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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.12.1887
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1887-12-07
- Erscheinungsdatum
- 07.12.1887
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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Nichtamtlicher Teil. 6283 282, 7. Dezember 1887. Vorläufig handelt es sich darum, daß diejenigen Herren, welche ein Interesse an der Melbourne! Aus stellung nehmen, sich über ihre Beteiligung schlüssig machen und ihre Anmeldung bis zum 20. Dezember be wirken. Die Formulare dazu sind vom Reichsamt des Innern oder auch von mir zu beziehen Mit Vergnügen bin ich auch bereit, spezielle Fragen und Bitten behufs Übermittelung an den Reichs-Kommissar oder das zu bildende Komitee entgegenzunehmen, wie ich überhaupt den Herren Kollegen in dieser Angelegenheit dienen werde, soweit ich es vermag. Berlin 8W. 32, Wilhelmstraße, 3. Dezember 1887. Paul Parey. Die Stellung des Untrrstützungsvereins deutscher Buchhändler zu der Frage des Eintritts der Gehilfen in die Ortökrankenkassen. Um die anftauchenden Zweifel in Gehilfenkreisen zu beseitigen, wird es zweckmäßig sein, ganz unumwunden darauf aufmerksam zu machen, daß die Mitgliedschaft im Uuterstützungsverein von dem Zwange zum Eintritt in eine Ortskranken kasse nicht befreien kann. Wenn sich der Erwägung dieser Thatsache der Hinweis auf eine daraus folgende Doppelbesteuerung der Gehilfenmitglieder des Unterstützungsvereins gegenüberstellen sollte, so darf zunächst nicht vergessen werden, daß der Unterstützungsvercin keine Kranken kasse, sondern nur ein genossenschaftlicher Wohlthätig- keitsverein ist, der freiwillig nimmt und g ie bt und dessen Mittel zu stärken allen denen eine sittliche Befriedigung gewähren müßte, welche in geregelten guten Verhältnissen leben. Ferner kann darauf hingewiescn werden, daß der Unter stützungsverein jedenfalls berechtigt ist, seinen erkrankten Mit gliedern unter Umständen neben den ihnen rechtmäßig zustehenden Beträgen aus der Ortskrankenkasse und ganz unabhängig von diesen, noch freiwillige Unterstützungen zu geben, natürlich wird dies nur in Fällen ganz besonderer Not bean sprucht und gewährt werden können. An diese im Interesse unbedingter Klarstellung gegebene Dar legung der Verhältnisse kann nur der wohlgemeinte Wunsch geknüpft werden, daß die jüngeren Berufsgenosscn nicht versäumen möchten, die alljährlichen Berichte des Vorstandes des Untcrstützungsvereins zu lesen, um sich daraus ein richtiges Bild von dem Umfang und der Wichtigkeit dieses segensreichen Vereins zusammenzustellen. Wenn sie dies thun, dann werden sie auch freiwillig und gerne, »ach ihren Kräften, dazu beitragen, die immer mehr wachsende Not in unseren Bcrufskreisen zu lindern und keinen Augenblick mehr zweifelhaft sein, daß die Frage des Beitritts zu einer Ortskranken kasse von der Beteiligung bei unserm genossenschaftlichen Unterstützungsverein ganz unberührt bleibt. »Bnm deutschen Buchhandel.« Noch immer »hält das Ereignis der Frankfurter Beschlüsse vom 25. September d. I. die Leser der Zeitungen und Zeitschriften in Bewegung. Unter der obigen Überschrift brachten kürzlich die »Grenzboten« den nachfolgenden, sehr eingehend bearbeiteten Auf satz eines Berufsgenossen vom Verlag, des Herrn Or. W. Ruprecht in Güttingen, welcher mehrfach neue Anschauungen fördert und eine sachlich klare Darstellungsweise bietet, so daß der auszugsweise Abdruck an dieser Stelle gewiß gern gelesen werden wird (Es sei hier bemerkt, daß der Verleger der »Grenzboten«, Herr Johannes Grunow (Firma Fr. Will). Grunowj in Leipzig, Sonderdrucke dieses Aufsatzes den Herren Sorti mentern bereitwillig zur Verfügung stellt svergl. die bezügliche Anzeige in heutiger Nummer, Seite 6296s). Der Artikel lautet: Es ist für unsere Zeit charakteristisch, daß sie, trotz der Neigung, sich das Gut der Freiheit auf allen Gebieten anzueignen, sich dennoch der Grenzen dieser Freiheit mehr und mehr bewußt wird, die in dem Gegensätze der Gesamtheit