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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.08.1931
- Strukturtyp
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- 1931-08-11
- Erscheinungsdatum
- 11.08.1931
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- Deutsch
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VMÄMMwMlltsckmViMmM Nr. 184 (R. S3).Leipzig, Dienstag den 11, August 1831, 98. Jahrgang. RedMLonMer Tnl Der Schutz des buchhandlerischen Ladenpreises. Referat gehalten aus dem Internationalen Verlegcrtongretz in Paris von ve, Friedrich Oldenbourg, Das Buch als Ware unterscheidet sich von jeder anderen Ware durch die Eigenschaft, das; es innerhalb einer Auflage in seinem wesentlichsten Teil, nämlich hinsichtlich des geistigen Inhalts, mit Sicherheit gleiche Güte ausweist, Wohl kann das eine Stück einer Auslage etwas besser gedruckt oder ge bunden sein als das andere, der Inhalt bleibt immer der gleiche. So weitgehend ist die Gleichheit sonst bei keiner Ware sicher gestellt, auch bei den sogenannten Markenartikeln nicht: Zwar kann sorgfältige Prüfung in der Fabrik weitgehend dafür sorgen, daß etwa ein Automobil von bestimmter Marke mit nahezu immer gleicher Güte auf den Markt kommt, oder eine Rasiercrcme kann durch solche Überwachung bei gleicher Wirk samkeit erhalten werden. Aber für den Käufer können dennoch gerade in wesentlichen Punkten in beiden Fällen bedeutende Unterschiede gegeben sein, denn das Automobil behält seinen Markennamen, auch wenn etwa anderer Werkstahl verwendet wird oder in der Konstruktion des Motors Änderungen vorgenom men wurden und die Rasiercreme wechselt ihren Namen nicht, wenn die Zusammensetzung etwas geändert oder der Inhalt einer Tube vermehrt oder vermindert wird. Darum ist bei keiner Ware die Festsetzung eines einheit lichen Preises durch den Fabrikanten so berechtigt wie beim Buch die des festen Ladenpreises durch den Verleger, Es ist darum kein Wunder, daß der feste Ladenpreis des Buches in allen Kulturländern sich durchgesetzt hat. Freilich die »Festig keit- dieses Preises ist nicht überall ganz die gleiche. Sie ist von allerlei Umständen abhängig. Diese Festigkeit wird ja nicht nur vom Verleger allein bestimmt. Es kommen auch eine Reihe anderer Umstände in Betracht, deren wichtigste das Verhältnis zwischen Verlag und Sortiment und die Einstellung der Gesetzgebung eines Landes sind. Es ist deshalb nicht verwunderlich, daß zwar in allen Kulturländern der Preis des Buches vom Verleger festgesetzt wird, daß aber seine Aufrechterhaltuug nicht überall im gleichen Maße gesichert ist: Deutschland hat seit langem eine Verkaufs ordnung, die zwar immer wieder veränderten Verhältnissen angepaßt wurde, deren Grundgedanke aber immer der gleiche war: Einengung der Ausnahmen vom festen Ladenpreis, Eng land hat seit über 30 Jahren das kiot doob agreomoot mit dem Zweck, den Ladenpreis durchzusetzen; zweifellos aber ist dort z, B, der Kampf der Bibliotheken gegen die Starrheit dieses Systems wesentlich schwerer als in Deutschland, was sich auch im Endergebnis ausdrückt. Andererseits ist z, B, in den nordi schen Ländern und wohl auch in Holland der Verlag wesent lich mehr an der Feststellung der Zahl vollgültiger Sortimenter beteiligt als in Deutschland, und in Österreich und der Tschecho slowakei ist durch die staatliche Konzessionierung des Sorti mentsbuchhandels das Verhältnis zwischen Verlag und Sorti ment anders als in den Staaten, wo die Zahl der Sortimente nur durch den Verlag bestimmt wird. Dazu kommt, daß der Staat sich bei den verschiedenen Nationen dem Ladcnprcissystem gegenüber ganz unterschiedlich einstellt: Die Vereinigten Staaten von Amerika z, B, bekämp fen geradezu jede Preisbindung und in Deutschland erleben wir zur Zeit gerade eine Welle der Feindlichkeit gegen alle Preiskartelle, In anderen Staaten dagegen, z, B, in Italien, hat der Kartellgedanke in den letzten Jahren eher eine Stär kung erfahren. Dazu kommt, daß manchmal die Durchbrechung des Systems vom festen Ladenpreis wie z, B, in Frankreich manchen Bücherkäufern Vorteile eingeräumt hat, die in anderen Ländern in dem Umfange unbekannt sind. Die Gründe hierfür zu erörtern würde hier zu weit führen. Maßgebend bleibt, daß diese Durchbrechungen allerseits als Übel, wenn auch manch mal notwendiges Übel, angesehen werden. Es erscheint uns Deutschen heute zweifellos, daß der Käu fer größerer Mengen ein und desselben Buches einen Preis vorteil genießen muß und — wenn auch mit größerem inneren Widerstreben — haben wir uns damit abgefunden, daß Biblio theken mit entsprechend großem Vermehrungsetat als ständige Dauerkunden mit zweifelsfreier Zahlungsfähigkeit Vorteile im Preis genießen. Nach diesen kurzen Betrachtungen über die nationalen Ver hältnisse des Ladenpreises beim Buch erscheint die Frage in diesem Kreise berechtigt: Wie steht es international? In Anbetracht des Umstandes, daß die deutsche Berkaufz- ordnung über die Grenzen des Deutschen Reiches Geltung hat, daß eine Reihe von buchhändlerischen Vereinigungen anderer Staaten dem Börsenverein der Deutschen Buchhändler ange schlossen ist, ist es wohl keine Unbescheidenheit, wenn von deut scher Seite diese Frage kurz behandelt wird und zu ihr Forde rungen für die Zukunft gestellt werden. Freilich ist hier Be scheidenheit insofern am Platz, als der Börsenvcrein der Deut schen Buchhändler bisher nur über die Einhaltung des Laden preises beim deutschen Buch wacht, während in anderen Län dern, z, B, den skandinavischen, auch die Einhaltung der Preise für ausländische Literatur überwacht wird. Ich stehe nicht an, zu behaupten, daß solche Stellungnahme mich fortschrittlicher dünkt als die bisher beim Bövsenverein der Deutschen Buch händler übliche. Warum? Sieht man im festen Ladenpreis einen Dienst am Kunden, dem die Gewißheit einer gleichmäßigen Preispolitik geboten werden soll, und ist man sich klar darüber, daß die Leistungsfähigkeit eines gut durchgebildeten Sortiments steht und fällt mit der Aufrechterhaltung des festen Ladenpreises, so ist nicht einzusehen, warum solche Auffassung nur im natio nalen Verkehr und nicht auch im internationalen Geltung haben soll. Ist nicht Menst am Kunden eine menschliche An gelegenheit allgemeinster Art? Sind nicht Geist und Kunst die tragenden Elemente des Buches, ohne nationale Grenzen, sodaß jeder Verleger wünschen muß, überall auf der Welt Sorti menter größter Leistungsfähigkeit zu besitzen? Es soll nicht verschwiegen werden, daß ausländische Ver eine, in deren Gebiet das deutsche Buch viele Leser hat, schon mit der Anregung an den Börsenverein herangetreten sind, um hinsichtlich des gegenseitigen Ladenpreisschutzes Abkommen zu treffen, ein Zeichen dafür, daß man auch anderwärts meine Auffassung teilt. 72g
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