Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.02.1924
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1924-02-29
- Erscheinungsdatum
- 29.02.1924
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19240229
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192402291
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19240229
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1924
- Monat1924-02
- Tag1924-02-29
- Monat1924-02
- Jahr1924
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
und daß hier geschickte Akquisition gute Absatzquellen erschließt, steht für mich außer Frage. Inwieweit bei solchem Reisevertrieb Ratenzahlungen angebracht sind, ist eine Frage, die besonderer Prüfung wert ist. Der Verlag wird ein Ziel von 1 bis 2 Monaten nicht überschreiten können, der minderbemittelte Buchkäufer wird aber bei großen Objekten auf 6- bis ILmonatliche Teilzahlungen Wert legen. Hier kann vorläufig nur der Akzeptverkehr vom Sor timent zum Verlag die fehlende Buchhändlerbank ersetzen. Wie weit der Prospektversand wirksam sein kann, ist eine besondere Frage. Der Verlag sollte viel mehr, als es bisher der Fall sein konnte, die Versendung von Werbematerial an das Sortiment wieder aufnehmen. Der Sortimenter müßte von solchen Bücherverzeichnissen weitgehenden Gebrauch machen. Immer und überall werden Geschenke gebraucht. Schulen, Fabriken, Behörden sind Abnehmer für Bücher, die sich als Prämien oder Geschenke eignen. Es ist eine unabwendbare Pflicht des Verlages und des Sortimentes, die interessierten Stellen immer aufs neue darauf hinzuweisen, daß das Buch eines der wertvollsten Geschenke ist. Eine aufrichtige Besprechung in Orts- und Kreisvereinen und die Arbeitsteilung in die verschiedenen Aufgabengebiete könnte solche propagandistische Werbearbeit wesentlich vereinfachen. Der inter essierte Verlag wird immer bereit sein, neben dem notwendigen Prospektmaterial auch die entsprechenden Werbebriefe möglichst auf dem Briefbogen der betreffenden Sortimentsbuchhandlung kosten los zu liefern. Durch Einrichtung von Sparkonten (Buchmarkkonten) sollte der werbetüchlige Verleger seinen Umsatz auch in der stillen Zeit beleben. Mehr und mehr entschließen sich die Verleger zu Preis ausschreiben und unterstützen den regsamen Gehilfen durch kleine Geschenke, die die Freundschaft elchalten. Daß solche Preis ausschreiben noch größeren Umfang annehmen müssen, weil sie von weittragender Bedeutung sind, liegt auf der Hand. Ebenso klar scheint es mir, daß der findige Sortimenter sehr häufig in der Lage ist, den ihm nahestehenden Verlag auf Themen aufmerksam zu machen, die noch unbearbeitet sind. Ich muß auf früher Gesagtes zurückgreifen: Noch eine wesent liche Aufgabe bleibt Sortiment und Verlag gemeinsam Vor behalten, nämlich: die allgemeine Buchwerbung. Es gilt eine allgemeine Lese-Reklame, auf die ich immer und immer wieder Hinweisen möchte. Die Firma Kreß L Wolters in Offen bach a. M. formuliert die Notwendigkeit in folgenden knappen Sätzen, denen ich zu der verdienten Beachtung verhelfen möchte. Die Firma schreibt: 1. Der Gesamtbuchhandel muß durch Einwirkung auf maßgebende Körperschaften, Presse und Personen (Behörden, kulturelle Vereine, Parlamentarier usw.) die sich heute zeigende einseitige Sparmaßnahme am Buche als kulturfeindlich und verbrecherisch am Volke auf das schärfste bekämpfen. 2. Der Gesamtbuchhandel läßt durch Wanderredner von Rang möglichst in allen Städten bei freiem Eintritt litera rische Themen behandeln, bei welchen in diskreter, aber ein drucksvoller Weise auf den Wert des guten Buches hinge wiesen wird. 3. Der Gesamtbuchhandel erläßt ein Preisausschreiben für ein künstlerisches Plakat, das in Bild und Text die Notwendigkeit für jeden Deutschen erkennen läßt, nicht geistig und seelisch zu verflachen, und zum Buche hin weist. Dieses Plakat hängt jeder Sortimenter und jeder Verleger zu gleicher Zeit eine Zeitlang in seinen sämtlichen Schaufenstern bzw. Geschäftsräumen, die dem Kundenver kehr dienen, auf. 4. Das Sortiment ermöglicht und erleichtert den Bücherkauf durch Propagierung der Buchmark. Die Kosten von Punkt 2 und 3 trägt der Gesamtbuchhandel gemeinschaftlich, wodurch sie für jeden ertragbar sein dürften. Inwieweit das Kino der Buchwerbung dienlich gemacht wer den kann, ist eine Frage, die noch zu lösen wäre. Mit dem reinen Reklame- und Trickfilm wird dem Absatz des Buches nicht viel gedient sein, wohl aber dürfte die Möglichkeit bestehen, einen an sich interessanten Film zu schreiben, der in seiner