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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.10.1920
- Strukturtyp
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- 1920-10-20
- Erscheinungsdatum
- 20.10.1920
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- Deutsch
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- Saxonica
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Redaktioneller Teil. X° 236, 20. Oktober 1920. durch deutsche Firmen. Er legte den deutschen Herren Rech nungen deutscher Firmen vor, die den 200^igen Valutazuschlag, 8 Prozent Ausfuhrabgaben und Gebühren, sowie die Kosten sür Verpackung und Porto enthielten. Der betreffende Herr be- zeichnete diese Berechnungen als vollständig sachgemäß und er klärte sich mit ihnen einverstanden. Einen Umrechnungskurs von 25 Cents --- K I.— halte er für angemessen (inzwischen ist der Umrechnungskurs auf 20 Cents herabgesetzt). Nach seinen Beobachtungen habe die Verbreitung des deutschen Buches in Holland auch keinerlei Verminderung durch die Valutazuschläge erfahren. Zu den Bernhardschen Vorschlägen erklärte er, daß es sich bei dieser Angelegenheit wohl um etwas ganz anderes handle. Man verkenne in holländischen Kreisen nicht die Ge fahr, daß durch den hohen Stand des Kurses für den holländi schen Gulden der Erwerb holländischer Literatur durch die deutschen Bibliotheken säst ausgeschlossen sei. Um dieser Gefahr zu begegnen, habe sich in Holland unter Führung maßgebender Männer ein Komitee gebildet, das die Mittel aufbringcn soll zum Ankauf holländischer Literatur, die den deutschen Biblio theken zur Verfügung gestellt werden solle, und zwar unter An rechnung des Friedenkurses, also ein Gulden — chk 1.70. Nur in Verbindung mit dieser zugunsten der deutschen Bibliotheken eingeleiteten Aktion könne der Gedanke gestreist worden sein, daß auch den holländischen wissenschastlichen Bibliotheken beim Be zug deutscher Literatur gewisse Vergünstigungen gewährt werden könnten. Aber nur aus dem Gedanken heraus, den deutschen wissenschaftlichen Kreisen das Gefühl zu nehmen, Gaben emp- sangen zu müssen, sür welche sie eine Gegenleistung nicht schassen könnten. Keineswegs aber handle cs sich, wie Professor Bern hard in seinem Bericht es hingestellt hat, um Forderungen holländischer Bibliothekskreise. Bei dem Besuch der Amsterdamer Universitätsbibliothek konnten Herr Geheimrat Siegismund und Herr Selke nur die Vertreterin des auf Urlaub befindlichen Universitätsbibliothekars Burger, Frau vr. Berg, sprechen. Auch diese Dame konnte Bedenken gegen die deutsche Verkaufsordnung in ihrer jetzigen Gestalt nicht äußern und nur bestätigen, daß Klagen aus Bi bliothekskreisen über die deutschen Bücherpreise ihr nicht zu Ohren gekommen seien. Aus Anlaß des Besuches der beiden deutschen Herren hatte der stellvertretende Vorsitzende der Buchhändlervereinigung Hollands Herr Holkema, nachdem er schon in einer vorher gehenden Unterredung erklärt hatte, daß er mit den Maßnahmen des Börsenvereins vollständig einverstanden sei, eine Vorstands sitzung dieser Buchhändlervereinigung zusammenberufen. Unter dem Vorsitz des Herrn Meulenhoff nahmen an den Beratungen im Beisein von Herrn Geheimrat Siegismund und Herrn Selke die holländischen Herren van Stockum jun., Holkema, Nijhoff, van Campen, sowie die Sekretäre der Vereinigung de Vries und Loosjeß teil. In einem längeren Referat führte Herr Meulenhoff der Versammlung seine persönliche Ansicht über die schwierige Lage, in der sich der deutsche Buchhandel durch die Verhältnisse der Zeit befindet, vor Augen. Er schilderte die Schattenseiten der Valutaordnung, die äußerlich genommen gegen diese sprächen, und bewies dann ihre Nützlichkeit sowohl für den deutschen Außenhandel im Buchgewerbe, als auch für das holländische Sortiment. Wenn jetzt mit dem raschen Abbau des Valutazujchlags begonnen würde, so dürfe man der Zukunft nicht optimistisch entgegensehen, sondern müsse sich an die Zu stände erinnern, die in Holland im Buchhandel vor Einführung der Verkaufsordnung bestanden. Der Sortimenter hatte damals das Interesse am deutschen Buch infolge der geringen Gewinn möglichkeit vollständig verloren, sodaß der Schleuderpreis, zu dem damals das deutsche Buch zu haben war, gerade das Ge genteil von dem bewirkte, was die Gegner der Valutaordnung heute noch anführen. Zusammenfassend erklärte er, daß der Valutazuschlag für deutsche Bücher unbedingt nötig sei, weil er es dem holländischen Sortimenter ermögliche, deutsche Bücher mit einem befriedigenden Gewinn abzusetzen, weil er die Preis anarchie beseitige und durch feste, allgemein eingesührte Preise die Schleuderei zweitklassiger Firmen vermindere. 