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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1936-08-15
- Erscheinungsdatum
- 15.08.1936
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
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Nummer 189, 1'». August 1936 Berlin. Von ihm stammen einige Bändchen Gedichte nnd neuhoch deutsche Nachdichtungen des Walther von der Vogelweide. Auch ein Theaterstück liegt vor, ist indessen noch nicht aufgefiihrt. Länger schon drängte es den Künstler, einen gültigen Beitrag zur Idee der neu zeitlichen Olympischen Spiele zu liefern. Da entstand, einen Tag vor dem Ablauf des Einreichungstermins, aus der Eingebung des Augen blicks die preisgekrönte Hymne. Mühelos fast und dabei so selbst verständlich im Klang, als ob die Fassung gar nicht anders lauten könnte. Sie scheint uns lang vertraut, und wer aufmerksam liest, spürt daraus deutlich, wie sich zu dem gemessenen Wort des Dichters ein feierlicher Ton gesellt, den man vielleicht aus der Kunst des Rezitators erklären darf. Aber wenn auch das Schassen von Robert Lubahn sich ans mehrere künstlerische Gebiete erstreckt, so kommt die einheitliche Zielsetzung seiner Persönlichkeit doch hier eindrucksvoll zu Durchbruch und Geltung. Diese Dichtung ist sparsam im Ausdruck, edel in der Form und von klassischer Einfachheit. Man könnte meinen, sie wäre aus früheren Tagen überliefert. Aber die Hymne spricht uns zugleich als Ruf aus der Zeit an und darum wurde das Weihelied auch iu das feste Pro gramm der Olympischen Spiele übernommen, was schon vor Beginn der Wettkämpfe ein deutscher Sieg war. Th. N. Literarische Nachrichten Auf Einladung des Vorsitzenden der W a r t b u r g st i f t u n g, Neichsstatthalter Sauckel, treffen sich am 28. und 29. August im Minne sängersaal der Wartburg wiederum deutsche Dichter. Nach einem Vortrag von Jakob Schaffner über Heimat und Dichtung wird die W artburgrose überreicht werden. Die Eisenacher Kurrende wird die Veranstaltung musikalisch verschönen. Am Sonnabend lesen im Warlburggasthof Heinrich Anacker, Eberhard Wolfgang Möller und Wolsgang Brockmeier aus eigenen Werken. In die »Woche des Deutschen Buches 1936« soll eine »Main- fränkische Dichterwoche 1 9 3 6« eingegliedert werden. In Würzburg wird die Buchwoche mit der Eröffnung einer Ausstellung und einer großen Morgenfeier der Hitler-Jugend eingeleitet. Walter von der Vogelweide soll als geistiger Patron gewissermaßen über dem Wollen dieser Woche stehen. An den letzten Tagen im Oktober werden aber auch die einzelnen Städte und Gemeinden des main fränkischen Gebietes großer schöpferischer Männer gedenken. Schwcin- furt wird Nückert, Bad Kissingen Otto von Botenlaube, Aschaffen burg Wolfram von Eschenbach und u. a. schließlich auch noch Gnoti- stadt Michael Georg Conrad feiern. Tie Schirmherrschaft über die »Mainfränkische Dichterwoche 1936« wurde durch den Gauleiter I)r. Hellmuth an Gaupropagandaleiter und Landeskulturwart von Mainfranken, Waldemar Vogt, übertragen. In Eutin hat sich ein Krei's von schleswig - hol st e i n i s ch e u und olde n burgische n Dicht e r n gebildet. Der Kreis hat sich zur Aufgabe gesetzt, die freundschaft liche Verbindung unter den Mitgliedern des schleswig-hol steinischen und oldenburgischeu Schrifttums enger zu gestalten und die große geistesgeschichtliche Überlieferung der Landschaft mit der Zielsetzung unserer Zeit zu verbinden. Mitglieder sind u. a. Hans Friedrich und Barthold Blunck, Hermann Claudius, Edwin Erich Dwinger, Heinrich Eckmann, Hans Ehrke, Gustav Frenssen, August Hinrichs, Alma Nogge, Georg v. d. Bring und Helene Voigt- Tiederichs. Die erste Tagung der Vereinigung wird in der Zeit vom 4. bis 6. September in Zusammenhang mit der Eutiner Karl Maria von Weber-Feier abgehalten. Als erster nordischer Gast wird der Dichter Gunnar Gunnarsson an der Tagung teilnehmen. In Bad Doberan wurde ein Niederdeutscher Dichter- t a g veranstaltet, bei dem Gauleiter Friedrich Hildebrandt eine An sprache hielt. Dem Wunsch des Gauleiters entsprechend sollen in Zu kunft in jedem Jahre in Bad Doberan niederdeutsche Dichter und Schriftsteller zu einem Dichtertag eingeladen werden. Es fand auch eine Beratung über die beabsichtigte neue p l a t t d e u t s ch e Recht schreibung statt. Mau war sich darüber einig, daß eine Ände rung der plattdeutschen Schriftsprache wohl