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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.09.1875
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1875-09-01
- Erscheinungsdatum
- 01.09.1875
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- Deutsch
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portageromane sind in dieser Richtung nicht weniger banal, als die meisten andern Romane auch; seiner, daß es wenige Schwierig keiten machen würde, jeder üppigen und lasciven Scene in den Sen sationsromanen eine ähnliche oder stärkere aus deutschen oder sremden Schriftstellern gegenüber zu stellen, deren Classicität unbestritten ist und denen entsittlichende Wirkungen vorzuwersen höchstens den berüchtigten Seminar-Vorschriften gestattet war, welche auch die Lectüre Lessing'scher Werke verboten. Nicht vom sittlichen Standpunkte sind die Colportageromane im Allgemeinen zu verwerfen, nur in ästhetischer Beziehung können sie den Forderungen nicht entsprechen, welche ein gebildeter Mann oder gar ein berufener Kritiker stellt. Entsprächen sie diesen Forderungen, so würden sie dem Publicum nicht gefallen, für welches sie bestimmt sind. Aus eigener Erfahrung pflichte ich der Behauptung der Hrn. Burmester L Stempel! bei, daß diese Romane für die Mehr zahl die Eingangstuse sind zum Verständnisse und Genüsse besserer Erzeugnisse, und halte es für wünschenswerth, daß dieses Literatur genre gepflegt werde auch im Interesse derjenigen Buchhändler, welche dieColportage ausVorurtheil oder Bequemlichkeit verdammen. Hinsichtlich des Preises und der Ausstattung sei gesagt, daß die maßgebenden Verhältnisse nicht billiger oder besser zu liefern ge statten. Jeder Buchhändler weiß, daß Bücherpreise stets nurrelativ hoch oder niedrig sind; daß die Redaction der „Gegenwart" den Preis der „Gartenlaube" zu einem Vergleiche heranzieht, ist — Redactionsweisheit. Die Concurrenz unter den Colportageverlegern ist so groß, so lebendig und gewandt, daß es sicher nicht von jedem versäumt worden wäre, durch billigere Preise ein Uebergewicht über die Mitstrebenden zu erwerben, wenn sich nicht die billigeren Preise aus allen geschäftlichen Rücksichten verböten. Mit den Prämien wird hier und da Humbug getrieben; man lasse den Humbug gewähren, er ist ewig, aber jedes seiner Kinder tödtet sich selbst, früher oder später. Daß es auch absolut verwerfliche Colportageromane gibt, will ich nicht in Abrede stellen; ich habe das schon oben dadurch ausdrücken wollen, daß ich die Worte „im Allgemeinen" unterstrichen habe; nun es gibt genug verwerfliche Bücher, die nicht Colportageromane sind: wollen Wirdeswegen die ganzeBücherproduction verdammen? Berlin, 24. August 1875. Reinhard Trenkel (Trenkel L Engelmann). Im Reichspostgebiete sind nämlich befördert worden: a) Packete ohne Werthangabe: 33,061,337 Stück im Gewicht von 2,416,763 Ctr. 36,589,147 „ „ „ „ 2,909,704 „ 41,971,232 „ „ „ „ 3,419,346 „ b) Packete mit Werthangabe: 3,033,094 Stück im Gewicht von 114,427 Ctr. 3,376,141 „ „ „ „ 294,138 „ 3,353,962 „ „ „ „ 280,665 „ der Gesammtzahl der beförderten gebühren- und portopflichtigen Packete mit und ohne Werthangabe waren Packete im Gewichte 1872 1873 1874 Psd. — 17,g Proc.