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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.06.1925
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- 1925-06-23
- Erscheinungsdatum
- 23.06.1925
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10108 «Sr,-»«»,! s. d. Dllchn. »uchh-ndkl. RedalttonEer Teil. 144, 23, Juni 1925, machen wird, zu zahlreichen Sludienfahrlcn Nor allem jüngerer Bcrufsgcnossen Veranlassung geben wird. Schon jetzt sollten die größeren Firmen sich darauf einrichicn und etwa einen Stipen- dicnfonds ansaimneln, HIN geeigneten begabten Angestellten die Möglichkeit zu einem Einblick in die internationale Bucher- zcngung zn geben. Florenz bietet unter den gegenwärtigen Ver hältnissen die einzige und bequemste Gelegenheit zu ver gleichenden, Studium der Literaturen, des Buchgewerbes und der Prcisstcllung des Auslandes, das sollte im Interesse der Aus bildung unseres Nachwuchses nicht vergessen werden. An anderem Orte wird ausführlich über die Erfahrungen und die Lehren gehandelt werden, die Florenz in diesen, Jahre vermittelte. Auch läßt sich Abschließendes über die Ergebnisse einer Ausstellung ja erst dann sagen, wenn auch über ihre mate rielle Auswirkung ein Überblick möglich geworden ist. Doch wer den Auskünfte den Interessenten, die auf Grund des beim Börscn- vcrcins-Ausschuß Deutsche Gesellschaft für Auslandsbuchhandcl vorliegenden Kntalogmatcrials Näheres schon jetzt zu hören wün schen, durch die Gcschäftsleitung des Ausschusses jederzeit gern erteilt, vr. v, Löwis of M e n a r. Akademisches Studium ohne Bücher. Ein Beitrag zum Kapitel »Teure Bücher«. Unter dieser Überschrift geht in diesen Tagen nachstehende Dar legung an akademische Kreise: Ein Studium ohne Bücher, das ist wohl kaum möglich, denn es ist doch ohne weiteres klar, daß der angehende Akademiker in aller erster Linie Bücherkäufer sein muß, einfach weil sein ganzes Studium, sein Lebensberuf, aufgebaut ist auf geistigem Besitz, den er sich nicht nur durch Auhören zu eigen machen kann, sondern den er sich durch Lektüre und Nachforschen in eigenen Büchern zu festigen und zu er gänzen bestrebt sein muß. Ja, so war das früher, und so sollte es auch wohl heute noch sein. Aber die Tatsachen liegen — so unglaublich das auch klingen mag — in Wirklichkeit ganz anders. In Wirklichkeit ist es heute so, daß viele Studenten ihr Studium ohne das wichtigste Handwerkszeug, d. h. ohne die notwendigsten Bücher, zu erledigen suchen. Folgende Stellen aus Briefen von Universitätslehrern mögen das bestätigen: . . . Die Folge davon ist, daß die Studierenden es sich ein fach abgewöhnt haben, Lehrbücher zu kaufen. Ich merke das auch im Praktikum. Noch vor wenigen Jahren war es fast die Regel, daß die Studierenden irgendein Lehrbuch hatten, heute ist es äußerst sel ten .. . . . . Bücher werden von unseren Studierenden leider nur ge kauft, wenn es nicht zu umgehen ist. Sie benutzen meist die Bücher aus der Bibliothek. Ähnliche und gleiche Briefe könnten noch in Mengen angeführt werden. Da erhebt sich doch die Frage: »Muß das sein?« und »Wie i st dieser bedauerliche Z u st a n d zu erklären?« Nein, das muß wirklich nicht so sein! Der Hauptgrund, der für den völligen Ausfall vieler Akademiker für den Bücherkauf immer wieder ins Feld geführt wird, ist der vielfach gehörte Nus, das Buch sei zu teuer! (siehe Denkschrift über den Rückgang in der Verbrei tung deutscher wissenschaftlicher Werke und Zeitschriften im Ausland vom 27. Januar 1925. Präsident vr. F. Schmidt-Ott). Wer sich aber einigermaßen mit dieser Frage objektiv beschäftigt, wird unschwer feststellen, daß dieser Grund völlig falsch und daß er entstanden ist in der Zeit, als die Stabilisierung nach dem Zahlenwahnsinn der Inflationszeit plötzlich einsetzte, als bei großer Geldknappheit feste Preise entstanden. Beim Vergleich der heutigen Preise für Lehr bücher mit den Vorkriegspreisen muß immer noch fcstgestellt werden, daß alle die Bücher, die in der Inflationszeit oder kurz nachher, An fang 1924, gedruckt wurden, kaum teurer geworden sind als vor dem Kriege. Aber selbst wenn kleine Verschiebungen nach oben zu ver zeichnen sind, was will das bedeuten gegenüber der seit der Vor kriegszeit eiugetretenen Teuerung ans allen Gebieten? Ist das gerecht, wenn der Student heute alles, aber auch alles teuer bezahlen muß — Kleidung, Wohnung, Essen, Zigaretten und Bier —, allein aber vom Buch verlangt, daß es womöglich billiger, nicht aber teurer sein soll als vor dem Kriege! Auf die Frage, wie diese bedauerliche Einstellung dem Buche gegen über zu erklären ist, muß leider gesagt werden, daß neben der allge meinen Geistesverwirrung und mangelnder Einsicht in wirtschaftliche Verhältnisse, die doch schließlich auch bei der Auchhcrstellung nicht über gangen werden können, auch zahlreiche Dozenten selbst einen Teil der Schuld haben, indem sie in den allgemeinen Schrei, ein Buch sei zu teuer, man könne es nicht kaufen, sondern müsse es borgen, mit eingestimmt und ihre Hörer nicht aus das Fehlerhafte, ja Gefährliche dieser Auffassung hingewiesen haben. Schon jetzt beginnt unter zahlreichen Autoren (namentlich unter solchen, die durch Tantiemenhonorar am Absatz beteiligt sind) ein großes Erstaunen und Klagen, daß der Absatz ihrer Bücher so zurückgegangen ist und folglich ihre Honorareinnahmen mehr und mcyr versiegen. Es kann nicht deutlich genug darauf hingcwiesen werden, daß das noch viel schlimmer werden wird und werden muß, wenn da nicht bald ein Wandel in den Anschauungen der BUcherkäufer eintritt, zumal da ja bekanntlich auch das Ausland nach der Inflationszeit fast völlig ausgehört hat, deutsche Bücher zu kaufen. Ja, es muß schließlich dazu kommen, daß viele neue Bücher einfach ungedruckt bleiben müssen und Neuauflagen nicht mehr erscheinen können, weil in kurzer Zeit der früher so blühende und leistungs fähige wissenschaftliche Verlag in Deutschland nicht mehr in der Lage sein wird, Bücher auf eigenes Risiko herzustellen. Daß das nicht im Interesse der Wissenschaft und der Autoren liegen kann, dürfte einlenchten! Man überzeuge sich endlich, daß die Klagen über zu teure Bücher völlig unberechtigt sind, daß Bücher nicht teuer, vielfach aber billiger s i n d als andere, infolge der allgemeinen Weltteuerung entsprechend gestiegene Produkte. Jedem Bücherkäufer müßte es bei einiger Einsicht doch ohne weiteres klar sein, daß er heute gar nichts besseres tun kann, als jetzt noch solche billigen Bücher zn kaufen, die während der Inflationszeit oder Anfang 1924 gedruckt wurden, denn alle neuen Bücher, die unter den jetzigen Verhältnissen hergestcllt werden, müssen bereits viel teurer sein. Haben wir doch allein seit Anfang 1924 eine Teuerung in den Hauptzweigen des Buchgewerbes von ca. 80 Prozent. Also nicht Bücher borgen, weil sie zum Kauf zu teuer sind, sollte die Parole lauten, sondern Kauft Bücher! denn sic sind heute noch billiger als alle an deren Produkte und werden auch später, wenn auch eine Teuerung eintreten muß, nicht höher im Preise st eigen, als alle an de renEr Zeugnisse gestiegen sind. Bücher sind und bleiben ein dauernder und un versiegbarer Schatz an geistigen Werten! Wir bringen diese sehr beachtlichen Ausführungen hiermit auch dem Gesamtbuchhandcl zur Kenntnis mit dem Anheimgeben, davon ge eignet erscheinenden Gebrauch zu machen und vor allem im Gespräch mit den betreffenden Kunden gelegentlich auf diese Zusammenhänge hinzumeisen, damit sich allmählich eine andere Auffassung durchsetzt. Nadler, Josef: Literaturgeschichte der deutschen Stämme und Landschaften. Zweite Auflage. Hl. Bd.: Der deutsche Geist. (1740—1813.) Regensburg: Josef Habbel 1924. 656 S. m. 14 Beilagen. Hlwbd. Mk. 16.—. Der dritte Band des Nadlerschen Werkes, dessen Zeitraum auch die Klassik und ältere Romantik umschließt, gehört schon dadurch zu den interessantesten der Gesamtreihe. Da vielen Lesern der Rohstoff gerade dieses Bandes am bekanntesten sein dürste, könnte er ihnen deshalb am ehesten eine Einführung in die Anlage und Betrachtungsweise des Gesamtwerkes vermitteln. An neuen Gesichtspunkten, die der Verfasser zeigt, ist kein Mang-el, und so ist auch die ästhetische Spannung bei der Lektüre dieses Bandes nicht gering. Es ist schon bei der Anzeige seiner der deutschen Literaturentwicklung nach Landschaften und Stämmen an sich ist, ihr bisweilen die Hilfs- oder Zwangskonstruktionen nicht feh len. die abrundend das Gesamtbild Herstellen müssen. Das gilt indessen ebenso für jeden anderen systematischen Ausbau einer Literaturge schichte. (Man vergegenwärtigt sich ja in den Geistcswissenschaften nicht immer hinreichend, daß sie keineswegs stets auf Arbeitshypothescn ver zichten.) Wenn also in einer jeden Literaturgeschichte (abgesehen von der Autorität, die sie für ihre kritischen Maßstäbe, für ihre Methodik beansprucht) da und dort die Betonung einer Dogmatik schärfer hervor tritt, ist das nicht eigentlich ein Fehler, es sei denn, daß man die Aus schaltung aller Fehlerquellen, die sich für die notwendige innere und
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