Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.07.1931
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1931-07-16
- Erscheinungsdatum
- 16.07.1931
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19310716
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-193107169
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19310716
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1931
- Monat1931-07
- Tag1931-07-16
- Monat1931-07
- Jahr1931
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
^ 162, 16. Juli 1931. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d.Dtschn. Buchhandel. Eine Bibliographie amerikanischer Mennonitenliteratur. — Be kanntlich hängt die erste deutsche Auswanderung nach Amerika (Penn- sylvanien) am Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts aufs engste mit einer mystisch-religiösen Sektenbewegung in Westfalen, Rheinland und der Pfalz zusammen, die ihren Niederschlag in den ersten Erzeugnissen deutsch-amerikanischer Pressen gefunden hat. Die Druckerei des Westfalen Cristoph Sauer in Germantown (Pa.) z. B., aus der die erste deutsche Bibel Amerikas 1743, 39 Jahre vor der ersteil englischen Bibel, hervorging, stand in enger Fühlung mit Druckerei und Verlag der Brüderschaft in Ephrata (Pa.), wo 1748 das berühmte literarische Werk der Mennoniten »Der blutige Schau platz oder Märtyrer-Spiegel« zum ersten Mal aus dem Holländischen ins Deutsche übersetzt erschien. Die sehr interessante und zum großen Teil noch völlig unbearbeitete Literatur der Mennoniten zu finden und zu erforschen, war bisher sehr schwierig, da O. Seidenstickers grundlegende Bibliographie über das erste Jahrhundert deutschen Druckes in Amerika viele Lücken aufweist. Um so mehr muß man die 1929 im Verlag der mennonitischen historischen Gesellschaft in Goshen (Indiana) erschienene, zwei Jahrhunderte umfassende Biblio graphie venturies ok American dlennonite viterature 1727 —1928« begrüßen. Ihr Verfasser, der Kirchenhistoriker Harold S. Bender, konnte 90 Prozent aller Titel der größten mennonitischen Bibliothek Amerikas, der von Oosken vollste, entnehmen, und fand bei seiner schwierigen Arbeit wertvollen Rat und tätige Unterstützung bei einem der besten Kenner des »Schweizerischen Täufer-Menno- nitentums« (Tübingen 1926), dem Deutschen Ernst H. Correll. So ist, bis auf einige Ungenauigkeiten und fehlende Titel, ein auch für Deutsche und Nichtmennoniten dringend notwendiges und brauch bares Nachschlagewerk entstanden, bas immer da mit Erfolg benutzt werden wird, wo man sich mit dem religiösen, geistigen, geschicht lichen, sozialen und sprachlichen Leben der amerikanischen Menno niten, insbesondere der pennsylvanischen Deutschen, ernstlich ausein andersetzen will. Wir verweisen deshalb auf dieses Werk, weil bei Sortimentern oder Verlegern auch manchmal nach dieser etwas ferner liegenden Literatur gefragt wird. München. vr. Annemarie Meiner. Abstimmungsergebnis Uber Rechtschreibreform. — Der Bildungs verband der Deutschen Buchdrucker veranstaltete in Leu- Monaten Mai und Juni eine Abstimmung über die Reform der Rechtschreibung. An der Abstimmung haben sich zusammen 20 878 Personen beteiligt; davon 24 423 Buchdrucker. Für die Frage 1: Ich bin sür eine Reform der Rechtschreibung unter Beibehaltung der Großbuchstaben nur für Satzansänge und für geographische sowie Eigennamen, stimmten 14 303; für