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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.03.1864
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1864-03-07
- Erscheinungsdatum
- 07.03.1864
- Sprache
- Deutsch
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- Zeitungen
- Saxonica
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498 Börsenblatt für den deutschen Buchhandel. ^7 29, 7. März. Miscellen. Alle für die bevorstehende Leipziger Ostermesse be stimmten Meßgelder und Zahlungslisten müssen späte stens am 11. April in denHänden derCommisstonäce sein, wenn sie in der nöthigen Ordnung, woran jeder Handlung nothwendig gelegen sein muß, expedirt werden sollen. Der technische Gang des Meßgeschäfts erfordert dies aufs dr inge ndste. Der Com- missionar kann nämlich nicht jede Liste dem einzelnen Verle ger zur Quittung einzeln vorlegen, sondern ehe die Abrechnung und Auszahlung vorgenommen wird, sind sie sämmtlich — man cher Commissionär hat deren 70 und mehr zu besorgen —> erst systematisch durch die B ör sen-Aah lung s z ettel, welche wiederum mit denListen verglichen werden müssen u. s. w., zu ver einigen. Damit nun diese zeitraubende Vereinigung möglich sei, muß eine jedeHandlung dafür sorgen, daß am bemerkten Termine die Gelder und die Liste, welche doppelt zu senden ist, wenn der Committent ein quittirtes Exemplar retour wünscht, hier eintrcffcn. Gelangt dieListc erst in dieHändedes Commisstonärs, nachdem die Abrechnung auf der Börse bereits begonnen hat, so muß nothwendig deren Erledigung bis zu dem letzten Börsentage, Mittwoch vor Pfingsten, den 11. Mai, verschoben werden und auf die Meßcirculation verzichten, ein Umstand, der bekannt lich die größten Störungen im Geschäftsverkehr zur Folge haben und die ungünstigsten Ansichten über die Säumigen entwickeln kann. (Schulz' Adreßbuch 1864.) Mit Entsetzen wird jeder solide Verleger, von Alters her an 33(HU Rabatt und buchhändlerische Grundsätze gewöhnt, den K ei l-Hallb er ger'schen Streit in diesem Blatte gelesen ha ben. Während die Sortimentshändler Vereine gegen Schleude re! bilden undJedenin denBann thun wollen, der mehr als übli chen Rabatt gibt, müssen wir es erleben, daß der Verleger dem Sortimenter von 200 Thlr. Ladenpreis volle 130 Thlr. erläßt und trotzdem seine Rechnung finden will! Ein Staunen und ein Grauen überkömmt den Laien. Wie ist das nur möglich? fragt er sich und legt das Blatt kopfschüttelnd bei Seite- — „Der arme Hallberger, er wird an seiner Ueberzeugung zu Grunde ge hen, noch dazu, da er baar bezogene Hefte zurücknimmt, mächtige Vertriebsmittel gratis hergibt und mehr dergleichen." Weit ge fehlt! Hr. Hallberger hat trotz dem und alledem die Rechnung mit dem Wirth gemacht! Seine Auseinandersetzungen in Nr. 20 d. Bl. verdienen wegen ihrer Klarheit und Gediegenheit die größte Anerkennung. Schreiber dieses hat die „Erwiderung" zweimal aufmerksam und mit dem größten Interesse durchgclesen und fühlt sich gemüßigt, den jungen Stamm des modernen deut schen Buchhandels ganz besonders darauf aufmerksam zu machen. Er möge sich's ausrechnen, wie es der intelligente Stuttgarter Verleger möglich macht, ungeachtet des wohlfeilen Preises den noch einen namhaften Ertrag zu erzielen. Hr. Hallberger be treibt seine großen Unternehmungen rein kaufmännisch und würde, wollte er nach altem Zopf gehen, das Geschäft gar nicht macken können. Man ersieht aus seiner Darstellung, wie er alle Fälle ins Auge gefaßt hat, wie geschickt er manipulirt, insbeson dere coulant ist, ohne sich selbst deshalb zu schaden. Den Schlüs sel zu modernen großartigen Unternehmungen hatHr. Hallberger zum allgemeinen Besten gegeben, dem einigermaßen begabten, denkenden Buchhändler kann es nicht schwer werden, ihn zu fin den. Vielleicht ist das dem Vers, dieses Artikels gelungen, wenn er folgende Behauptungen aufstellt: Bei einem beabsichtigten neuen Unternehmen, wo auf Massenabsatz im Publicum gerech net wird, sind zuerst die Herstellungskosten ins Auge zu fassen und ist die Frage zu ventiliren: wieviel Exemplare decken die Kosten und von welcher Zahl ab verkauft sich nur bedrucktes Papier? Darin steckt das ganze Geheimniß. Gebraucht der Verleger den Absatz von 50,000 Exemplaren, um die Kosten zu decken, so können ihn die weiteren 100,000, welche er absetzt, doch noch zum reichen Manne machen, jedoch muß er außerordentlich gutBuch sübren und eine einmal sorgfältig aus gearbeitete und durchdachte Calculation streng consequent durch führen. Eine solche ist die Hallberger'sche, das muß ihm der Neid lassen, und darum wollen wir ihm auch guten Erfolg wünschen. — o. Zur B eri ch tigung. — Zweimal wurde im Börsenblatte von einer ersten Ausgabe der Flöhe-Abhandlung gesprochen, welche 1635 erschienen sein soll. Prof. Düntzer oder wer sonst wird eine solche nicht kennen. DieOriginalausgabe erschien 1684 mit dem Titel: Opirii joeosorii äisssrtstio juriäies äo so gaoä justuin «st eievs Spiritus lsmiliseos ksmiusrum lwv «st pulioos. l.i- borovsäi sä insißns ülsrtialis. Wirklicher Druckort: Amsterdam, wirklicher Verfasser: O. P. Zaunschliffer. E. Weller. Personalnachrichten. Berlin, 28. Febr. Unter den bisjctzt bekannt gewordenen Opfern des gegenwärtigen Krieges erregt hier in Berlin ganz besondere Theilnahme der Tod des am 18. d. M. zu Eckernsörde verstorbenen Seconde-Lieutenants Hammer. Friedrich Wil helm Hammer war von Beruf Buch- und Kunsthändler und bekleidete seit dem Sommer 1852 die erste Gehilfenstelle in der hiesigen E. H. Schroeder'schen Buchhandlung. Als Landwehr- Officicr wurde er Anfangs December v. I. einberusen und dem 7. brandenburgischen Infanterie-Regiment Nr. 60 als Seconde- Lieutenant zugewiesen. In dieser Eigenschaft nahm er am 2. d. M. an dem Gefechte vor Missunde Theil und hatte das Unglück, von einer feindlichen Kugel durchbohrt zu werden. Der schwer Verwundete fand zu Eckernförde erst im königl. Feldlazarcth, spä ter in der Familie des Apothekers Strcckenbach die allersorgfäl- tigstc und liebevollste Pflege. Sein Zustand schien Anfangs nicht ohne Hoffnung zu sein, doch trat mit dem Wundsieber bald eine wesentliche Verschlimmerung ein, bis endlich nach 16 schweren Schmerzenstagen ein sanfter Tod seinem Leben (im nicht vollen deten 31. Jahre) ein Ziel setzte. Zn den letzten Tagen hatte ec noch die Freude, seine einzige, von Berlin herbeigeeilte Schwester als treue unermüdliche Pflegerin um sich zu sehen. Am Sonn tag den 21. d. Nachmittags fand seine Beerdigung unter den üb lichen militärischen Ehrenbezeigungen und der aufrichtigsten Theil nahme der Eckernförder Bürgerschaft statt. Ein unendlich langer Trauerzug, wie ihn Eckernförde noch nicht gesehen, bewegte sich unter gedämpftem Trommelschall durch die mit Trauerfahnen ge schmückten Straßen nach dem Friedhofe, an dessen Pforte rechts eine große preußische, links eine schleswig-holsteinische Fahne weh ten. An der Gruft ward die Leiche mit einem Choral von dem Eckernförder Gesangverein empfangen, der Pastor,Schmidt sprach wenige warme Worte (die Hauptrede hatte er imTrauerhausc ge- halten)und nachden üblichen drei Gewehrsalven schloß die Trauer feier mit der Klopstock'schen Ode: „Wie sie so sanft ruhn alle die Seligen". Hammer war ein höchst achtungswerther Charakter und wird von Allen, die den bescheidenen, fleißigen, ernst strebsa men Mann aus dem Gcschäftsleben kannten, aufrichtig betrauert. Zur Begründung einer selbständigen geschäftlichen Stellung hatte er seit 1862 die Herausgabe eines Kupferwerkes über die gegen wärtige Uniformirung des preußischen Heeres unternommen; außerdem gab er im vorigen Sommer ein sehr beifällig aufgenom menes Panorama von Berlin heraus. (Volks-Zeitung.)
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