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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.11.1931
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1931-11-03
- Erscheinungsdatum
- 03.11.1931
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- Deutsch
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LSS, 3. November 1931. Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. Dtschu Buchhandel. Obwohl der »Tag des Buches« keinen pekuniären Vorteil gebracht hat, soll doch im nächsten Jahre der 100. Todestag Goethes als »Tag des Buches» nach Möglichkeit gefeiert werden, da dadurch die Bedeutung des deutschen Buches im Auslande auch in den Kreisen, die dem Buch ferner stehen, hervorgehoben wird. Wegen der Bezüge der deutschen Büchereien wurden von ver schiedenen Seiten Proteste eingelegt, die vom Vorstände weiter geleitet werden sollen. Dis bisherigen Vorstandsmitglieder wurden einstimmig wiedergewählt, ebenso die bisherigen Delegierten zu der Kan- tatehauptversammlung und zum Ausland-Ausschuß. — Als Ort der nächsten Hauptversammlung wurde Posen bestimmt. Die sehr anregende Versammlung, die durch das Vielsache Eingreifen des Herrn Diederich noch interessanter gestaltet wor den war, wurde nach vierstündiger Dauer mit Dank an die er schienenen Mitglieder und Gäste geschlossen. Die Organisation des deutschen Buchhandels. Vortrag, gehalten in der Arbeitsgemeinschaft des hannoverschen Buchhandels von Oscar Schmor l. (Schluß zu Nr. 2S0.> Wir sehen die Mißstände und Nöte jener Zeit aus dem bis her Gesagten; es handelte sich nun darum, das System oder sagen wir die Organisationsform zu suchen, die Gewähr für Besserung bot. Und da taucht aus der Not der Zeit eine Auf fassung auf, die einen Fingerzeig auch für unsere Nöte der Gegenwart wohl zu geben vermöchte. Ein Kollege aus Nörd- lingen namens Rohmer wies darauf hin, daß alle Reformen, die von der Spitze ausgehen würden, d. h. von der Leitung des Börsenvercius, wenig Aussicht auf Erfolg haben würden, daß vielmehr nur die von der breiten Basis, vom Zusammenschluß der einzelnen ausgehenden Reformen erfolgversprechend fein könnten. Die Neubelebung korporativen Geistes sei unbedingtes Erfordernis: Die Gliederung des Buchhandels in Orts- und Kreisvereine, die erst einmal im engeren Kreise die Kollegen zur Besprechung ihrer Nöte und Wünsche zusammenführten, die Vereinbarungen untereinander treffen könnten, und die als dann, wo allgemeinere Interessen in Betracht kämen, die Zen- tralgewalt damit angingen und in Bewegung fetzten. Das war der grundlegende Gedankengang, der nun dazu führte, den bestehenden Lokal-Vereinen neue anzugliedern, sie unter bestimmte gleichmäßige Grundgesetze zu stellen, sie schließ lich zu einer ganz Deutschland überziehenden Organisation aus zugestalten, die ihren eigenen Verbandsvorstand hatte, dem eine zusammenfassende Vertretung als Aufgabe gestellt wurde. Ich darf auch an dieser Stelle einmal eine Stimme jener Zeit, die uns hier beschäftigt, anführen: »Bis vor kurzem standen sich die Breslauer Kollegen vollständig fern; es herrschte Selbstherrllchkeit i» jeden! Haüfe; jeder einzelne tat, was er für gut hielt, und die Folge war eine meiner Ansicht nach ganz unnötige Schädigung der gegenseitigen Interessen. Es Ist unfern Bemühungen gelungen, in Breslau einen Verein zustande zu bringen, und ich konstatiere mit großer Befriedigung, daß es ln verhältnismäßig außerordentlich kurzer Zeit gelungen ist, die Ent fremdung unter den Kollegen vollständig zu beseitigen: an deren Stelle ist ein durchaus freundschaftlicher Verkehr getreten, der we sentlich günstige geschäftliche Resultate erzielt hat. Natürlicherweise können wir die Konkurrenz nicht aus der Welt schaffen; wir werden mit unser» Geschästsgenosscn immerhin divergierende Interessen haben; das liegt ln der Natur des Geschäfts; aber man kan» denn doch erkennen, daß über allen den sich kreuzenden und bekämpfenden Interessen eine gewisse Gemeinsamkeit höherer Anterefsen waltet, in denen man sich vereinigt, und von denen aus sich in der Tat recht Ersprießliches leisten läßt. Meine Herren! Auf Grund dieser Erfahrungen und tatsäch lichen Erfolge möchte ich allen den Herren Kollegen ln solchen Städten, wo Lokalvereine, und ln solchen Landesteilen, wo Provin zialvereine noch nicht existieren, auss allerwärmste ans Herz legen, die geeigneten