die Frage 2: Ich bin für eine Reform mit absoluter Klein schreibung, stimmten 0300; für die Frage 3: Ich bin für die Beibe haltung der jetzt geltenden amtlichen Rechtschreibung, entschieden sich 6215. Von den 24 423 Buchdruckern stimmten 13102 für 1, 5237 für 2, 0084 für 3. Nach Sparten geordnet ergibt sich folgendes Bild: Es beteiligten sich 14 300 Handsetzer, davon 7215 für 1, 3594 für 2, 3497 für 3; 2464 Maschinensetzer insgesamt; davon 1391 für 1, 284 für 2, 789 für 3; von den 1206 abstimmenden Korrektoren entschieden sich 768 für 1, 142 für 2 und 296 für 3; 6003 Drucker stimmten ab; davon 3460 für 1, 1156 für 2, 1387 für 3; von den Stereotypeuren beteiligten sich 347 an der Abstimmung, davon 217 für 1, 56 für 2, 75 für 3; von den 96 abstimmenden Schriftgießern waren 51 für 1, 4 für 2 und 41 für 3. Bemerkenswert ist, daß sich auch 2455 Per sonen anderer Berufe, barunter Lehrer, Maler, Graphiker und andere beteiligten. Das Ergebnis zeigt jedenfalls, welches große Interesse für die ganze Angelegenheit vorhanden ist. VerkekrSnackrickten. Keine Postüberweisungen ins Ausland. — Das Reichspostministe rium teilt mit: Da zur Zeit Börsenkursnotierungen nicht stattfinden, ist es der Post bis auf weiteres nicht möglich, Einzahlungen auf Post anweisungen nach dem Ausland anzunehmen. Die Postanstalten sind entsprechend angewiesen worden. Außerdem sind die Postscheckämter, ebenfalls wegen der Unterbrechung in Kursnotierungen an den deut schen Börsen, angewiesen worden, die bei ihnen eingehenden Über weisungen nach dem Ausland bis auf weiteres nicht auszuführen. 'kersonalnackrickterr. Gestorben: am 10. Juli Herr vr. Reinhold Eichacker, Inhaber des Prometheus-Verlag in Gröbenzell b. München im Alter von erst 46 Jahren. Der Verstorbene war Schriftsteller und Verleger zugleich; mit seinen phantastischen Romanen hat er wiederholt gute Erfolge gehabt. Prof. Karl Larsen -f. — Die Morgenblätter vom 14. Juli über mittelten die Nachricht vom plötzlichen Tode des dänischen Dichters und Wegbereiters für dänisch-deutsche kulturelle Annäherung, des Professors Karl Larsen, Kopenhagen. Auf dem Heimwege vom Kran kenlager seiner Lebensgefährtin erlitt er -einen Straßenunfall, an dessen Folgen er am Sonnabend, dem 11. Juli, gestorben ist. — Dem Ehrendoktor der Jenenser Universität trauern in Deutschland nicht nur unsere Besten des wissenschaftlichen und öffentlichen Lebens nach. Studierende Jugend, die ihn im vergangenen Jahre auf Gastvor lesungen noch hörte, die deutschen Freunde dänischer Literatur und auch der Börsenverein der Deutschen Buchhändler gedenken dankbar seiner in einem an- Kämpfen und Anfeindungen übervollen Leben erwiesenen Standhaftigkeit und Treue. Unsere Mitglieder erinnern sicy der Verdienste Larsens um die Deutsche Goethe-Ausstellung 1924 in Kopenhagen nnd die Andersen-Ausstellung 1925 in Berlin. Als er vor einem Jahre seinen 70. Geburtstag feierte, überreichten ihm deutsche Freunde oin-e Adresse, in der es u. a. hieß: »...Wir ver ehren in Ihnen den Dichter Ihres Volkes, der zu den Bahnbrechern einer neuen, freiern Kunst in Ihrer Literatur gehört, und der dank seiner einzigartigen Meisterschaft der Sprachbehandlung in Romanen und Novellen köstliche Perlen dänischen Schrifttums schuf. Wir ver ehren in Ihnen den Geschichtsforscher und Literaturhistoriker, der in allen seinen Forschungen — sei es über die