Es ist zu kalt? Lächerlich! Es ist nur eine trockene Kälte, ohne Wind, und wenn das Frühjahr kommt, sind die Goldsucher dick und fett. Man hungert? Lächerlich! Die Weidetiere zum Beispiel brauchen nicht zu hungern; es ist Moos für sie reichlich vorhanden, und sie kratzen mit ihren Pfoten den Schnee weg und »suchen sich unter demselben frische Wurzeln". Ja, so ist's! .Es beruht aus einem vollständigeu Jrnum, wenn man be hauptet, das Land sei unwirtlich. (!) In den Wäldern giebt es schwarze Bären, im Teslinsee Salme bis zu 40 Pfund Schwere im Mühlfluß Lachsforellen, und das wohl schmeckende Schneehuhn kommt in zahllosen Scharen vor." -Die folgenden Seiten bringen eine Be schreibung des Aufstieges des Prinzen Lutgi von Savoyen auf den 18 120 Fuß hohen St. EliaSberg. -Seite 6 einen lachenden Missiskopf mit herrlichem Gebiß. Fragt man, warum das Fräulein so lacht, so steht unter dem Bilde die Erklärung: Das ist eine Passagierin des Dampfers „Excelsior", ausgenommen am 28. Juli 1897 in dem Augenblicke, als sie bei der Abfahrt des Dampfers in den Ruf mit einstimmte: llo, tor Lls-sing.! (Auf nach Alaska!) -Es sei summarisch erwähnt, daß uns das Blatt noch in Artikeln, Bildern und Notizen von dem Fischreichtum Alaskas, von ben bequemen Pullman-Waggons, von der Polarkreisstadt und anderem unterhält und in einer eigenen Tabelle eine Liste .hübscher Taschengelder" verzeichnet. Danach besitzen: T. S. Lippy Claims im Werte von 1000000 Dollars, Joe La Dun und F. G. H. Bowker Claims im Werte von je 500000 Dollars, Thomas Flack Claims im Werre von 250000 Dollqxs u. s- f. Ferner finden wir einen Artikel: .Dichter und Sänger am Klondyke". -Man erkennt es aus tausend Merk, zeichen, wovon das Erscheinen und die Manier dieses neuen Blattes nur eines ist, daß das Alaskafteber immer mehr um sich greift. Auch die beiden Schwiegersöhne Banderbilt's haben dem Wunderlande bereits ihren Besuch abgestattet — in Be gleitung ihrer Gattinnen! Und der eine von ihnen, Mr. Sloane, erzählt, in welch' köst licher Weise sie sich amüsiert hätten.« So lautet auszugsweise die Kritik des Wiener Blattes. Verschiedene in demselben enthaltene Urteile werden in Nr. 3 des .Boten aus Alaska und vom Jukon" vom I. November widerlegt werden. Das Wunderland .Alaska" steht im Vordergründe des Interesses. Daran können weder die großen Blätter von Berlin, welche an der Taktik des „Totschweigens" sesthalten, noch der kühle Jndifferentismus der Berliner Sortimenter etwas ändern. Die .Alaska-Lttteralur" geht ihren Weg für sich allein. 3. Der Herr Hofprediger a. D. Adolf Stöcker, welcher Amerika bereist har und ein besseres Urteil üver Land und Leute m Amerika besitzt als die meisten seiner deutschen Lands leute, schreibt, nachdem ihm eine Mitteilung ge macht worden war, daß in Nr. 4 oder 5 ein aus führlicher Bericht enthalten sein würde, über die vielen in Alaska begründeten Missionen der Wesleyaner, Lburcb ot Luglanä, Pres byterianer, Uownn Osttboiik Oburok, Herren- huter rc.: .Ich werde Ihr interessantes Blatt in den Beilagen der von mit herausgegebenen .Deutsch - Evangelischen Blätter' anzetgen." Nun mag man über Herrn Hofprediger a. D. Adolf Slöcker, dem ich nicht persönlich, sondern an dessen Blatt ich eine Probenummer des Boten cingeschickt hatte, denken, wie man will, über einen Verdacht ist derselbe selbst in den Augen seiner Feinde erhaben, nämlich den, daß er im Solde einer amerikanischen Gesellschaft steht, wenn er sagt, das Land Alaska bezw. Der Bote aus Alaska und vom Jukon verdienten unser Interesse. Dieses Blatt steht lediglich im Dienste der Wahrheit, es will Belehrung schaffen, und weiter hat die ganze Omonatlichc Uebung keinen Zweck. Wenn ich bei der gleichen Gelegenheit ein paar Sepialappen verdiene, so schadet das weder Dir noch mir. Der Obige.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder