Friedrich St ahn, Verlagsbuchhandlung in Berlin 81V. j23126j ?. ?. Die Verwaltung des Königlichen Zeughauses zu Berlin hat unter Zustimmung des Königlichen Kriegs- ministcriums dem Hof-Photographen Herrn Adolf Halwas Hierselbst, nachdem in einer zur Zeit stattgehabtcn Konkurrenz die Arbeiten desselben einstimmig als die besten anerkannt wurden, die alleinige Befugnis erteilt, das Bauliche, die künstlerische Ausschmückung und die Sammlungs-Gegenstände des Zeughauses zu Berlin nach Auswahl und in Übereinstimmung mit der Königlichen Zeughaus-Verwaltung als — amtliche Publikation — herauszugeben. Unter gütiger Mitwirkung der vorgenannten Behörde wird nun Herr Halwas unter dem Titel: Das Zeughaus zu Merlin und seine Sammlungen ein Prgchtwerk ersten Ranges zusammenstellen, das eine getreue Wiedergabe der überaus reichhaltigen Sammlungen und Kunst werke des genannten Gebäudes in seltener Vollständigkeit bringen wird. Zugleich soll dasselbe ein schätzbares Denkmal der glorreichen Geschichte des brandenburg-preußischen Heeres werden. Das Werk wird vom Mai d. I. ab in 15 Lieferungen ü 10 Blatt in feinster künstlerischer Ausführung in unvergänglichem photographischen Lichtdruck (Bildgröße 36 x 40 Cm.) erscheinen und ist der Preis der Lieferung aus nur 30 ^ festgesetzt. Ein ausführlicher begleitender Text wird den Tafeln beigefügt. Das Werk wird für die Kulturgeschichte und das Kunsthandwerk ein unvergleichlicher Quellenschatz sein, es wird in allengebildeten, wohlhabenden Kreisen mit Freuden begrüßt werden, insbesondere aber dem Militär, dem Sammler altertümlicher Waffen und dem Kunstliebhaber hoch willkommen sein. Die Architektur des Gebäudes selbst Prangt im Schmuck der künstlerisch reichsten, plastischen wie malerischen Ausschmückung, darunter als herrlichster jene bekannten und berühmten Schlüterschen 22 Masken sterbender Krieger, in denen Todeskampf und Schmerz, Verzerrung durch das Leiden und die Ruhe der Erstarrung im Tode in furchtbarer Realität und zugleich in wahrhaft erhabenem Stil znm Ausdruck gebracht sind. Ferner nehmen die klassisch komponierten und mit hoher Meisterschaft geschnitzten Verzierungen, mit welcher die Thüren, die znm Lichthof führen, geschmückt sind, den Kunstsinn des Beschauers in Anspruch. In den weiten, reich geschmückten Hallen sind die einzelnen Sammlungen übersichtlich aufgestellt: Modelle von Festungen, sowie solche von Artillerie-, Pionier-, Festungs- und Belagcrungsmaterial, ferner Fahnen, Waffen, Trachten und Anörüstungsgegriiständc der Heere der letzten drei Jahrhunderte. Neben abendländischen Rüstungen von hohem historischen wie künstlerischen Wert aus dem 15. Jahrhundert und aus der Blütezeit der Renaissance, sowie Hieb-, Stich- und Feuerwaffen in meisterhafter Schmiede-, Gravier-, Tauschier- und getriebener Arbeit, reihen sich den ältesten geschmiedeten und den ersten in Bronre gegossenen Kanonen aus der Mitte des 15. Jahrhunderts mit hoher Meisterschaft ornamentierte Bronzegeschütze des 10. und 17. Jahrhunderts an. Hieran schließt sich eine Sammlung orientalischer Waffen in reicher Auswahl und vollendeter Arbeit, welche zum großen Teil aus der Waffensammlung des Hochseligen Prinzen Karl von Preußen stammen und vom Königlichen Zeughause erworben worden sind. Dem Kundigen ist der reiche Schatz berühmter Stücke des Königlichen Zeughauses, ihr außerordentlich hoher Kunstwert längst bekannt gewesen, ihr Ruf ist weit über die Grenzen Preußens und Deutschlands hinaus gedrungen. Die Königliche Verwaltung wird daher ohne Zweifel für ihren Entschluß, ihre kostbare Sammlung durch das genannte Werk zu veröffentlichen, allerorts lebhaften Dank verdienen. Hochachtungsvoll ergebenst Berlin 8.W., Mai 1887. Ariedrich Stahn. Vorstehend angekündigtes und von dem Hof-Photographen Herrn Ädolf Halwas hergestelltes Werk wird von der Lröniglichen Zrnghans-Verwaltnng zu Berlin herausgegeben. Dieselbe wird die darzustellenden Gegenstände sowie dir architektonisch und künstlerisch wirksamsten Gesamtanstchten im Verein mit dem Verleger auswähtrn. gez. Ising, gez. Professor Joh. Weiß, Geh. Reg.-Rat, Oberst und Kommandant Direktor. Vieruiidfünfzigster Jahrgang. 323