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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1943-05-15
- Erscheinungsdatum
- 15.05.1943
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- Deutsch
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1943
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Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel Nr. 91 (R. 20) Leipzig, Sonnabend den 15. Mai 1943 110. Jahrgang Mitteilungen der Reichsschrifttumskammer — Gruppe Buchhandel Betr.: Gau Bayreuth: Meldung aller Lehrlinge und buchhändleri schen Hilfskräfte. Zwecks Erfassung für eine Arbeitstagung, die Ende Mai oder Anfang Juni in Regensburg stattfindet, bitte ich die Be triebsführer, alle Lehrlinge und buchhändlerischen Hilfskräfte, einschließlich der Leihbüchereien, umgehend zu melden und gleichzeitig die Lehrlingspässe einzusenden. Zur Leitung der Arbeitstagung wurde Hans Köster in Königstein gewonnen. Die Teilnahme ist für alle Lehrlinge Pflicht. Fahrtspesen können auf Antrag vergütet werden. Coburg, Postfach 299 Peter Buchgraber, Landesobmann Betr.: Gau Hessen-Nassau: Arbeitstagung am 23. Mai. Für die buchhändlerischen Lehrlinge und Hilfskräfte, die im Herbst d. J. ihre buchhändlerische Gehilfenprüfung ablegen wollen, findet am 23. Mai eine Arbeitstagung in den Räumen der Buchhandlung Auffarth, Frankfurt a. M., Am Roßmarkt 11, statt, die um 10 Uhr vormittags beginnt und gegen 16 Uhr be endet sein wird. Es werden Arbeitsgemeinschaften durchgeführt über: Auf bau des Buchhandels, Leipziger Pla^ (Barsortiment), Bezugs-, Lieferungs-, Zahlungsarten, Rechnungswesen, Bibliographie. Die Teilnahme wird allen Lehrlingen und Hilfskräften, die die Herbst-Prüfung ablegen wollen, zur Pflicht gemacht. Es wird erwartet, daß alle Teilnehmer die entsprechenden Briefe zur Berufsförderung schon vorher durchgearbeitet haben. Verleihung des Kantate-Dichterpreises 1943 der Buchstadt Leipzig Am Sonnabend, dem 8. Mai, fand im festlich mit Blumen geschmückten Alten Theater zum dritten Male die feierliche Verteilung des Kantate-Dichterpreises 1943 der Reichsmesse- und Buchstadt Leipzig statt. Die diesjährigen Preisträger sind Margarete zur Bentlage, die Dichterin niedersächsischen Bauern tums, und Max Dehnert, der Dichter der obersächsischen Arbei ter- und Bürgerwelt. Die Festansprache hielt wieder wie in den vergangenen Jahren der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, ^-Gruppen führer Freyberg. Er begrüßte neben den zahlreichen Ehrengästen von Partei, Staat und Wehrmacht sowie den vielen Angehörigen des Buchhandels besonders den Präsidenten der Reichsschrift tumskammer, ^-Gruppenführer und Staatsrat Hanns Johst, den Träger des ersten Kantate-Dichterpreises 1941, den Leiter I des Deutschen Buchhandels, Hauptdienstleiter Wilhelm Baur, und den Träger des vorjährigen Preises, Friedrich Norfolk. Der im vergangenen Jahre ebenfalls ausgezeichnete Franz Adam Beyer lein konnte leider wegen Krankheit an dieser Feierstunde nicht teilnehmen- Sein weiterer Gruß galt dem anwesenden Trägei des Eichenlaubes zum Ritterkreuz, Hauptmann Peter Frantj, dessen ruhmvolle Heldentaten der Redner besonders eingehend würdigte, ln seinen weiteren Ausführungen charakterisierte der Oberbürgermeister die Bedeutung des deutschen Lebenskampfes. Auch in dem härtesten Kriegsgeschehen darf der Pulsschlag un seres geistigen und seelischen Lebens in der Heimat nicht wie unter einer schweren Betäubung aufhören. Gerade in diesem Kriege dürfen die Musen nicht schweigen. Unsere seelischen