Ereignisse von 1864 oder des Weltkrieges, sei es über Henrik Ibsen oder H. C. Andersen — strenge Objektivität wahrte und wertvollste Erkenntnis vermittelte. Den Eigenständigen und Wertvollsten im deutschen Drama waren Sie stets einer der vornehmsten Wegbereiter in Ihrem Lande. Sie waren es in Ihrer Jugend, als Sie Friedrich Hebbels, des damals noch so gut wie völlig unbeachteten schleswig-holsteinischen Dichters Schauspiel »Maria Magdalena« — Sie sind es jetzt noch, da Sie jüngste deutsche Dramatik übersetzten und auf die Bühne brachten. Nicht zuletzt verehren wir in Ihnen einen Freund des deutschen Vol kes, der in fortwährender innerer Auseinandersetzung mit deutschem Geist und Wesen das Tiefste und Beste in uns zu erfassen suchte und auch in Stunden großer völkischer Not den Glauben an uns bekannte. Zeugnis dieser Ihrer Freundschaft ist uns Ihr ganzes Lebenswerk, das mit einer kritischen Zeichnung preußischer Art in Ihrem Bühnen- drama »Ehre« begann, das in der Pflege der geistigen Beziehungen durch die von Ihnen gegründete und geleitete »Gesellschaft von 1916« die eindringlichste Bestätigung fand, und in der Zeit nach dem Kriege durch Ihre freimütige und aufrichtige Behandlung der Nationali täten- und Kriegsschuldprobleme immer wieder aufs neue erwiesen worden ist. Als einer Persönlichkeit, die von jeher im heißen Ringen um die Erkenntnis des Wahren und Guten gestanden hat, die in allem Wirken tief schürfte und ernst forschte, die stets mit aufrechtem Man nesmut und ohne Furcht sich für das als Recht Erkannte einsetzte und dabei in allem sich von der starken Liebe zum eigenen Volk und von der Achtung vor einer wahren Völkergemeinschaft bestimmen ließ, entbieten wir Ihnen, verehrter Herr Professor Larsen, nochmals zum siebzigsten Geburtstag unseren warmen Dank und Gruß!« — Schon im Mar v. I. überrannte ihn ein »Cyclist«, wie er uns damals bei der Vorbereitung seiner deutschen Vorträge schrieb, sodaß der linke Ober arm doppelt gebrochen war. Nicht'ganz drei Wochen später hatte seine Energie die Heilung soweit gefördert, daß er in der Universität zu Leipzig über sein bevorzugtes Thema »H. C. Andersens Leben« wie immer glänzend und erfolgreich sprechen konnte. Kurz vor der Vollendung seines 71. Lebensjahres hat ein ähnlicher Unfall seinem Leben ein Ende bereitet. W. M. Sch. Inhaltsverzeichnis. Artikel: Zur Wirtschaftslage. Von Prof. vr. Menz. S. 673. Warum Mk. 2.85-Dämmerung? Von Adalbert Droemer. S. 5. Kursus für Buchhandels-Lehrlinge in Reichenberg. S. 676. Wöchentliche Übersicht über geschäftliche Einrichtungen und Veränderungen. S. 677. Kleine Mitteilungen S. 079—680: Deutsche Buchhändler- Lehranstalt / Kunstausstellungen / Aus den Vereinigten Staaten / Bilanz Ernst Wasmuth, Berlin / Eine Bibliographie amerika nischer Mennonitenliteratur / Abstimmungsergebnis über Recht schreibreform. Verkehrsnachrichten S. 680: Keine Postüberweisungen ins Ausland. Personalnachrichten S. 680: Gestorben: vr. Reinhold Eich acker in- Gröbenzell: Prof. Karl Larsen. Berantw. Schriftleiter: i. B. EurtStreubel. — Verlast: DerBörsenveretn der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deulscheo BuchhäuülerhauS. Druck: E. Hedrtch Nachf. Sämtl. tu Leipzig. — Anschrift L. Schriftleitung u. Gxpedition: Leipzig, Gerichtswegs lBuchhändlerbausl. Postschliebsach274/7V. 680
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder