^ 214, 13. September 1934. Fertige Bücher. BSr,-»bl-M s. d.T>t,chn,«uchhmid-l. Jggg Unsere Neuerscheinungen ' September 1934 Konrad «Neste brummet. Zroman Neue Ausgabe ln der Urfaffung Lelnen RM 4.— Grummet, daS lst jener würzig-herbe Ausdruck für die zwette Ernte, die der Spätsommer noch einmal wie eine unaussprechlich reiche Gnade auSschüttet. Immer wird diese ferne Grünmahd zum Segen, wenn sich GotteS Liebe auS den schwankenden Gräserhalmen wie in duftender Reife und Beglückung offenbart. Ist eS anders bei den Menschen? Ist eS anders in unserem Volk? Auch für daS Späte lst eS nicht zu spät! — Konrad Beste läßt unS seine zweite Ernte am Schicksal zweier Menschen erleben und erbebt sie ln die von reinster Schöpferkraft verklärte Landschaft der Weserberge. Nicht leicht fügen sich die Wege der tapferen Else Amthor und des Dichters Wolcken- baar zu jenem endlichen Weg, der kein Auseinander mehr bringen kann. Auf ihrer Kämpferbahn begegnen ihnen Zerbrochene und Zer orechende. Die ganze furchtbare Vergangenheit eines erst heute überwundenen KlassenhaderS und verlogenen DürgertumS wollen auch hier die Welt der Ungebrochenen in ihren Strudel hlnelnreißen. WaS unS jedoch an Niederdrückendem traurig werden läßt, führt Beste zur Lösung und Erlösung im Finden seiner sieghaften Menschen gleichzeitig ln daS Wunschbild einer höheren Ordnung. Schon im Jahre 1922, dem EntstehungSzeitraum deS BucheS, hat er hierfür unentwegt den Einsatz gewagt. Wir wollen ihm diese Bereitschaft nicht vergessen! — So wird der Roman zu einem BekenntnlSwerk, daß erst in den Tagen der nationalsozialistischen Erfüllung sein lebendiges Echo ln einer umgeschlchteten Volksgemeinschaft sucht. .Grummet* wendet sich an alle ringenden und ernsthaft bereiten Deutschen. Ihnen hat der Dich ter heute mehr denn je unendlich viel zu geben. GeschenkauSgabe deS unter gleichem Titel erschienenen BändchenS der Nordmark-BÜcherei Leinen RM 2.80 Man darf eS als einen glücklichen Gedanken bezeichnen, Friedrich GrleseS Erzählungen auS dem alten Mecklenburg nunmehr auch in dieser Auswahl herausgebracht zu haben. Zeigen unS die Arbeiten einerseits einen Schaffens- und Entwlcklungsabriß von mehr als zehn Jahren, so offenbaren sie andererseits, wie der Träger des Lessing-preiseS mehr und mehr zur Beherrschung jener Form gelangt, die wir in allen seinen Novellen zu schätzen wissen. DaS berühmte „Hell —Dunkel', daS unS in RembrandtS Bildern entgegentritt, hat bei Griese den vollendenten Ausdruck in der Erzählkunst gesunden. Mit wenigen Strichen deutet er an und gibt doch eine ganze Welt voller Erdge- bundenhelt und zeitloser Entrücktheit, StammeSetgentümlichkeit und Verpflichtung an blutgebundene Begriffe. Erzählungen wie .Der Irr gang* oder .Nebliger Tag' wird man nur schwer wieder auS dem Bewußtsein streichen können. Die niederdeutschen Erzählungen von Griese werden auch in diesem Buch ein Stück gesamtdeutschen Besitztums der ganzen Nation. de Leinen RM 4.— See- und Strandgeschichten ES sind einundzwanzig See- und Strandgeschichten, die unS der Dichter OstfrieSlandS in dieser wundervollen Sammlung vorlegt. Ist eS überhaupt möglich, auch nur eine davon heroorzuheben, ohne gleich die andere in ihrem Wert zu schmälern? Wahrlich, eine solche Ge- schtchtenauSlese erleben wir vielleicht alle zehn Jahre ein einziges Mall Wetterfeste Fakrensleute und heldische Frauen treten uns in sturmharten Schicksalen der Vergangenheit und Jetztzeit entgegen. Seeleute und Schiffer, Meuterer und Soldaten, Finnwale und Grön landjäger ziehen in kaum mehr vorstellbaren Abenteuern an unS vorüber. Aber alles dleS wirkt nicht erfunden wie so manche andere Be gebenheit, von der wir unS in den Büchern berichten lassen. ES ist der hinreißende und überwältigende Ausdruck deS wirklichen Lebens, dem ein Gestalter von erstem Rang seine kraftvolle Sprache zu geben verstand. Jung und alt werden daran ihre Freude haben. Wir dürfen deshalb getrost manches unwichtige Buch auS der Hand legen, wenn wir unS und andere mit diesem ausgezeichneten Geschichten- band von Berend de VrieS vertraut machen. 603*