Kräfte bedürfen täglich der Nahrung. Der Kampf der Geister und der Seelen begleitet auch heute das erbitterte Ringen der Völker, ja er ging dem Kampfe mit den Waffen schon lange voraus. Es gehört zu den Voraussetjungen des Sieges in diesem Kampfe, daß unsere Nerven stark und unsere geistigen Kräfte elastisch bleiben. Der Redner sprach dann eingehender über das verheerende Wirken des Judentums und des Bolschewismus und entwickelte ein Bild der geistigen Notwendigkeit der national sozialistischen Revolution, aus der das einige Deutsche Reich germanischer Nation als europäische Ordnungs- und Führungs macht erstehen wird. In diesem Reich wird die Kunst als Offen barung der ewigen Gesetje ihre beste Pflegestätte finden und zu hoher Blüte geführt werden. Auch dieses Mal ist bei der Verleihung des Kantate- Dichterpreises an dem Grundsatj festgehalten worden, eine doppelte Bedeutung zu erfüllen. Der Preis soll einen Dichter ehren, der schon von der Öffentlichkeit anerkannt ist, zum an deren soll er Ansporn sein für die Schaffenden, die noch keinen großen Namen haben und deren Werke sich erst noch einen ehrenvollen Platj im deutschen Schrifttum erringen müssen. Die beiden heute Ausgezeichneten haben zu dem Befreiungskampf unseres Volkes und zum Neuaufbau des Reiches ihren besonde ren Beitrag geleistet. Der Oberbürgermeister würdigte dann ein gehend die Persönlichkeit und die Werke der beiden Preisträger. Die Dichterin Margarete zur Bentlage ist am 24. März 1891 auf dem Hof Bentlage im Kirchspiel Menslage im Emsland ge boren, besuchte die Kunstschule in Nürnberg und heiratete 1916 den Maler Professor Rudolf Schiestl, der ihr 1930 durch den Tod entrissen wurde. Nach ihrer dann erfolgten Übersiedlung in die Nähe der Stadt Leipzig wurde sie die Gattin des Leipziger Ver legers Dr. E. W. List, in dessen Verlag auch ihre Bücher er schienen sind. Ihr erstes Werk „Unter den Eichen“ (zwölf in sich verbundene Erzählungen) erschien 1933. Von ihrem wei teren Schaffen seien unter anderem erwähnt: „Das blaue Moor“ (Roman, 1934), „Der Liebe Leid und Lust“ (Erzählungen, 1936), „Die Verlobten“ (Roman, 1938) und „Geheimnis um Segelford“ (Roman, in der Niederschrift abgeschlossen). Leider war es Frau zur Bentlage nicht möglich, an der Feier persönlich teilzuneh men, da sie sich zur Zeit nicht in Leipzig aufhält. Die künstle risch ausgestattete Urkunde konnte ihrer anwesenden Tochter überreicht werden. Max Dehnert wurde am 11. Februar 1893 in Freiberg in Sachsen geboren. Zuerst als Lehrer in verschiedenen Orten des Erzgebirges tätig, war er bis 1936 Lehrer in Freiberg und betrieb nebenbei das Musikstudium in Dresden. 1936 erfolgte seine Ver gebung nach Leipzig, um breitere Grundlagen für sein Wirken als Schriftsteller und Komponist zu finden. Von seinen haupt sächlichsten Werken seien genannt: „Anton Möllenthin“ (Ro man, L. Staackmann), „Karlmann“ (Roman einer Kindheit) und die Bruckner-Novelle „Die Dominante“ (beide Hanns Horst Kreisel Verlag). Auch als Komponist hat sich Max Dehnert er folgreich betätigt (Oper „Meier Helmbrecht“, Lieder, Klavier- und Kammermusiken). Umrahmt war die Feierstunde mit Musikstücken von Mo zart und Haydn, vom Gewandhausquartett meisterhaft vorge tragen. Anschließend wurde den Teilnehmern eine festliche Auf führung des „Egmont“ von Goethe geboten, die darstellerisch wie bühnentechnisch eine Glanzleistung des Städtischen Schau spiels war. Gurt Streubel Börsenbl. f. d. Dt. Buchk. Nr. 91, Sonnabend, den 15. Mai 1943. 85
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