Le/eproöe aus Despee, ^u/Hee Gelbe Streifen und Strahlen schießen in giftigem schnell wechselnden Schein über die Erde. Alle Farben flammen am Himmel auf: ein tiefes Schwarz, ein giftiges Grün, ein blutig Not; aber alle werden übertönt und übersponnen von einem fahlen Schwefel gelb, das jetzt die Sonne verhüllt und den ganzen Himmel in ein strudelndes, herniederbrechendes Chaos wandelt. Denn noch, indessen es so in der Löhe tobt und Schlachten liefert — Blitze sausen wie goldene Speere zwischen den Wolken —, liegt das Land unheimlich still mit angehaltenem Atem. Kein Lufthauch kräuselt den hohen Staub. Kein Blatt bewegt sich. Die Vögel huschen ängstlich tief am Boden in ihre Verstecke. Das Vieh auf den Feldern blickt angstvoll auf und brüllt. Ein Glöck chen hinter dem Wald wimmert Erbarmen. And jetzt, — siehe! — fährt es drüben den Lüge! hinauf. Ein rascher Windstoß faßt in das wogende Korn und dreht es zusammen. Ein junges Bäumchen biegt sich bis gegen den Boden. And eine Wolke von Staub steigt plötzlich von der Straße himmelauf, stürzt gegen dich heran und wirft sich über dich, daß du gegen die Erde gekrümmt stehst. Einzelne Wasser- Augenblick fegt es wie eine graue himmelhohe, von Blitzen durchzuckte Wand herein, Regen und Eis, Staub und zerfetztes Laub und abgerissene Früchte, ohrenbetäubend, sinnverwirrend und mit brüllenden nahen Donnerschlägen, als stürze der Himmel über dir zusammen. Preis gebunden NM. 1.60. In unvergleichlich tiefem dichterischen Sehen und Schauen läßt Will Vesper den jungen Luther vor uns erstehen. Man spürt es dem Dichter ab, wie Gestalt und Größe des werdenden Reformators ihn angezogen haben, bis diese legendarische Erzählung übers Historische hinaus das Wesenhafte formvollen det gestaltet hatte. Die Wurzeln jener Kräfte sind in mächtigen Einzelbildern bloßgelegt, aus denen der gewaltige Mann erwuchs. And dabei lebt so viel deutsche Gläubigkeit, Innigkeit, einfache Gottesfreude, so viel beseligender kerniger Menschheitsglaube in dem Buch, daß es immer wieder Weihestuyden der Seele und des Geistes zu schenken vermag. Mit Recht spricht Alfred Biese von einer Prosadichtung von wundersamer Zartheit und Kraft zugleich.