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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.10.1926
- Strukturtyp
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- 1926-10-27
- Erscheinungsdatum
- 27.10.1926
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- Deutsch
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10140 X- 251, 27. Oktober 1926. Künftig erscheinende Bücher. Börsenblatt f.d. Dtschn. Buchhandel. Go sieht die Aufzeichnungen ein Zn Ga, Zwölf Jahre deutscher, europäischer Geschichte zeigt uns der Verfasser, der „iibe^ Verlautbarung, keine historisch-geschichtliche Darstellung der Geschehnisse, die de vorüber. Immer sind es neue, lebensfrische, blutwarme Bilder, Blitzlichtbilder, hinter den Kulissen ausgenommen! Durch Krieg WII»»»I»»II»1 und Revolution nach Brest-Litowsk und Rumänien, Versailles und London, Spaa, Genua, Locarno, Genf führt uns der sach kundige Verfasser ebenso wie durch das Deutschland am Rande des Abgrunds, des Landes ohne Recht. Und alle europäischen Berühmtheiten der Militärs und der Diplomatie, der Revolution und der Wirtschaft lernen wir kennen. So wie sie sind, sehen wir sie bei der Arbeit. Zu Wilhelm H-, Hindenburg und Ludendorff, Kronprinz Wilhelm und Bethmann - Hollweg, Helfferich und Stresemann, Luther und Marx, Hermann Müller und Bell, Leinert und Josef Wirth, Rathenau und Stinnes, aber auch zu Clemenceau und Wilson, Briand und Lord George, Chamberlain, Trotzki, Tschitscherin usw., zu allen, die in dem Riesenwirbel der Geschichte der letzten 12 Jahre mitgewirkt und Völkerschicksale geschmiedet, führt uns der Verfasser. Das Buch für jeden Gebildeten, der sich in anregender Form ein wahrheitsgetreues Bild des weltpolitischen Geschehens der neueren und neuesten Zeit verschaffen will. Go fesselnd, so mitreißend find die Ereig nisse der letzten 42 Jahre noch nicht dargestellt worden. W „Vä W den Sj W ein ga W gewese! W Nacht 1 W Auci W Etapp! W Wohn! W Neben! W erhalt« W schönet W lungen W Gener! W Umstäil W wie so! W Habens W Propa! M Als! W kamenf W einen W begegy M Aufgal W lassen, f W ob ich I W ich die! W Wils ^ Ginga» W irgend! W einen I W g-klopß M nur Kck W gezeigs W war s» W vollers W runden X° 251, 27. Oktober 1926. Künftig erscheinende Bücher. Börsenblatts. d. Dtschn. Buchhandel. 10141 llseschichte aus... uschauers / Von Rolf Brandt !nen gebunden 6.— siet war", in diesem ganz eigenartigen, reizvollen Gemälde. Keine steife amtliche Darstellung, keine offiziöse der Geschichte bestimmen. Wie in einem großen spannenden Film rollen und wirbeln die Ereignisse an uns Sowjetbiplomaten in Brest-Sitowsk (Gin Abschnitt aus dem Buche) Itabt Brest-Litowsk, in der über den Frieden zwischen len und Deutschland verhandelt wurde, stand nur noch er Teil. Der Brand von Brest-Litowsk war so stark lman vier Stunden von der Festung entfernt in der riefe aus Deutschland hatte lesen können, iltadelle war stark beschädigt; aber sie war von der aut worden und bot schliesslich einigermapen ansehnliche Kasinos, Fremdenzimmer. Man hatte von einigen überdachte Holzgänge gezimmert, die nach dem gut- Hnhaus des russischen Gouverneurs führten, in dem sich ander». Während des ersten Teils der Friedensverhand- nur einmal auf wenige Stunden durch Brest-Litowsk. ann, den ich persönlich gut kannte, wollte unter keinen ln Mann der Presse zulassen, und Prinz Leopold war, sten Wittelsbacher, geradezu