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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.11.1940
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1940-11-12
- Erscheinungsdatum
- 12.11.1940
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- Deutsch
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leicht sogar berichtigen oder durch einen kleinen Scherz abschwä chen oder unterstreichen. Der Fragende muß bei einer solchen Sendung sich größte Zurückhaltung auferlegen und darf den Fachmann niemals in die ärmliche Rolle des Ja- oder Nein sagers hineinbringen durch Vorwegnahme von Feststellungen, die weit besser der Fachmann selbst trifft. Auch mit dem Verleger allein läßt sich schon einmal über Bücher sprechen, etwa über eine Jahresproduktion oder eine neue Schriftenreihe oder über eine wichtige Gesamtausgabe, ein Sammelwerk, ein reichswich tiges Handbuch, dessen Zustandekommen einen wertvollen Bei trag bietet zur Frage der Arbeitsorganisation und der schrift stellerischen Arbeitsgemeinschaft. Schließlich kann gelegentlich ein offizieller Schrifttumspolitiker oder ein anerkannter Literar historiker ein paar Neuerscheinungen von hoher Warte aus würdigen und in das Gesamtbild der zeitwichtigen Neuerschei nungen einordnen. Alle diese rundfunkischen Formen der Buchwürdigung müs sen knapp, einfach und wesentlich gehalten sein. Jeder Volks genosse soll Gewinn durch sie haben. Was an schriftstellerischer Feinheit geopfert werden muß, das bringt beim Rundjunk die Lebendigkeit des gesprochenen Wortes wieder herein. Ja, eine warmherzige, mit Überzeugung gesprochene und durch Text- Proben ergänzte Würdigung wird höchstwahrscheinlich beim Hörer eine stärkere Wirkung hinterlassen als eine noch so kunst voll geschriebene Buchbetrachtung. Wichtig ist, daß der Einzel- oder dA Sammelhinweis er gänzt wird durch Texteinfügungen in Feierstunden, Hörwerke, Landschaftssendungen und Darbietungen des Jugcndrundsunks. Hierbei kann es sich um kleine und kleinste Kostproben handeln, die Hauptsache ist, daß in allen Teilen des Programms Schrift tum zu lebendigem Wort werde, ob es nun das Zeitgeschehen spiegele, der politischen Erziehung, der geistigen Erhebung oder der entspannenden Unterhaltung diene. Fachkursus für Leihbuchhäudler in Hamburg Der Fachkursus für Leihbuchhändler, der als zweiter Fachkursus dieser Art von der Reichsschrifttumskammer in Hamburg unter der Leitung des Landesfachberaters B. Schlie durchgeführt wurde, ist mit Erfolg vorläufig abgeschlossen worden. Uber den Kursus wird im »Großdeutfchen Leihbüchereiblatt« ausführlich berichtet werden. Er brachte wie der erste eine Reihe von Referaten aus allen den Leihbuchhändler angehenden Gebieten, ferner Arbeitsgemeinschaften über speziellere Fragen und hat die lebhafte Beteiligung eines be trächtlichen Kreises aktiver verantwortungsbewußter Hamburger Leih buchhändler gefunden. Zum Abschluß sprachen K. H. Bischofs, Berlin, über »Die Entwicklung des buchhändlerischen Standes und der buchhändlerischen Aufgaben bis zum heutigen Tag« und Karl Thulke, Leipzig über die »Buchhändler, Leihbuchhändler, Buchhandel«. Mit einer Unter richtung über die Entwicklung der buchhändlerischen Ordnung und Organisation im Laufe der Zeit zum Verständnis der jetzigen Form verband K. H. Bischofs die Darstellung der, wie er sagte, »inneren Geschichte« des Buchhandels. Er deckte den politischen roten Faden, der sich vielfach unsichtbar durch einen großen Teil der deutschen Buch handels-Geschichte zieht, auf. Dabei ging er davon aus, daß ein solcher geschichtlicher Blick für die Gegenwart nur dann einen Sinn hat, wenn er wirklich auch gegenwärtige Dinge eben in der Schau der Geschichte klärt, die Konturen verstärkt, daß dann einem solchen Blick in die Geschichte eine sehr große gegenwärtige Bedeutung zukomme und es eine geradezu praktische Notwendigkeit sei, sich über diese DiiHe käar M werden. Wenn es darauf ankomme, daß man sich einer Aufgabe bewußt werden müsse, um sie in ihrem ganzen Umfang zu erfüllen, wenn es daher also darauf ankomme, daß auch ein Berufsstand in diesem Sinne selbstbewußt werde, dann dürfe man an der Geschichte nicht vorübergehen. Es handele sich dabei also nicht um einen bildungsmäßigen, sondern um einen politischen Vorgang, so wie ja auch der Blick in die Geschichte unseres Volkes und die neue Schau in diese Geschichte nicht lediglich eine Rückschau des Natio nalsozialismus, sondern ein stärkster politischer Vorgang ist. Wir fühlen uns als die Mittragenden einer Zeitwende sowohl nach rück wärts an die große Vergangenheit unserer Volksgeschichte wie nach vorwärts in den Glauben an eine große Zukunft unseres Reiches verpflichtet, und wir werden dies als Aufgabe und Hilfe auch auf unseren Beruf selbst übertragen müssen. Von dem an sich unpoli tischen Anfang deutscher buchhänblerischer Geschichte ausgehend, ver folgte K. H. Bischofs den Weg bis in unsere Tage und deutete für unsere Tage das innere Geschehen in dieser Berufsgeschichte. Karl Thulke sprach umfassend über den »Leihbuchhändler in der Reichsschrifttumskammer«, begründete ebenfalls vom politischen Charakter unserer Zeit her die Organisation der Gruppe Buchhandel, die durch die Praxis sich ergebenden Notwendigkeiten dieser Organi sation und darauf die Einrichtungen, die Mittel, die Möglichkeiten der Gruppe Buchhandel als Betreuerin des gesamten deutschen Buch handels. — Hat der Fachkursus den Teilnehmern nicht nur wert volles Rüstzeug für ihre tägliche Arbeit gebracht, sondern ihnen auch die Größe der Verantwortung und der Aufgabe vor Augen geführt, so kam cs gerade bei den Ausführungen von Karl Thulke deutlich zum Ausdruck, daß er bei der Erfüllung dieser Aufgabe in seiner berufsständischcn Vertretung einen klar geordneten, mit Überlegung eingerichteten Helfer hat. Die deutsche Geschichte in der deutschen Er zählung*) Seinem Literarischen Ortslexikon -Deutsches Land in deutscher Erzählung», das ISS« erschienen ist, ließ Luther ein in gleicher Weise angelegtes und dem gleichen Zweck bienendes Werk solgen, das den damals verarbeiteten Stoff unter neuen Gesichtspunkten ordnet und für die Benutzung erschließt. I» dem Literarischen Ortslexikon wur den solgende zwei Fragen beantwortet: Welche Werke sind über eine bestimmte Landschaft oder einen bestimmten Ort entstanden? und: Wo spielen die Werke eines bestimmten Versasscrs? In dem neuen Buch lautet nun die Frage: In welchen Werken der deut schen Erzählungsliteratur in Prosa werden be stimmte Personen und Ereignisse der deutschen Geschichte behandelt? Es braucht nicht besonders erläutert zu werden, daß die Beant wortung dieser Krage nicht nur den Literaturwissenschastler oder Bibliothekar, sondern besonders auch den Buchhändler interessiert. Denn gerade an ihn wirb ost die Frage herantreten nach einem Buch, in dem ei» bestimmtes geschichtliches Ereignis oder eine bestimmte geschichtliche Persönlichkeit behandelt werden, und zwar nicht in einer wissenschaftlichen, sondern in einer allgemein erzählenden oder auch dichterischen Gestaltung. Bei der Unllbersehbarkeit des vorliegenden Schrifttums ist es natürlich selbst einem ausgezeichneten Kenner in den meisten Fällen völlig unmöglich, eine solche Frage ohne weiteres etwa aus dem Gedächtnis zu beantworten. Es stehen ihm aber andererseits dafür auch keine Hilfsmittel bzw. geeignete Nachschlage werke zur Verfügung. Hier setzt sitr bas Gebiet der deutschen Ge schichte das neue Buch von Luther ein. Es ist also gewissermaßen ein literarisches Geschtchtslexikon in biblio graphischer Form. Eine gewisse Schwierigkeit lag von vornherein in der Begren zung des Stoffes. Da geschichtliche Dichtung als Darstellung der Ver gangenheit im großen und ganzen erst seit der Romantik vorhanden ist, wurde die zeitliche Grenze nach rückwärts, etwa mit dem zweiten und dritten Jahrzehnt des IS. Jahrhunderts gezogen. Damit wird vor allen Dingen auch jenes Schrifttum erfaßt, das heute noch wirk sam oder, vom buchhänblerischen Gesichtspunkt aus, noch beim Ver lag lieferbar ist. Eine weitere notwendige Abgrenzung liegt in der Beschränkung aus die Erzählungsliteratur in Prosa. Die Vcrsdichiung und bas Drama werben also nicht mit ersaßt. Dies würde einerseits besonderen Fragestellungen entsprechen, andererseits aber den. Um sang des Buches und damit auch seinen Preis und seine praktische Verwendbarkeit stark eingeschränkt haben. Vom geschichtlichen Stoss her umspannt dagegen die Darstellung alle Epochen der deutschen Geschichte von der Urzeit bis zum Welt krieg. Ein vorzüglich bearbeitetes Namens-, Orts- und Berfasser- regtster erschließt den ungeheuren Stoss arbeitspraktisch. Von hier aus lassen sich nahezu alle auftauchenden Fragen beantworten. So kann man z. B. rasch feststellen, in welchen erzählenden Werken und Prosadichtungen der Ausstieg Brandenburg-Preußens und innerhalb dieses Zeitraums der Große Kurfürst und seine Kolonialpolitik ihren literarischen Niederschlag gesunden haben. Ebenso kann man aber beispielsweise auch die Werke seststellen, in denen das geistige Leben im ausgehenden 17. Jahrhundert und im 18. Jahrhundert aus den Gebieten von Religion und Kirche, Wissenschaft und Dichtung, Musik *> A. Luther: Deutsche Geschichte in deutscher Erzählung. Ein literarisches Lexikon. Leipzig: Karl W. Hierse- mann, ISIS. XI S., 42« Sp., Lex.-8°. Lw. RM S.S«. Nr. 265 Dienstag, den 12. November 1940 427
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