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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.06.1925
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- 1925-06-23
- Erscheinungsdatum
- 23.06.1925
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I0l04««UkNbI»U I. d, DULn. «„»i-nd-I. Redaktioneller Teil. X° 144, 23. Juni 1925. Andererseits ist aber die Erschließung von Kreditqucllen durch die Frage der K r e d i t s i ch c r h e i t bedingt. In dieser Be ziehung greift im Buchhandel oft eine recht optimistische Auf fassung Platz über die kaufmännischen Bcwertungsgrundsätze bei der Lombardierung der Büchcrvorrätc als Ware, die als haupt sächlichster Sicherheitsfaktor in Betracht kommen, und es wird für den Krcditsuchcndcn der Hinweis darauf von Interesse sein, daß nach den bei den Banken bestehenden Kreditierungsgrund- sätzcn bei Büchervorräten nur ein Bruchteil ihres Verkaufspreises, oft sogar nur der Makulaturcrlös als Beleihungswert anzuschcn ist. Dies ist im wesentlichen im wirtschastlichen Charakter des Buches als Ware begründet, die als Vcrkanfsobjekt mehr unter dem Einfluß krisenhafter Erscheinungen steht als andere Fabri- kationserzcugnissc. Immerhin wird vom Gesichtspunkte der Kre ditierung aus zwischen dem Warenlager des Sortimenters mit seinem mehr gemischt-universalen Charakter und dein des Ver legers mit seinem die Realisierbarkeit beschränkenden speziellen Charakter zu unterscheiden sein. Nach den so gewonnenen An haltspunkten läßt sich leicht feststcllen, welche Beleihungsmöglich- keitcn sich bei den statistisch erfaßten Betrieben ergeben, bei denen die Vorräte betragen: t: t.tti Millionen Mar! - 37,SH des Eigenkapitaw, II: t,8li Millionen Mark — S1,4H des Eigenkapitals. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, daß die Betriebe mit kurz fristigen Schulden und anderen fremden Kapitalien belastet sind, und zwar betragen: I: die kurzfristigen Schulden 33,SH des Elgenkapitals, die srcuiden Mittel insgesamt 3g,SH des Elgenkapitalst II: die kurzfristige» Schulden 21,7H des Elgenkapitals, die fremde» Mittel insgesamt 2S,S"/> des Elgenkapitals. Je nach dem Umfange dieser Belastungen tragen dieselben also dazu bei, den Sichcrheitsgrad des Kredits zu vermindern und die Beleihungsmöglichkeiten zu beschränken, die sich aus den Be triebswerken, in erster Linie den Vorräten als den beweglichsten Lombardicrungsobjckten, ergeben. Bei der engen Grundlage, welche hiernach der buchhändlcrische Betrieb als solcher — falls er nicht außerhalb seiner eigenen Ber- mögcnsbcstände über anderweite Hilfsquellen verfügt — für eine Kreditcrweiterung nach den derzeitigen Ansprüchen der Konsumen ten bietet, nimmt der Wechselkredit eine bevorzugte Stellung ein. Wenn letzterer auch, da die Reichsbank nur Wechsel mit höchstens dreimonatiger Laufzeit diskontiert, für den Kreditnehmer zeitlich beschränkt ist, so erleichtert er doch die Tilgung und sonstige Rege lung des Kreditgeschäfts, während er dem Kreditgeber die Flüssig machung des gewährten Kredits ermöglicht und verhindert, daß die Liquidität des eigenen Betriebes leidet. Diese würde beispiels weise bei den statistisch erfaßten Betrieben eine weit günstigere sein, wenn sie den osfencn Kredit in Höhe von 35,8H des Eigcn- kapitals (I) und in Höhe von 28,gH des Elgenkapitals (II) vor wiegend in einen Wcchsclkredit umgcwandclt und dadurch einen Aktivposten sür neue Wirtschastlichkcitsaufgabcn geschaffen hätten. Diese wirtschaftliche Ausgabe des Wechsels, den Kredit flüssig zu machen, verliert auch dann nicht an Bedeutung, wenn die Sichcr- heitsfrnge auf anderem Wege, etwa durch Nutzbarmachung außer halb der Betriebswirtschaft liegender Kreditmittel (Verpfändung von Wertpapieren, Lcbensversichcrnngspoliccu oder anderen Wcrt- objekten, Hergabc einer Sicherungshypothek, Erteilung einer Bürg schaft oder Übereignung von Wertobjcktcn usw.) gelöst würde; denn wie für den Kreditnehmer das Verlangen nach Kredit eine wirt schaftliche Notwendigkeit ist, so ist cs für'den Kreditgeber das Verlangen nach Flüssigmachung. Hierzu bietet die Wechseldiskon tierung, die nach den neuerlichen Bestimmungen der Reichsbank bei einer auf drei Monate beschränkten Wechscllciufzcit drei gute Unterschriften vorauSsctzt, das geeignete Mittel. Nach den vergleichenden Feststellungen haben die im Buch handel investierten Betriebswerke für die Frage der Krcditsicher- hcit eine mehr oder weniger