ganzen Tendenz auf die Wichtigkeit des Buches hinweist. Ich habe ln diesem ersten Aufsatz über Werbemaßnahmen des Verlages absichtlich nur solchen Anregungen Raum gegeben, die ohne weiteres und mindestens ohne große Kosten zu verwirklichen sind. Ich habe meinen kühneren Werbeideen, z. B. dem Gedanken einer allgemeinen Deutschen Buchwoche, Zügel angelegt, denn ich bin mir ganz klar darüber, daß auch die Buchwerbung etwas ist, das organisch wachsen muß. Sind erst die hier niedergelegten Anregungen Wirklichkeit geworden, und mir scheint, daß sie in einem Jahre restlos verwirklicht werden könnten, so wird es eine dankbare Aufgabe sein, neue Ziele zu umreißen. An alle diejenigen aber, die weiter gehende Werbeideen haben oder solche verwirklichten, richte ich die dringende Bitte, dieses Material der Werbestelle des Börsenvereins bekanntzugeben. Es wird so oft pathetisch von großen Zeiten ge redet, auch unsere Zeit ist groß, wenn wir ihrer Bedeutung gerecht werden. Angesichts des verebbenden Materialismus in einem Augenblick, da das geistige Deutschland vor die größte Aufgabe gestellt ist, gilt es für den gesamten Buchhandel, auch hier mitzu helfen an einer »Aufbau-Arbeit«, die weit über unser Leben hinaus weist. Goldmarkbuchführung und Goldmarkbilanz. Von vr. K urt Runge. Im neuen Jahre hat es der Gesetzgeber dem Kaufmann zur Pflicht gemacht, in seinem Geschäftsbetrieb an die SteUe der Papiermark eine wertbeständige Rechnungseinhcit zu setzen. Allgemein erfolgt die U m - stellung auf Goldmark als einen Bruchteil des nordamerikani schen Dollars, der augenblicklich wertbeständigsten Währung der Welt. Dieser Vorgang führt uns allen mit größter Deutlichkeit die unge heure Verarmung der deutschen Volkswirtschaft vor Augen und lehrt uns, wieder in kleinen und kleinsten Zahlen zu denken. Die »Pfennig- kalknlakion« feiert ihre Wiederauferstehung, um in Verbindung mit Qualitätsleistung der Gesundung unseres Wirtschaftslebens den Boden zu bereiten. Trotzdem nun die Gold in arkrc ch n u n g heute allgemein üblich ist, bereitet die restlose Einstellung der Wirtschaft aus diese neue Rechnungsgröße mannigfache Schwierigkeiten in buchtechntscher, han delsrechtlicher und steuerlicher Beziehung. Man sieht sich daher gern nach einem guten Berater um, wenn es'gilt, in Buchführung und Bi lanzierung das neue Prinzip zur Anwendung zu bringe». Dabei gilt es, aus der Fülle der Vorschläge und Anregungen, die gerade zu diesen Problemen von allen Seiten gemacht worden find, die praktischsten und den individuellen Betriebsverhältnissen anpassungsfähigsten auszuwäh- len. Zu berücksichtigen ist hierbei, daß die anfänglich auf dem in Frage stehenden Gebiet erschienene Literatur in erster Lin« der theoretischen Durchdringung des Stoffs unter dem alles beherrschenden Gesichts punkt der Ausschaltung des Währungsrisikos gewidmet war, während die neuesten literarischen Erscheinungen, nachdem der Gesetzgeber de» ersten Schritt getan hat, vor allem der praktischen Durchfüh rung der Umstellung auf Goldmarkbasis zu dienen bestimmt sind. Naturgemäß gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Buchführung auf wertbeständiger Grundlage aufzubauen. Die Eigenart des Be triebes »ruß letzten Endes ausschlaggebend sein für die Wahl des an zuwendenden Systems. Dies gilt namentlich für die buchhändlerische Buchführung mit ihrer außerordentlichen Differenzierung. Als mitten aus der Praxis eines modernen industriellen Groß betriebes herausgewachsen, Verdient das nachstehend gekennzeichnete System der »valutarischen Goldmarkbuchfllhrung« Beachtung. Blume, Die »Valuta rische Golömarkbuchführung« (G o l d m a rk - V al u t e nb n ch f ü h r u n g). Verlag für Wirt schaft und Verkehr, Stuttgart 1928. Der Verfasser stellt in dieser Schrift ein neues Buchführungssystcm für größere Betriebe auf, die einen umfangreichen und vielseitigen Ge schäftsverkehr aufweisen und mit zahlreichen fremden Währungen arbeiten, mit dem Ziele der Vereinsachnng und Entlastung der kauf männischen Buchhaltung und einer möglichst übersichtlichen Gestaltung der Währungsbuchführung. Die Verwirklichung dieses Vorhabens wird darin erblickt, daß bei der valutarischen Buchhaltung sämtliche auf andere als die Hauptmährung (Goldmark) lautende Buchungsposte» so wie alle derartigen Bestands- und Kontokorrentkonten ohne Umrech nung oder Doppelwährung nur in denbctressenden Originalwährungen zu verbucheubzw. zu führen sind. Die über de» U. S. A.-Dollar errechnete
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder