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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.02.1890
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1890-02-01
- Erscheinungsdatum
- 01.02.1890
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- Deutsch
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Der Ruprecht'sche Vorschlag hat in Nr. 20 des Börsenblattes eine Beleuchtung erfahren, von der die meisten Provinzial-Ver- leger werden sagen müssen, daß deren Lichtquelle nicht aus wirklichen Thatsachen, sondern aus der Voreingenommenheit des Vcrsaffers entsprungen ist. Große Umsätze, wie sie einige Geschäfte der Centralplätze ausweisen, üben auf de» Verleger offenbar einen gewissen Reiz aus, oer leicht die Gründe verkennen läßt, welche die Ursache der Anhäufung dieser von einzelnen Firmen ausgehen den Bestellungen sind. Diesem Eindrücke scheint der Verfasser der -vixi« Unterzeichnete» Ein sendung sich hingegeben zu haben, ohne die Vor teile der gegenwärtigen Organisation des Buch handels, insbesondere für den Verleger, in ernstliche Erwägung zu nehmen. Er stellt sich in völliger Teilnahmlosigkeit vor die Frage, ob das Pro- Vinzial-Sortiment fallen oder erhalten bleiben soll, und wird auch nicht irre gemacht durch seine eigene rechnerische Feststellung, wonach er fünf Sechstel seiner Abnehmer zu Gunsten eines Sechstels (der Sortimenter in den Centralplätzen) in kühler Ruhe Preisgiebt. Bei der Beurteilung der Sortimeutsthätigkeit in den Centralplätzen wird man nicht das gleiche Maß an die ganzen Gruppen legen dürfen. Nach unseren Wahrnehmungen lausen die Bestellungen der großen Firmen der Centralplätze keineswegs aus die Mitteilung des bevorstehenden Erscheinens von Neuigkeiten, sondern erst dann ein, wenn, durch Beurteilungen der Presse und durch In serate veranlaßt, die Nachfrage des Publikums sich einstellt. Es scheint uns daher in hohem Maße unbegründet, diesen Firmen die Anerkennung zu zollen, daß sie für die Verbreitung »euerer Literatur eintrelen, soweit sie nicht von vorn herein des Begehrs der Kunden sicher sind. Ihr großer Abnehmerkreis ist durch ganz andere Mittel erworben, als durch den Neuigkeitenvertrieb, Mittel, welche der bei weitem größte Teil des Buchhandels (Verlag wie Sortiment) als ver werflich betrachtet. , Anders bei einer großen Zahl weniger um fangreicher Sortimente namentlich Berlins, deren auf Neuigkcitenvertrieb gerichtetes Bestreben offenbar nicht zu verkennen ist. Wie oft mögen aber die Früchte dieser Thätigkeit anderen zu teil geworden sein, die um einige Pfennige billiger zu liefern im anerkannten Rufe stehen! — Wunderbar genug ist es, daß die große Mehrzahl der Berliner Sortimenter die Gefahr der großen Firmen ihres Platzes für ihre eigenen Bestrebungen nicht erkennen will, vielmehr gemein same Sache mit denselben macht und sich dem Provinzialbuchhandel und dessen Bestrebungen gegenüberstcllt, leider auch namentlich durch ihre Beschlüsse den Platz Leipzig in dieselbe Richtung gedrängt hat. Der Provinzialbuchhandcl, und zwar ins besondere auch der Verlag, kann diese Sonder bündelei nicht ohne Bedenken betrachten, welche auf eine Mehrung und Kräftigung der Groß- fortimente hinausläuft, deren Bedeutung und Macht bald so anwachse» könnte, daß der Ver leger in die Hände dieser Geschäfte in dem Maße, in welchem der Rückgang des Provinzialsortiments sich etwa vollzieht, gegeben sein würde. Dieser Gefahr gegenüber