anzustreben sei, die auf gestellte» neuen Schreibrcgeln aber fanden stärksten Widerspruch. In der Aussprache wurden andere Vorschläge gemacht. Es bleibt abzu warten, wie sich die plattdeutsche Welt zu der Modernisierung ihrer alten volkstümlichen Rechtschreibung stellen wird. Auf der Tagung des Heimatbundcs Niedersachsen in Hannover wurde mitgetcilt, daß der Aufruf nach n i e d e r s ä ch s i s ch c m Dichtuugsgul eine so große Menge dichterischen und fcuille- tonistischen Materials zusammcnbrachtc, daß dessen Bewältigung durch den Prüfungsausschuß noch geraume Zeit beanspruchen wird. Die Pflege der plattdeutschen Sprache wurde fortgesetzt. Das Deutsch-Nordische S ch r i s t st e l l e r h a u s, das 1034 in Travemünde in Verbindnng mit der Possehl-Stiflung von der Nordischen Gesellschaft eingerichtet wurde, um skandinavischen und deutschen Dichter» Gelegenheit zu einem zwanglosen kamerad schaftlichen Zusammensein und Gedankenaustausch zu geben, hat zum dritten Male seine Pforten zu einer Zusammenkunft geöffnet. Am ersten Tage waren der Altpräsiöent der Neichsschrifttumskammer, L)r. Hans Friedrich Blunck, sowie der Neichsgeschäftsführer der Nordi schen Gesellschaft I)r. Ernst Timm anwesend. Im Laufe des Monats August werden noch als Gäste namhafte deutsche und nordische Schrift steller erwartet. Der W i l h e l m - B u s ch - G e s e l l s ch a f t ist es gelungen, das Originalmanuskript »Der heilige Antonius«, das Wilhelm Busch im Jahre 187» zeichnete, für ihr Archiv in Hannover zu erwerben. Busch schenkte das Manuskript seinerzeit der Frau eines ihm befreundeten Malers im Taunus mit folgender Widmung: »Wenn Sie, meine liebe Frau B. . . ., das kleine Scheusal, welches sich Ihnen hier zu Füßen wirft, mit Freundlichkeit aufhcben, so wird das seine beste Absolution sein«. Außerdem erwarb die Gesellschaft etwa einhundertfünfzig Briefe, teilweise mit schönen Zeichnungen versehen, mehrere Haud- zeichnnngen, Aguarelle usw. Auch stiftete der Neffe Büschs, Pastor- Otto Nöldeke in Bückeburg, viele wertvolle Handschriften, und Senator Beindorff in Hannover das aquarellierte Original der reizenden Bildergeschichte »Das Häschen«. Zum dreihuudcrtfünszigjährigeu Bestehen der Universität Graz bildete die feierliche Ernennung des steirischen Dichter-Arztes Dr. Hans Kloepfer zum Ehrendoktor der Philosophischen Fakultät einen Höhepunkt der Feierlichkeiten. Seine Verdienste um das deutsche Schrifttum in Österreich, namentlich seine Bedeutung als Mundartdichter wurden als Begründung für diese seltene Ehrung angeführt. Der deutsch-österreichischen Dichterin Enrica von Hau del- Mazzetti wurde kürzlich das Ehrenbürgerrecht der Stadt Linz verliehen, die seit vielen Jahren ständiger Wohnsitz und zweite Heimat der Dichterin ist. Ihren siebzigsten Geburtstag feierten am 4. August Ludwig Diehl in Stuttgart, der Dichter des »Suso«, und am l2. August die Schriftstellerin C. v. Dornau (Charlotte Freifrau von Schauroth) in Gotha. Die Kunstgeivcrbe-Akademie iu Dresden veranstaltete zu Ehre» des in den Ruhestand tretenden Professor Otto mar Enking eine eindrucksvolle Abschiedsfeier. Professor Enking, auch als Roman schriftsteller bekannt, hat sechzehn Jahre lang an der Kuiistgewcrbe- Akademie über deutsche Literaturgeschichte Vorlesungen gehalten. Freizeit in der Mark Brandenburg In der Georg Preiser-Jugendherberge am Nedersee veran stalten die Gaue Pommern und K u r m a r k vom 30. August bis 6. September ihre diesjährige Freizeit. Über Einzelfrageu des Hauptthemas »Deutsches Volkstum und Buchhandel« werden in Referaten und Arbeitsgemeinschaften sprechen: Professor vr. S t u h l f a t h - Stettin (Schulungsleiter im RAD), Matthes Ziegler-Berlin (Hauptlektor für Volkskunde in der Neichsstelle, Schriftleiter der NS-Monatsheste), Bannführer Fritz Heike- Berlin (Referent der Neichsjugendführung), Buchhändler K u r t K r e tz s ch m a r - Cottbus (Leiter der Fachgruppe Sortiment). Aus gehend von der Landschaft wird der Aufbau des deutscheu Volkstums und seine Geschichte, das deutsche Volkstum im Ausland mit be sonderer Berücksichtigung unserer buchhändlerischen Aufgabe ihm gegenüber — behandelt. Äußerungen des Volkstums steheu unter dem Referat von Matthes Ziegler zur Behandlung, Fritz Heike spricht über »Jugend und Buch« und Kurt Kretzschmar über »Die wirt- 715
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