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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.05.1879
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1879-05-21
- Erscheinungsdatum
- 21.05.1879
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
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darlegen. Der Vorstand hat die füns Sätze durchaus nicht zum Beschluß erhoben, derart, daß damit genau, voll und ganz der Stand punkt präcisirt sei, den er einnimmt. Diese fünf Sätze enthalten uns nach der einen Seite zu viel, nach der andern zu wenig; wir accep- tircu sie aber in dem Sinne, daß sie eine Basis bilden, aus der eine zu bildende Commission weiter sortbauen und die sie auch abändern kann. Meine Herren! Eine solche Commission wird doch in der Abänderung des Statuts mit einer Gründlichkeit und Vorsicht arbeiten, die nichts zu wünschen übrig lassen wird. Es wird eine solche Abänderung drei Monate vorher zu Ihrer Kenntniß gebracht werden, Sie haben dann hinreichend Gelegenheit, mit sich zu Rathc zu gehen, ob Sie die Vorschläge zweckmäßig finden, Sie können darüber im Börsenblatt und in den Provinzial- und Localvereinen debattiren; ich sehe also wirklich gar keine Gefahr darin, wenn wir der Commission diese fünf Punkte zur ernsten Erwägung übergeben. Das ist die Stellung, die der Vorstand hierzu einnimmt. Herr Prager: Ich beantrage, daß getrennt über jeden einzelnen der fünf Sätze abgestimmt wird. (Widerspruch.) Vorsitzender: Sie hören, daß Ihr Vorschlag keinen Anklang findet. Es wird ja keiner der füns Punkte zum Beschluß er hoben: wir erkennen ja damit gar nicht an, daß die fünf Sätze in ihrem materiellen Inhalte von der Generalversammlung genehmigt werden sollen. Herr Simion: Ich möchte dann aus dem, was ich vorhin ausführte, das Resultat ziehen, und beantrage, daß die fünsSätze der Enquste-Commission der zu bildenden Commission als Material zu überweisen sind. Herr Wild-Wirth: Der Antrag derDelegirten-Versammlung lautet nur dahin, es möchten der Commission diese 5 Punkte als Directiven ganz allgemeiner Art mit auf den Weg gegeben werden. Ich glaube, es ist ein Streit um Worte, den die Herren führen, materiell dürste cs dasselbe sein. Vorsitzender: Ich muß doch dem Herrn Antragsteller entgegnen, daß der Antrag, wie ich eben sehe, etwas anders lautet. Es heißt hier: „auf Grundlage der von derselben ausgestellten Thesen". Diesen Standpunkt acceptirt der Vorstand nicht ganz. Das ist doch etwas mehr, als wenn man sagt: „als schätzbares Material", oder: „als Material". Herr Cronbach erklärt sich unter steigender Unruhe der Versammlung dafür, daß durch die Versammlung selbst ent schieden werden solle, ob die Thesen eine „Grundlage" oder ob sie nur „Material" bilden sollten. Herr Hertz: Meine Herren! Ich glaube doch, daß der Commission, die zur Berathung der Statuten gewählt werden soll, möglichste Freiheit gelassen werden muß, daß dieselbe nicht an ein, ich möchte beinahe sagen, Recept, an ein Programm gebunden werde. Der Antrag hier enthält eine Verpflichtung. Es steht zwar nicht dieses Wort da, sondern „Directivc", aber auch das schließt schon eine positive moralische Verpflichtung in sich. (Widerspruch.) Es handelt sich darum, einen Ausdruck zu finden, der die Wünsche der Delegirten-Versammlung ausdrückt und aus der andern Seite doch der Commission die nöthige Freiheit läßt. Vorsitzender: Meine Herren! Der Herr Antragsteller hat den Antrag etwas abgeändert; ich glaube, in dieser Form wird er wohl auch Ihre Billigung finden, indem er nunmehr die Commission nach keiner Seite hin vincnlirt. Er lautet