problematische Bedeutung. Dies auch deshalb, weil noch nicht völlige Klarheit darüber besteht, ob und in welcher Weise die Sicherstellung von Bctriebskrcditen durch das Jndustriebelastungsgesetz nach dem Dawesplan berührt oder gar beeinträchtigt wird. Andererseits ist aber jeder Kredit auch sür den Kreditgeber ein so beachtenswertes Wertobjckt, daß das Bestreben nach Schutz vor Verlusten jetzt mehr als früher ge rechtfertigt ist. Einen solchen Schutz namentlich für den ungedeck ten Kredit im laufenden Geschäftsverkehr bietet zweifellos die Kre ditversicherung durch Übernahme des Kreditrisikos. Der früher gegen sie erhobene Einwand, daß sie einen wenn auch unbeab sichtigten, so doch unvermeidlichen Anreiz zum leichtsinnigen Kre ditgeben böte, weil sie das Risiko des Kreditgebers vermindere und gegebenenfalls zweifelhaften Krediten Vorschub leiste, kann angesichts der heutigen Geldknappheit und der beschränkten Krcdit- qucllen nicht stichhaltig genug sein, um den praktischen Wert der Kreditversicherung in Frage zu stellen. Denn der vermeintlichen Gefahr der Kreditbegünstigung kann überdies dadurch wirksam be gegnet werden, daß die Tragung der Versicherungsprämien aus den Kreditnehmer abgcwälzt wird, sodaß dieser gewissermaßen seinen eigenen Kredit zu versichern hat. Letzterer wird, schon um außer den zu zahlenden Kreditwesen weitere Unkosten durch Übernahme der Versicherungsprämien zu vermeiden, zweifellos bestrebt sein, nur in dem Umfange ein Kreditgeschäft abzuschlicßcn, als cs nach Lage der Dinge erforderlich ist. Ein solches Verfahren dürste also sicher hinsichtlich der praktischen Anwendung der Kreditver sicherung ausgleichend wirken und eine geeignete Grundlage sür die Nutzbarmachung des Versicherungsgedankens für Kreditzweck schaffen, zumal ja im Buchhandel bereits Einrichtungen bestehen, die als kreditrcgelndc Kontrollorgane sür die sachgemäße Anwen dung der Kreditversicherung in der Praxis dienen könnten; denn auf Grund der Kreditlistc des Vcrlcgcrvcrcins, oder der Rück buchungen der BAG, oder der Auskünfte der Kommissionäre läßt sich unschwer die Qualität der zu versichernden Kredite seststelleu und dadurch das Versicherungsrisiko als Maßstab für den Umfang der Kreditgewährung bemessen. Welche Aussichten ergeben sich nun schließlich für den unter dem allgemeinen Zustande der Krcditnot stehenden Buchhandel aus den Bestrebungen, die Wege einer neuzeitlichen Kreditorga nisation zu ebnen, die jetzt in richtiger Erkenntnis und Würdigung der geschäftlichen Verhältnisse das deutsche Wirtschafts leben zu durchziehen beginnen, uni ihm auf dem Wege einer gleich mäßigen Verteilung diejenigen Geldkräste wieder zuzusühren, die sich infolge der veränderten Gcldzirkulation an einzelnen Stellen stauen? Denn während in früheren Friedcnszeitcn die zirkulieren den Gelder in den zahlreichen, oft überfüllten Reservoirs der Kre ditinstitute mündeten, um von hier aus kreditgebend der Allge meinheit nutzbar gemacht zu werden, laufen sie heute in der Haupt sache im Postscheckverkchr bei der Reichspost und in der preußischen Staatsbank (Seehandlung) zusammen. Um diese aus öffentlichen Quellen stammenden umfangreichen Gelder als Privatkredite der notleidenden Wirtschaft zur Befruchtung zuzusühren, haben Reich und Staat bereits Verteilungsgrnndsätze ausgestellt, und eS besteht das Bestreben, diese Geldmittel an die Sparkassen- und Giro organisation, sowie an die Privatbanken und Genossenschaften zu verteilen, damit sie von hier aus für Kreditzwecke an den gewerblichen und landwirtschaftlichen Mittelstand, sowie an das Kleingewerbe die beabsichtigte Verwendung finden. Bei dem star ken Kreditbedürsnis, das nach den vorstehenden Feststellungen in allen buchhändlerischen Erwerbszweigcn vorhanden ist und bei einem weiteren Anwachsen sich absatzhemmcnd auszuwirken droht, haben diese Maßnahmen auch für den Buchhandel die gleiche ge schäftliche Bedeutung wie für andere Wirtschaftszweige. Welche Wege hierfür zu beschreiten sind, wird Sache der Organisationen und der krcditsuchenden Kreise im Buchhandel sein; hier kam es nur auf einen allgemeinen Hinweis aus die sich bietenden Mög lichkeiten zur Kreditbeschaffung an, um sie für die Wirtschaft des Buchhandels in gleicher Weise ausznwcrtcu, wie dies in anderen Branchen geschieht. Denn auch für den Buchhandel handelt es sich hier um eine Lebensfrage. Ri.
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