Schritte zu tun, um in allen größeren Städte», ln allen Landesteilen derartige Vereinigungen herbeizuführen. Es 9S8 wird dabei an gewissen Friktionen nicht fehle», es wird ja not wendig sein, manche Entfremdungen, manche Schwierigkeiten zu überwinden; aber ich glaube der festen Zuversicht sein zu können, daß, wenn der ernste Wille vorhanden ist, es dann an einem Erfolg nicht fehlen wird. Dieser Ersolg ist die Vorbedingung dafür, daß cs in dem Geiamtorganismus des Buchhandels zu durchgreifenden Er folgen kommen kann.» Sie sehen, der Boden war bereitet, überall brachen die Ideen zur Besserung der unleidlich gewordenen Verhältnisse hervor und drängten danach, fruchtbringend gestaltet und ge eint zu werden. Da war es für den Buchhandel von ausschlag gebender Bedeutung, daß ein Führer sich fand wie Adolf Kröner, der Energie genug besaß, Widerstrebenden entgegenzutrcte», das Auseinanderstrebendc zu fassen und zu binden, und der Weitblick, Klarheit und Umsicht hatte, das ganze Reformwerk zu über schauen und aus einem großen Gesichtspunkte heraus zum Wohl des Ganzen zu gestalten. In sünftägiger Besprechung wird zu Kantate 1879 das neue Statut des Börsenvereins beraien und neu gebaut; werden die Obliegenheiten des Vorstandes geregelt, die Kreiseinteilung ge schaffen und diesen Kreisvereinen der Lebensatem eingehaucht durch die Bestimmung, daß jeder Buchhändler, der die Anerken nung sinden wolle, Mitglied eines Krcisvercins sein müsse. Mit dieser Mitgliedschaft zu einem lßreisverein erwarb er zugleich die Mitgliedschaft zum Börsenverein und damit das Anrechl an den buchhändlerischen Einrichtungen und an der Benutzung der buchhändlerischen Anstalten. Meine Damen und Herren, die Bekämpsung der Schleude rei, die Anlaß und Kardinalpunkt des Resormwerkes war, konnlc nur gelingen unter Mitwirkung des Sortiments und des Verlages; der Neuschaffung des Slatnls schloß sich alsbald eine Reihe von Verlegererklärungen an, die jede Verbindung mit Firmen, die die festen Ladenpreise nicht einhielten, ab- lehnlen und gegebenenfalls aufhoben. Gleichzeitig führte dieses Reforniwerk Verlag und Sortiment in einem großen Verein zu sammen, in dem nun die natürlichen Interessengegensätze zwar hart zusammenstießen, aber auch zu einer beiden Teilen gerecht werdenden Lösung, eben durch den Vereinscharatter, drängten und meist führten. Die behördlichen und Vertreter anderer Be rufe haben oft am Kantatefestmahl ihrer Verwunderung Aus druck gegeben, daß am Nachmittage, der die Parteien zum Fest mahl zusammenführte, eine Harmonie und ein kollegialer Geist an die Stelle leidenschaftlicher Kämpfe des Vormittags traten, die den Anschein hätten auflommen lassen, als sei die letzte Stunde des Börsenvereins gekommen. Es würde zu weit führen, wenn ich außer der flüchtigen Erwähnung der Stimmvertretung bei den Hauptversammlungen auf die Einzelheiten der Satzungen und Statuten eingehcn wollte. Ich darf nur noch erwähnen, daß an die Seite der Satzungen, die seit den, Abschluß der Reformbewegung, um ver änderten Zeiten Rechnung zu tragen, wiederholt abgeändcrt worden sind, eine Verkaufsordnung getreten ist, die die Beziehun gen des buchhändlerischen Verkäufers zum Käufer regelt, und eine Berkehrsordnung, die den geschäftlichen Verkehr der Buch händler untereinander zum Gegenstand hat, die also im wesent lichen bestehende Gebräuche festlegl und allgemeinverbindlich macht. Der Kern der ganzen Organisation, um das zufamnien- fassend noch einmal zu erwähnen, war bis vor drei Jahren: der Vorstand des Börsenvereins, die Kreis- und Ortsvereine mit ihrer Spitze: Vorstand des Verbandes der Kreis- und Orts- Vereine, und als wesentlichste Handhabe und Stütze der gesamten Organisation die Verleger-Erklärung, Schleuderern nicht zu liefern, an die sich, man kann wohl sagen, der ganze Verlag an- schloß. Kernpunkt der Aufgabe: Sicherung des festen Laden preises! Daß sich an diese Kardinalaufgabe des Börsenvereins nun noch eine Anzahl vereinsmäßiger Arbeiten, Anstalten und Aufgaben anschließt, ist Ihnen wohl ohne weiteres einleuch tend und findet seinen satzungsgemäßen Ausdruck in den Be stimmungen über die einzelnen Ausschüsse, die zu diesen Ver einszwecken eingesetzt sind. Da ist zunächst einmal der wichtigste Ausschuß: der Vcreinsrechtsansfchuß, der die Aufgabe hat, den
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