97, 28. April 1911. Fertige Bücher. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 5195 sein können — was kein Fehler wäre —. das aber dem Staatsanwalt keinen Anlaß zum Einschreiten von Amts wegen gibt, denn das Buch ist selbstverständlich gleich nach Erscheinen eingereicht, aber bis zur Stunde ist nichts erfolgt. Die Altenburger Zeitung für Stadt und Land vom 19. April 1911 schreibt: Der Mann von Fünf, undvierzig. Bekenntnisse an einen Jugendfreund (geh. 2 M.. geb. 3 M). Verlag von Georg Wigand - Leipzig. — Der Verfasser L. O. Mosum hat ins volle Leben hineingegriffen und Ereignisse gezeichnet, die durch ihre Echtheit überzeugend wirken. Die Anregung zu dem Buche mag das Werk einer Frau über »Das gefährliche Alter" gegeben haben. Ein Mann, der die Fünfundvierzig überschritten und seine treue Lebensgefährtin eben verloren, blickt zurück auf den Lebens weg. den er zurückgelegt hat. Er entrollt vor uns sein ganzes inneres Erleben, und greift dabei so ziemlich alle Probleme des menschlichen Lebens an. mit denen sich jetzt so viele Kräfte beschäftigen. Wir haben letzthin an dieser Stelle ein Buch abgewiesen mit dem Titel „Der gefährliche Alte'. Das neue Buch wollen wir gern empfehlen, denn es handelt sich bei seinem Inhalt nicht um eine sinnekitzelnde Spielerei, sondern um eine Arbeit, aus deren Zeilen der Ernst spricht, mit dem der Verfasser an seine Aufgabe herangetreten ist. Das Buch ist aus dem inneren Leben herausgeschrieben und geht ein auf: Die Ehe. Gatte und Frau. Erziehung, gemein samer Unterricht für Knaben und Mädchen. Feuerbestattung. Geschlechtsleben. Zölibat der Lehrerinnen und Beamtinnen. Staat- und Leiratsverpflichtung der Beamten, und auf noch so manches andere. Es ist ein Buch, geboren aus den Strömungen in unserer Zeit, ein modernes Buch. Lier hat das Wort ..modern" nur eine Bedeutung: zeitgemäß. Wer da glaubt, daß das Buch im üblen Sinne modern ist. und es um deswillen erwirbt, kommt nicht auf seine Kosten. Ge wiß tauchen die behandelten Fragen nicht in dem Buche zum ersten Male auf. jedoch die Erscheinungen um uns sind in neue Verbindungen gebracht, und um deswillen ist der Inhalt des Buches in vieler Beziehung neu. Es wendet sich an Kreise, die in ernstem Streben mannigfache Schäden heilen wollen, und hier wird das Werk ohne jeden Zweifel die wohl verdiente Würdigung und Anerkennung finden. W. Leihbibliotheken, Bahnhofsbuchhandlungen und Buchhandlungen in Badeorten mache ich wiederholt auf das Buch aufmerksam. Aus dem Schaufenster und vom Ladentisch wird es sich leicht verkaufen, da es vornehm auffallenden Umschlag und Einband hat. Weißer Verlangzettel anbei. Leipzig, Ende April 1911 (Aeprg