Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel Nr. 26 (R. 13) Leipzig, Dienstag den 2. Februar 1937 161.Jahrgang Der Preis des Führers Stiftung eines Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft Der Führer und Reichskanzler erließ zum zo. Januar rygy folgende Anordnung: Um für alle Zukunft beschämenden Vorgängen vorzubeugen, verfüge ich mit dem heutigen Lage die Stiftung eines Deutschen Nationalpreises für Kunst und Wissenschaft. Dieser Nationalpreis wird jährlich an drei verdiente Deutsche in der Höhe von je looooo Mark zur Verteilung gelangen. Die Annahme des Nobelpreises wird damit für alle Zukunft Deutschen untersagt. Die Ausführungsbestimmungen wird der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda erlassen. Im Mittelpunkt der Reichstagssitzung vom zo. Januar, deren geschichtliche Bedeutung in ihrer Größe von jedem emp funden wurde, der während dieser denkwürdigen Stunden den Führer hörte, stand dessen gewaltige Rede, in der sich stolzer Rechen schaftsbericht und gläubige Zukunstsschau vereinten zu einer einzigartigen kunügebung nationalsozialistischen Lebenswillens. In dieser Sitzung gab der Präsident des Reichstages, Generaloberst Hermann Göring, im Aufträge des Führers auch die deutsche Antwort auf jene vor einigen Wochen erfolgte, eine beschämende Entgleisung darstellende Friedens nobelpreis-Verteilung, die von jedem einsichtigen und klar denkenden Menschen innerhalb und außerhalb der Grenzen des Reiches aufs schärfste verurteilt wurde. Nachdem einmal ein Landesverräter vom Schlage des Herrn von Ossietzky für würdig befunden worden war, Nobelpreisträger zu sein, mußte es jeder Deutsche für unmöglich ansehen, daß je noch einmal ein An gehöriger des Deutschen Volkes diese Ehrung entgegennehmen könnte, zumal wir in den vergangenen Jahren auch bei der Vertei lung mancher Literatur-Nobelpreise berechtigte Zweifel darüber empfinden mußten, ob die für die Verteilung des Nobelpreises Verantwortlichen ein zuverlässiges Gefühl für die arteigenen Kulturwerte eines Volkes wie des Deutschen besäßen. So ist die Antwort, die der Führer am vergangenen Sonnabend auf die Entgleisung des Nobelpreiskomitees erteilte, jedem Deutschen aus dem Herzen gesprochen. Der begeisterte Beifall, mit dem der Reichstag die Verlesung der Anordnung des Führers und Reichskanzlers aufnahm, schloß in sich die einmütige Zustim mung des ganzen Volkes zu einer Entscheidung, deren Stolz und Würde wir gerade im Erlebnis dieser unvergeßlichen Stunden mit glücklichster Dankbarkeit empfanden. Alle die jenigen Deutschen aber, die den gewaltigen kulturellen Auf gaben, die der Führer gestellt hat, dienen dürfen, sind im tiefsten ergriffen von dem hohen und wunderbaren Sinn einer so einzigartigen Ehrung. Selbstverständlich werden es immer nur einige Auserlesene, besonders Berufene und besonders Begna dete sein, die das Schicksal dazu ausersehen wird, Träger dieses „deutschen Nationalpreises für Kunst unü Wissenschaft" zu sein. Aber für alle, die auf künstlerischem und wissenschaftlichem Gebiet tätig sind, wird die Stiftung des Führers ein Ansporn zu höchstem Einsatz aller Kräfte, zur größten Steigerung aller Anlagen und Fähigkeiten und zu einem keine Widerstände scheuenden Willen zu stolzen Leistungen sein; und sie alle werden sich mit denen geehrt fühlen, die alljährlich aus der Hand des Führers diese herrliche Auszeichnung empfangen werden für künstlerische Werke und geistige Taten, durch die das national sozialistische Deutschland vor aller Welt Zeugnis ablegen wird für die Kraft des ihm innewohnenden Selbstbehauptungswillens. !>? Nr. 2Ü Dienstag, öen 2. Februar 1937