liegt dem Ru- Prechtschen Vorschläge allerdings ein gesunder Ge danke zu Grunde, der wohl zu erwägen und mindestens nicht a limins abzuweisen ist, Mögen die Orts- und Kreisvereine den Gegenstand auf ihre Tagesordnungen setzen' und gründlich er örtern, ob durch, den Druck (der von Herrn Ru precht vorgcschlagenen Maßregel, oder etwa auf einem andern Wege, die Interessen des Pro- vinzialbuchhanoels.,sich , wieder mit denen der Centralplätze vereinigen lassen. * - > Sprechsaal, -r- Ein Weg zur Erhaltung des Provinzial- sortilliciits. (Vgl. Börsenblatt Nr. 6. 11.) Nachdem die Redaktion des Börsenblattes aus begreiflichen Gründen eine Besprechung mei nes zuerst als Broschüre erschienenen Aussatzes ab gelehnt, sich aber zum Abdruck ohne mein Ver langen bereit erklärt hatte, hoffte ich auf eine darauf folgende sachgemäße Erörterung der Frage. Eine solche hat Herr N. V. in Nr. 11 nicht geleistet. (? Red.) Er kämpft mit Worten (»Schutzzoll, Steuerbehörde, Gewaltmaßregel, Kriegszug- u. s. w.), welche gewaltig klingen, aber mir Gesinnungen und Pläne unterlegen, welche kein »einsichtiger ruhiger Geschäftsmann»aus meinen Vorschlägen herauslesen kann. Die Ver leger sollen nicht -von oben herab aus Gründen des Bolkswohls, als eine Art Steuerbehörde Schutzzölle und Tarife festsetzen», sondern sich im eigenen und öffentlichen Interesse bemühen, nach Möglichkeit zur Plage gewordene Vor rechte bestimmter Plätze z beseitigen. Selbst der eingefleischteste Manschestermann, der Herr R. V. gewiß nicht ist, kann das doch nicht Errichtung von Schutzzöllen nennen. Das Miß verständnis erklärt sich wohl daraus, daß die Gewohnheit, mit den hergebrachten Verhält nissen zu rechnen, diese Verhältnisse als die einzig berechtigten anzusehen verleitet. Was die Frage der Durchführbarkeit betrifft, so kann man ja zweifelhaft sein: beweisen läßt sich in solchen Dingen nichts. Daß bereits einige Verleger mit verkürztem Rabatt nach Leipzig und Berlin liefern, beweist auch noch nichts, da es darauf ankommt, eine größere Zahl nicht zu einem -Kriegszuge-, sondern zu fried licher Wahrung ihrer Interessen zu vereinigen. Für die Mehrzahl der Verleger ist die Gefahr gar nicht so groß, wie Herr R. V. glauben machen will. Trotz alledem hat Herr R. V. mit seiner Kritik ganz gewiß recht, wenn die gegenwärtigen Zustände wirklich so günstig sind, daß »gar keine- Vorschläge zur Verbesserung der Lage gemacht zu werden brauchen, daß solche nur Mißtrauen und Verwirrung anzustiften geeig net sind. Göttingen. W. Ruprecht. Schlechte Einbände. Nach Beendigung des Weihnachtsgeschäfts drängt cs mich, eine in letzter Zeit leider er schreckend zunehmende leichtsinnige Einbinderci zur Sprache zu bringen. Acußcrlich eine mehr oder weniger stilvolle Dcflc in möglichen und ganz unmöglichen Far ben, innerlich verschmutzte, zerrissene, eingcfalztc, verschnittene, verklebte, verbundene ec. Bogen, schlechte Drahthestung, so daß beim Durch- blättcrn eines Buches die einzelnen Lagen aus- cinunderfallcn resp. einen Einblick in die Rücken gaze gestatten, das ist eine leider immer mehr verkommende Erscheinung! Welche Menge von Verlusten, Aergernissen, Schreibereien und un nützen Spesen könnte vermieden werden, wenn die Herren Buchbinder aufmerksamer heften würden, wenn die Herren Verleger event. einige Pfennige mehr für sorgfältigeres Binden zahlen würden, und wenn vor allen Dingen kein gebundenes Buch auf Auslieferungs lager