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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.08.1938
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- 1938-08-25
- Erscheinungsdatum
- 25.08.1938
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gegen die französische Fremdherrschaft Ausdruck gaben?« Der von Pcdrazzi erwähnten Äußerung des Kaufmanns Gebhard in Fürth, dessen Privatlehrec Velin war, daß dieser seinen dama ligen Schülern dieselben politischen Ansichten vorgetragen habe, die später in der Flugschrift standen, möchte ich, da sie Jahr zehnte zurücklag, nicht allzu viel Wert beimessen. Von seinen Prozeßgegnern wird Helm als »ein Mann von sanguinischem Temperamente, aber vorzüglichem Talente und vieler Gelehr samkeit« geschildert. Meine Untersuchungen haben ergeben, daß Philipp Christian Gottlieb Jelin selbständige Schriften nicht verfaßt hat, er kann kein umfangreiches Schrifttum aufweisen wie sein vorerwähnter Namensvetter vr. Julius Konrad von Helin. Es ist aber mög lich, daß er unter anderem oder ohne Nennung seines Namens geschrieben hat. Die Nachforschungen über ein Verwandtschafts- Verhältnis zu Palm sind noch im Gange. Mit Bestimmtheit kann nachgewiesen werden, daß beide Männer in gutem freundschaft lichem Vertrauensverhältnis zueinander standen. Von Palm ist allgemein bekannt, daß er Besitzer der Stein- schen Buchhandlung in Nürnberg war. Unbekannt war bisher seine weitere buchhändlerische Betätigung geblieben. Palm war auch Inhaber der Palmschen Buchhandlung in Passau H. Diese wurde von Palm im Juni 1804 in Passau eröffnet. Wie die Stcinsche Buchhandlung in Nürnberg, so hat auch die Palmsche Buchhandlung in Passau Verlag und Sortiment be trieben. Wollte Palm von Passau aus die österreichischen Gebiete beliefern? Aus der »Geschichte des deutschen Buchhandels« (Bd. 4, Leipzig 1913) wissen wir, daß er 1798 in Salzburg verhaftet wurde und ihm der Besuch der Salzburger Märkte »wegen eigen mächtigen Vertriebs von Pasquillen« im Jahre 1800 durch Nürn berger Urteil untersagt war. Wie oben schon angeführt wurde, ist nach Pedrazzi und Rackl der Aufenthalt von Philipp Christian Gottlieb Helin 1806 nicht mehr nachweisbar. Dazu kann ich das Folgende sagen: Delin ist, nachdem er seine Tätigkeit als Privatlehrer 1805 in Fürth aufgab, nach Passau gegangen und hat dort als Geschäfts führer die Palmsche Buchhandlung geleitet. Ich glaube daher ans die von Martin Riegel in seinem Buche »Der Buchhändler Jo hann Philipp Palm . . .« S. 101 gestellte Frage antworten zu können: Jener Fremde, der nach dem Briefe des Pfarrers Poeschl an Frau Palm vom 27. Mai 1814 in Braunau am Tage nach der Erschießung Palms erschien und sich »ängstlich« erkundigte, »ob Palm wirklich schon hingerichtet sei, und wann u. dgl.«, dieser Mann, dem Pfarrer Poeschl die »innigste Teilnahme- an sah, war Philipp Christian Gottlieb Helin., Nach dem nahen Passau wird die Schreckenskunde schnell gedrungen sein, sodaß Helin sich schon andern Tages, am 27. August 1806, in Braunau von der rauhen Wirklichkeit überzeugen konnte. über Helms weiteres Schicksal ist noch zu berichten, daß er nach Palms Tode im November 1806 die Palmsche Buchhand lung in Passau als Sortiment übernahm und unter seinem Namen weiterführte"), der Verlag ging an die Steinsche Buch handlung in Nürnberg zurück. Wie lange Helin in Passau als Buchhändler tätig war, läßt sich mit Bestimmtheit nicht erken nen, 1812 ist er in Widdern (Jagst, Württemberg), wo er sich »bey der verwittibten Frau Kammerräthin Dorschin, einer An verwandten» niedergelassen hatte. Dort ist Uelin am 10. Oktober 1814 »an einer 24 Tage lang ausgestandenen hizigen Krankheit verstorben und zwei Tage später auf dem dortigen Friedhof be stattet worden"). Während die amtliche Urkunde") Philipp Christian Gottlieb Helin nicht als adlig bezeichnet, besagt das Ge- schäftsrundschreibcn der Steinschen Buchhandlung"), daß dieser Delin adlig war. ") ?ro memoria ack causam Velin . . . 1793. 0 Geschäftsrundschreiben der Steinischen Buchhandlung, Nürn berg, 12, November IMS. "i Geschästsrundschreiben der Steinischen Buchhandlung, Nürn berg, 12. November 1896. ») Auszug aus Sem Totenregister Bd. 1. S. 445 Jg, 1814 Nr. 78, Evangcl. Kirchgemeinde Widdern. Am Schlüsse meiner Betrachtungen steht die Frage: Hat Palms Buchhalter G. I. Pech dem Sohn wirklich den Verfasser genannt? Ist dies Tatsache, so kann Pech nur Philipp Christian Gottlieb Helin gemeint haben. Den Geschäftsführer der Palmschen Buchhandlung in Passau hat Pech bestimmt gekannt, fraglich ist dagegen, ob Pech den anderen Helin, zu dem keine Beziehungen bestanden, kannte. Deshalb liegt die Vermutung nahe, daß bei dem Sohne Palms die Be zeichnung des Ol. Julius Konrad von Helin als Verfasser der Schrift »Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung» erst später entstanden ist. Im jugendlichen Alter (geb. 1798) wird ihm Pech den Namen anvertraut haben. Palms Sohn wird dann der ihm genannten Verfasserpersönlichkeit nachgegangen sein, und da er von Philipp Christian Gottlieb Helin nie etwas gehört hatte, nahm er den Or. Julius Konrad von Helm, eine in Bayern be kannte Person, als Verfasser an. Wenn damit auch noch keine endgültige Lösung in der Ver fasserfrage gefunden ist, so hoffe ich, daß meine Arbeiten, die fort gesetzt werden, zur Klärung der Frage beitragen. Ern st Saegenschnitter Palm-Büste und Palm-Plakette Kür viele unter uns Buchhändlern dürfte der 28. August, der Geburtstag Goethes, ein Tag immer wiederholten Gedenkens sein. Ob auch der 26. August, da einer der unseren, Johann Philipp Palm, sein Leben gab unter französischen Kugeln, bitter, doch standhaft? In wie vielen Stätten unserer Arbeit wird sein Bildnis zu finden sein? Freuen wir uns, daß im Buchhändlevhaus in Leipzig vor Jahresfrist eine Marmorbüste Palms Aufstellung fand. Wer wollte sie nicht bei sich sehen, in seinen Räumen, aus »Schicksal und Anteil»? Der Künstler, Albrecht Leiftner «(Leipzig S 3, Kaiserin- Augusta-Straße 12) hat drei treffliche Photos im Format 12X18 om zur Verfügung <Preis je RM 2.—), darunter die Gesamtbllste, wie sie auch das Riegelsche Gebenkbuch zeigt. Das Opfer, hart und doch auch stolz, das unser Stand zu jener Zeit brachte, sollte uns Lebenden Grund, ja Bedürfnis sein, bas Gedenken des sich Opfernden zu pflegen, sein Bildnis zu uns sprechen zu lassen. Marienberg Gerhard Schreiber Fast gleichzeitig mit dieser Zuschrift erreichte uns die Mit teilung des Berusskameraden Emil Jakob in Nürnberg, daß auf seine Anregung hin der Bildhauer Luis Rauschhuber in Nürnberg eine Plakette von Joh. PH. Palm angefertigt hat. Auch er schreibt, daß die Plakette ein schöner und wüMger Schmuck für viele Buchhändlerheime und Büros wäre. Der Bildhauer Luis Rausch huber (von dem übrigens auch in diesem Jahr zwei Arbeiten im Haus der Deutschen Kunst in München ausgestellt sind) wäre bereit, sie in einer größeren Anzahl herzustellen, unter der Garantie, daß jedes einzelne Stück von ihm nachgearbeitet wird. Der Preis würde sich für Buchhändler in Terrakotta aus RM 4.49 und in Bronze auf RM 29.— stellen. Herr Emil Jakob (Nürnberg, Prießnitzstraße 3) ist gern bereit, Bestellungen zu vermitteln. Palm und SA. Angeregt durch die verschiedenen Veröffentlichungen über Palm im Börsenblatt schrieb uns vor einiger Zeit Berusskamerad Wolf- gang Freitag aus München: »Im Jahre 1931 wurde ich mit der Führung einer Schar in der SA. beauftragt. Damals waren die Scharen nicht numeriert, sondern sie trugen meist den Namen eines Freiheitshelden aus der deutschen Geschichte. Da ich keine bestehende Schar und somit ihren Namen übernahm, sondern eine vollkommen neue Schar gebildet wurde, mußte ich auch einen Namen dafür finden. Stein, Schill usw. waren schon zu oft benutzt, da diese Männer auch dem einfachsten Deutschen Begriffe sind. Es mußte etwas besonderes sein. Die Men schen mußten aufhorchen, wenn sie den Namen hörten. Als Buch händler dachte ich sofort an Palm. Da außer mir noch ein Buch händler der Schar angehörte, war dieser Name nicht unbegründet. Als ich den ersten Scharabenb abhielt, teilte ich es meinen Männern mit. Sie lehnten ab. Sie wollten sich unter dem Namen, den ihre Schar führte, etwas vorstellen können, sie würden sich damit nur in der ganzen Standarte blamieren. Bus diese Ablehnung Nr. 197 Donnerstag, den 25. August 1938 Stil
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