— 16,^ Proc. 1872: 1873: 1874: 1872: 1873: 1874: Von bis Die Aufnahme der Concurrenz mit der Post seitens der Eisen bahnen hinsichtlich der Packetdeförderung.*) Seitdem die Deutsche Reichspost eine sehr ermäßigte Packet- besörderungstaxe eingeführt hat, steigt, wie die fast in jeden: Eisen bahnzuge lausenden Postbeiwagen beweisen, der Post-Packetverkehr von Tag zu Tag, wogegen der Eisenbahnverkehr, namentlich in Betreff der Eilgüter- und Frachtstückgüter-Sendungen ganz erheb liche Rückschritte macht. Wenn auch nicht zu verkennen, daß der seit dem allgemeinen Krach eingetretene geringere Waarenverbrauch nicht ohne vor- theilhaften Einfluß auf die Postpacket-Beförderung gewesen ist, indem der Kleinverkehr an die Stelle des Großverkehrs getreten, so darf doch nicht übersehen werden, daß gerade der billige Minimal satz der Postpackettaxe die Bildung von 5 K. schweren Palleten ungemein begünstigt, auf die Eisenbahn-Transporte aber nachtheilig gewirkt hat. Welchen Aufschwung die Packetdeförderung der Post in den letzten 3 Jahren gewonnen, geht aus den nachstehenden, der Poststatistik entnommenen Zusammenstellungen klar und deutlich hervor. ,, 20 30 „ 4,5 „ 4,z 3,» „ ,, 30 40 „ 1,5 „ l,^ 1,2 „ „ 40 100 „ 1,5 „ 1,z - 1 ,, Von den gesammten Packeten mit und ohne Werth angabe sind befördert: 1872 1873 1874 1. im eigenen Orts- oder Landbestellbezirke der Aufgabe-Postanstalt 0,257 Proc. 0,S5S Proc. 0,572 Proc. 2. bis zu 10 Meilen 56,77» „ 31,147 „ 48,»7g „ 3. über 10—20 Meilen 20,975 ,, 22,272 „ "^,082 ,, 4. ,, 20 50 „ 16,577 „ 1 3,565 ,, 20,277 ,, 5. „ 50 100 „ 5,2g2 „ 6,25t ,, 6,257 „ 6. „ 100-150 „ 0,5«5 „ 1 7. „ darüber 0,^5 „ j 0,42» ,, 0,552 „ ,, 0,207 ,, *) Abgedruckt Verwaltungen". aus der „Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahn- 1 1—2 2— 3 3— 4 4— 5 5— 6 6— 7 7— 8 8— 9 9 — 10 10—15 15—20 13.. — 3 ",s b,o 7 3, » 4, s 3,g ,5 - 10,, - 5„ 13,z — 10 8.7 - 7,5 - 4 - 3,e 3,5 3.7 -10,7 - 5,. ,4 77,g Proc. - 16., Das aus der Packetdeförderung aufgekommene Porto beziffert sich pro 1872 1873 1874 auf 5,267,499 Thlr. 6,165,817 Thlr. 6,712,758 Thlr. Die Statistik des Deutschen Eisenbahn-Vereins ist leider pro 1873 und 1874 noch nicht fertig und kann deshalb keine genügende Parallele dem Postverkehr gegenüber gezogen werden. Die eingesehenen Jahresberichte einzelner Bahnen ergeben indeß eine erhebliche Abnahme des Eilgut- und Frachtstückgut- Verkehrs und dürfte diese Abnahme nicht allein auf die allgemeine Verkehrsflaue, sondern, und wohl nicht zum kleinsten Theil, auch aus die von der Post bereitete Concurrenz zurückzusühren sein, welche letztere noch dadurch leichteres Spiel erhielt, daß nach dem neuen, seit dem 1. Juli v. I. in Kraft befindlichen Betriebs- Reglement eine Erhöhung der Minimaltaxgewichte — der Kilo gramm-Berechnung wegen — von 25 auf 30 K. eingetreten ist und außerdem vom 1. August v. I. von den meisten Eisenbahnen ein Frachtzuschlag von 20 Procent eingeführt wurde. Die Concurrenz-Bestrebungen der Post werden aber auch noch insofern wesentlich unterstützt, als derselben in Bezug auf die Be förderung keinerlei Beschränkungen auferlegt sind und sie außerdem vermöge ihrer einheitlichen Leitung viel sicherer und schneller wie 416*
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