jetzt: „Die Cantateversammlung wolle unter Billigung der Arbeiten der Enguote-Commission und mit Berücksichtigung der von derselben aufgestellten Thesen eine Resormirung des Börsenvereins u. s. w." Der Antrag ist in dieser Form hinreichend unterstützt und steht daher mit zur Debatte. Herr Bergsträßer: Meine Herren! Ich bedaure, daß der Herr Antragsteller, der im Aufträge der Delegirten-Conferenz den ursprünglichen Antrag verfaßt hatte, zu dieser Abänderung gekommen ist. Wir waren in der Delegirten-Conferenz darüber ganz einig, daß wir allerdings gewisse Grundlagen und Directiven geben wollten. Wenn wir sie nicht noch bestimmter gegeben haben, meine Herren, dann haben wir es bloß deswegen gethan, weil wir in der Kürze der Zeit an diesen fünf Thesen weiter keine Aenderungcn bewirken wollten oder konnten. Aber, meine Herren, wenn Sie nunmehr diesen Antrag der Delegirten-Conferenz in dem Maße abschwächen, daß Sie das viele „schätzbare" Material, was wir schon längst haben, noch um ein weiteres vermehren, dann gehen wir nach Hause und haben nichts geleistet. Ich bitte Sie dringend, meine Herren, halten Sie fest daran, daß wir eine Grundlage und eine Directive geben wollten. Wir schädigen damit kein Privatinteresse, wir wollen Niemand in seinem Privateigenthum beeinträchtigen, wir legen aber eine gewisse Grund lage, die doch Jeder anerkennen kann und muß, der dem Buchhandel angehört und das große Interesse des Buchhandels im Auge hat. Wenn Sie heute Ihre Abstimmung auss nächste Jahr verschieben, wenn Sie die Anträge Prager, Simion und den eben gestellten annehmen, so müßte ich den Eindruck gewinnen, daß wir überhaupt niemals mit einer gesunden Statutenänderung aus Leipzig fortgehen werden. (Bravo) Ich nehme deshalb den Antrag der Delegirten-Conferenz in seiner ursprünglichen Fassung wieder ans und ersuche diejenigen, die mich darin unterstützen wollen, sich zu erheben. Vorsitzender: Meine Herren! Berücksichtigen Sie die große Gefahr, die darin liegt, wenn wir dies als bereits feststehend annehmen. Ich muß mit voller Offenheit sagen, ich würde in eine Commission gar nicht eintreten, die in dieser Weise vorschreibt. Nach freiester Ueberzeugung, nach Anhörung der verschiedensten Ansichten will ich mich entscheiden, aber nicht mir vorher mein Urthcil vor schreiben lassen. Herr Hertz: Was eben der Herr Vorsteher gesagt hat, ist genau das, was ich gestern den drei Herren, die sich mit mir unterredeten, gesagt habe. Ich habe gesagt: Ich kann mit diesen Punkten sympathisiren, ich kann sie in Erwägung nehmen bei den Be rathungen, unter keinen Umständen aber verpflichte ich mich ohne Weiteres aus sie. Das ist das, was ich Ihnen vorhin sagte, als ich Ihnen dankte für die Wahl, die Sie auf mich gerichtet haben. Ich habe kein Programm, — ich lasse mir keins geben, und zwar deshalb nicht, weil alle diese Dinge jetzt aus dem Vollen wieder einmal herausbcrathen werden müssen, aus der ganzen Fülle Dessen, was vor handen ist an Gedanken, und dazu müssen wir absolute Freiheit haben. Wenn dann dreißig, vierzig Buchhändler ans allen Richtungen zusammenkommen, so werden doch die Gesichtspunkte, die überhaupt zur Sprache kommen können, bei der Gelegenheit auch zur Sprache gebracht werden, ohne daß die Mitglieder noch ausdrücklich auf bestimmte Sätze vereidigt sind. Lassen Sie diese Verpflichtung lieber weg. (Schluß der Debatte wird beantragt und angenommen.) Vorsitzender: Wir kommen zur Abstimmung; ich stelle zunächst den abgeänderten Antrag der Delegirten-Conferenz zur Abstimmung, der so lautet: 27k
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