1242 - - Die anwesenden Herren stimmten den Ausführungen des Herrn Meulenhosf allgemein zu. Herr Nijhofs betonte jedoch, daß die Schwierigkeiten im Verkehr zwischen deutschen und holländischen Buchhandlungen vor allen Dingen deshalb so un angenehm empfunden würden, weil erstens die Berechnung des deutschen Verlags gegen den Wunsch des Holländers in Mark- Währung erfolge, und well sich zweitens immer noch die Folgen von Schiebungen bemerkbar machten, die wesentliche Preisunter bietungen des regulären, soliden holländischen Sortimentsgeschästs zeitigten. Im übrigen seien die holländischen Buchhändler ebenso' wie die Kundschaft damit einverstanden, wenn die Mark zu! 24 Cents bzw. jetzt 20 Cents umgerechnet würde; nur sei das holländische Sortiment infolge der hohen Spesen nicht mehr in der Lage, dem Publikum gegenüber zu 24 Cents bzw. 20 Cents umzurechnen, sondern müsse zu 30 bzw. 25 Cents umrechnen, um eine entsprechende Verdienstmöglichkeit zu behalten. In ausführlichen Darlegungen äußerten sich die deutschen Herren zu diesen Auslassungen. Sie wiesen daraus hin, daß sie und der gesamte Vorstand des Börsenvereins immer und immer wieder den deutschen Verlagsbuchhandel aufgefordert haben, in Guldenwährung zu fakturieren. Zu den Beschwerden über die Bücherschiebungen aus Deutschland erklärten die deutschen Herren, daß die Außenhandelsnebenstelle und der Börsenverein ihr Mög lichstes täten, um dieses zu verhindern. Sic seien dabei aus die Unterstützung des Buchhandels angewiesen, der durch rücksichts loses Anzeigen von Schleuderfirmen sie in dieser Arbeit wesentlich unterstützen könnte. Nachdem die deutschen Herren noch betont hatten, daß es eine interne holländische Angelegenheit sei, ob die holländischen Sortimenter zur Aufrechterhaltung ihrer Betriebe einen besonderen Sortimenterteuerungszuschlag für deutsche Bücher erheben müßten, wurde in die Erörterung eingetreten, auf welche Weise die Schwierigkeiten, die sich durch den Barverkehr über Leipzig bei Durchführung der Guldenberechnung ergeben, zu beheben seien. Nachstehender Vorschlag soll von dem Vorstand der Vereinsversammlung der holländischen Buchhändler unter breitet werden: »Der deutsche Verleger liefert prinzipiell alles in Gulden währung. Auch die seitherigen Barsendungen gehen ohne Nach nahme den bestellenden Firmen entweder direkt oder über Leipzig zu. Unter Gewährung der Garantie durch den holländischen Buchhändlerverein verpflichten sich die holländischen Sortimenter zuin sofortigen Ausgleich empfangener Bar- sendungen. Der deutsche Verleger meldet die betreffenden Beträge entweder direkt der Amsterdamer Bestellanstalt oder durch Vermittlung der Leipziger Außenhandelsnebenstelle. Die Amsterdamer Bestellanstalt trägt sür Eingang der fälligen Beträge innerhalb kürzester Frist Sorge, übermittelt wöchentlich ein- oder zweimal den Gesamtbetrag in Gulden der Außen handelsnebenstelle unter Mitteilung der einzelnen Beträge, aus der sich die Gesamtsumme zusammensetzt. Die Leipziger Stelle rechnet die erhaltenen Gulden in Markwährung um und überweist die entsprechenden Marlbeträge den betreffenden Verlegern. Diejenigen holländischen Sortimenter, für welche der holländische Verein die Bürgschaft zu übernehmen nicht bereit ist, bleiben nach wie vor auf den seitherigen Barverkehr über Leipzig angewiesen.« In dem Kreise der anwesenden Vorstandsmitglieder war Übereinstimmung mit diesem Plan vorhanden. Am Schluß der Verhandlung gaben die Herren ihrer Befriedigung Ausdruck, daß ihnen durch den Besuch der deutschen Vertreter Gelegenheit gegeben sei, die schwebenden Fragen mündlich zu klären, und die deutschen Herren davon zu überzeugen, daß die Holländer weiter, wie es bisher der Fall gewesen sei, sür die Verbreitung des deutschen Buches in Holland Sorge tragen wollten. Der begrenzte Raum verbietet die Wiedergabe der ausführ lichen interessanten Berichte über die einzelnen Verhandlungen, die Herr Geheimrat Siegismund und Herr Selke mit den führen den holländischen Buchhändlern und anderen Stellen hatten. Die Ansichten der Holländer bewegten sich alle in dem Rahmen der vorstehenden Darlegungen.
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