gclegtwürde, welches nicht vorher aus seine innere und äußere Tadel losigkeit nachgeschcn worden wäre. — Ich kann den Herren Verlegern aus Erfahrung die Versicherung geben, daß schon mancher Bücherfreund und gute Käufer feinen Bedarf eingeschränkt hat, abgeschrcckt durch das leicht sinnige Verhesten und durch das Vorkommen der vielen Defekte! — Als Beispiel von wirklich wunderbar konsequent vorkommenden Defekten, trotz gewiß der Unmasse von Reklamationen, die Verleger und Barsortimenter erhielten, führe ich Büchmanns Geflügelte Worte an, diesenHaupt- Sortimcnter-Brot-Arlikcl! Unter 10 Exemplaren sind gewiß 8, in welchen beschmutzte und zer setzte Blätter Vorkommen. Möge cs hiermit und im allgemeinen besser werden zu gewiß allscitigcm Vorteil! Düsseldorf, Januar 1890. E. Blasius. Antwort. Zum Glück bin ich in der Lage, die An griffe des Herrn Blasius auf die buchbinderische Ausführung von Büchmanns Geflügelten Worten in ihrer ganzen Grundlosigkeit zahlenmäßig zu erweisen. Die fünfzehnte Auflage des Werkes wurde in über siebentausend gebundenen Exemplaren verbreitet. Hiervon kamen mir als defekt, un sauber, oder mit sonstigen Mängeln behaftet zurück: im ganzen dreiunddreißig Exemplare. Ich überlasse es dem geneigten Leser, zu ent scheide», ob dieses Verhältnis gegen die aus führenden Firmen (H. Sperling-Herzog für die Lcinwandbändc; M. Baumbach L Comp, für die Halbfranzbände) oder zu Gunsten derselben spricht. Wenn nun Herr Blasius von diesen dreiunddreißig schlechten Exemplaren gerade acht bekommen hat, jo ist dies ja eine tieftraurige Thatsache. Ich kann aber nicht recht daran glauben, umsoweniger, als Herr Blasius bisher »och nie direkt bei mir reklamierte! Von der jetzt im Handel befindlichen sech zehnten Auflage sind seit Frühjahr 1889 über viertausend gebundene Exemplare unterwegs und hiervon kamen mir bis jetzt drei, sage und schreibe drei ganze Exemplare, als beanstandet zurück. Ich nehme an, daß die obengenannten rühmlichst bekannten Leipziger Buchbinderfirmen Herrn BlasiuS für die unfreiwillig gemachte Re klame eine Dankadresse stiften werden. Andere Einbände, als die von ihnen ausgeführten, giebt es nicht, da ich das Buch nur gebunden ausgebe. Berlin. Haude- L Spener'schc Buchhandlung (F. Weidling). Reiiiittcnden-Fakturen sind bisher spärlich eingegangen, obwohl die Meßarbeiten demnächst begonnen werden müssen. Es ist demnach vorauszusehen, daß in diesem Jahr noch bei weitem mehr Fakturen post testum anlangen, als in anderen Jahren. Die Schuld an den daraus entspringenden Differenzen trifft lediglich die Saumseligkeit der betreffenden Ver leger: die vermehrten Kosten und Arbeiten muß freilich wieder der Sortimenter tragen. 6. dl. Anfrage. Ist ein Musikvcrleger berechtigt, ein Kla vierstück, das ohne Angabe, ob zu 2 oder zu 4 Händen, verlangt wird und das er in beiden Ausgaben verlegt hat, vierhändig zu liefern und Umtausch und Zurücknahme aus dem Grunde zu verweigern, weil die Originalausgabe zu 4 Händen erschienen sei? Einsender hält cs für allgemein üblich, Klavierstücke, die in verschiedenen Ausgaben erschienen sind, zweihändig zu liefern, soweit so erschienen, im Falle sic ohne nähere Angabe verlangt werden; er glaubt, der Sortimenter sei nicht verpflichtet, auch nicht immer in der Lage, erst fcstzustellen, ob die Originalausgabe etwa anders erschienen sei, und bittet um sach verständige Gutachten.
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