pressefeindlich. Im übrigen küssen dafür gesorgt, dass jedes Wort ihrer damaligen len an die Öffentlichkeit kam. Handlungen in Brest-Litowsk unterbrochen wurden, be und Joffe mit Bewilligung der deutschen Regierung lach Warschau. In dieser Zeit bin ich ihnen beiden waren jeder in der Obhut eines Offiziers, der die 1 sie zu begleiten, ihnen aber möglichst jede Freiheit zu warschauer Bekannten fragten mich nun eines Abends, , in die Ehrysanthemum-Bar gehen wolle, dort würde Unterhändler treffen. l auf die verabredete Art an ein Haustor. Der vordere ssar war längst geschloffen. Meine Begleiter sagten oort, und ein polnischer Hausknecht führte uns durch lunklen Gang vor eine neue Tür. Dort wurde wieder oaren wir in einem Nebenraum der Bar. Gs brannten lin der Stromverbrauch des elektrischen LichtS hätte an- »n die Polizeistunde überschritte. Das Gouvernement in diesen Dingen. Im Hauptraum der Bar war noch lSlegante Warschauer Halbwelt. Und Etappe. An einem Pen Nadek und Joffe mlt ihrer deutschen Begleitung. Joffe, sichtlich angeheitert, aber sehr ruhig, mischte mit der Miene eines Mannes, der etwas davon versteht, Burgunder mit Sekt. Neben ihm fass eine sehr schöne, dunkelhaarige Polin, er schien aber mehr Interesse für sein« Sektmischung zu haben. Nadek lehnte in einem Klubsessel zwischen zwei hochblonden Warschauerinnen, denen er «inen Vortrag über die bolschewistische Ehe hielt. Gr schien sehr viel weniger vertragen zu können als Herr Joffe. Hin paar Fliegeroffiziere, die nicht wussten, wer die beiden Zivilisten waren, setzten sich zu der Kruppe, und nachdem sie mehrere Glas von dem polnischen Neiterlikör heruntergestürzt hatten, fingen sie an zu singen: „Deutschland, Deutschland über alles". Höchst liebenswürdig sang Joffe mit und tat bann einen tiefen Zug aus seinem Pokal Burgunder mit Sekt. Herr Nadek schien diese Gesangsübungen für höchst überflüssig zu halten, er ging zu der Klavierspielerin heran und flüsterte mit ihr. Sie schien erst Bedenken zu haben wegen der späten Stunde, bann schien er sein Inkognito zu lüften, und sie begann leise, aber in hinreissenbem Tempo, russische Tänze zu spielen. Nadek erhob sich und tanzte mit den beiden Polinnen durch den Raum. Gr ging zum Kasatschok über und raste mit beiden Frauen in der tiefen Kniebeuge des Kvsakenlanzes umher. Das Haar der einen löste sich. Nadek sprang auf. Alle drei wirbelten umher, und das Haar der Polin wehte wie «ine blonde Fahne über seinen Demagogenkopf. Das Mädchen flog in einen Klubsessel und Nadek tanzte mit der anderen weiter. Inzwischen hatte Joffe seine Burgunbermischung weiter probiert. Gin paar Gläser klatschten gegen die Wand. „Da sdrastwujet Nossijal" „Gs lebe Deutschland!" Klirrende Scherben. Nadek trug seine polnische Tän zerin auf den Armen zu dem Tisch von Joffe. Am nächsten Tage las ich mit einiger Nuhe einen der vielen Funk sprüche aus Moskau, wonach die russischen Unterhändler mit bitter schwerem Herzen für die Leiben des russischen Volkes di« langwierige Pause in den Unterhandlungen ertrügen. Als ich in Genua erlebte, wie Tschitscherin sein Sektglas freundlich lächelnd gegen den Erz bischof von Genua erhob, während er gleichzeitig die Nachricht von dem Todesurteil gegen den höchsten katholischen Geistlichen Russlands in der Tasche hatte, musste ich an diese Szene in der Ghrysanthemum- Bar von Warschau denken."
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