und des Einzelnen begründet sind. Die Freiheit des Einzelnen soll an dem Punkte enden, wo sie das Wohl der Gesamtheit verletzt. Aus diesem Ge sichtspunkte ist auch die jüngst zu einem gewissen Abschluß ge kommene Bewegung ini deutschen Buchhandel zu betrachten, welche die Aufrechterhaltung des Ladenpreises der Bücher, die Bekämpfung der »Schlenderei« als nächstes Ziel — nicht als Endzweck — erstrebt. Diese Bewegung hat in der Presse große Anfein dung erfahren. Es ist daher wohl gerechtfertigt, die Frage, welche weite Kreise beschäftigt hat und vielfach mißverstanden worden ist, etwas eingehender zu erörtern. Die Klagen über Preisunterbietung trotz der von den Ver legern festgesetzten Ladenpreise sind sehr alt, und man hat daraus vielfach den Schluß gezogen, es sei heute damit nicht schlimmer als je und werde immer so bleiben müssen. Dagegen hat mit Recht ein im Jahre 1883 in den »Grenzboten« veröffentlichter Aussatz über »Bewegungen im deutschen Buchhandel« klar nachgewiesen, wie die Frage erst durch das heute geschaffene Einheitsporto der Post brennend geworden ist. War früher die Preisunterbietung örtlich begrenzt gewesen, so konnte nunmehr die Schleuderei von den durch ihre Lage begünstigten Mittelpunkten Leipzig und Berlin aus über das ganze Deutsche Reich frisch und froh betrieben werden. Mag man, wie damals der Verfasser jenes Aufsatzes, mehr die Schäden, welche das Einheitsporto unzweifelhaft auch im Gefolge gehabt hat, als seine Vorzüge betonen, auf alle Fälle müssen wir damit als thatsächlich bestehender und wohl festgefügter Einrichtung rechnen. Ist die Schleuderci ein Unglück? Soll man es beklagen, wenn der Sortimcntsbuchhändler etwas von seinen »vielen Prozenten« . abgiebt, das Publikum seine Bücher viel billiger und infolge davon auch zum Vorteil der Verleger und Schrifsteller mehr Bücher kaufen kann? Wer will und kann jene ehrenwerten Leute, welche mit geringem Gewinn, aber großem Umsätze arbeiten, an der freien Ausübung ihrer Erwerbsthätigkeit hindern? Wie kann der Ver leger heutzutage einem Wiederverkäufe!: vorschreiben, wie teuer er verkaufen soll? Kein anderer Wareuerzeuger handelt so, der Laden preis ist eine veraltete Einrichtung wie Brot- und Fleischtaxe u. dergl. Daß ein großer Teil der Provinzialbuchhändler nach und nach zu Grunde geht, ist zwar traurig, aber die Leute haben nur denselben Anspruch auf unser Mitleid wie die Handwerker, welche durch die Erfindung neuer Maschinen brotlos werden. Wäre dieser letzte Satz richtig, so würden die Sortimenter der Provinz gefallen sein, ohne daß sich ihnen eine helfende Hand entgegengestreckt hätte. Staat und Verleger würden lebhaft be dauert haben, daß wiederum ein Stück des selbständigen Mittel standes abgebröckelt sei, aber mehr wäre auch nicht geschehen. Der Provinzialbuchhaudel wäre gefallen wie die Handweberei und andere Betriebe. Zur Freude derer jedoch, welche eine Auflösung kleinerer und mitilerer Betriebe zu Gunsten weniger Großbetriebe stets als einen schwer zu ersetzenden Verlust für Staat und Volks wirtschaft ansehen, hat es sich herausgestellt, daß der Provinzial sortimenter sich nicht überlebt, sondern noch eine hohe Aufgabe, eine »Kulturmission« würde man im stilvollen Zeitungsdeutsch sagen, zu erfüllen hat. Für die Erfüllung dieser Aufgabe aber bedarf er des Schutzes, und den hat er gefunden, ohne — von ganz vereinzelten Fällen abgesehen — nach Staatshilfe, der viel gisichmähteu und viel begehrten, auch nur zu rufen. Das letztere mögen diejenigen beachten, welche bei der Beurteilung der ganzen Bewegung von Freiheitsbeschränkung und »Reaktion« reden. »Koalitionsfreiheit« für alle verlangt der Fortschritt am lautesten unter allen Parteien; hier nimmt sich nun ein Stand die Freiheit, zur Wahrung seiner Gesamtinteressen und zum gemeinen Nutzen überhaupt sich enger zusammcnzuschließen Wer will es wagen, ihm das Recht dazu abzusprechen, wer ist hier »reaktionär«? Die Regierungen haben nicht nur nichts zu Gunsten des Pro-
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