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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 01.07.1920
- Strukturtyp
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- Band
- 1920-07-01
- Erscheinungsdatum
- 01.07.1920
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- Deutsch
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Absichten des Verlegers cinzugehcn, schon deshalb nicht allzu sehr gefürchtet zu werden, weil der Verleger für alle Fälle eine Entschädigung durch Bezahlung dieses Werbemittels erhält. Tic Wege, die unsere Werbemittel nehmen, sind unbestimmbar. Wie Antiquariatskataloge oft noch nach Jahren wirken, so kann man dem Verlagsalmanach wohl Zutrauen, daß er seine werbende Kraft in nicht minder, ja stärker nachhaltiger Weise auswirki, weil mit ihm die Grenze des Katalogs überschritten und in das Reich der Bücher selbst der Übergang vollzogen ist. Das Jahr 1920 hat uns eine größere Anzahl von Verlags almanachen gebracht. Als bemerkenswerte Erscheinung kan» die Tatsache betrachtet werden, daß, während der Insel-Verlag zum erstenmal auf die Herausgabe des Jnsel-Almanachs verzichtet und dafür die neue Vertriebszeitschrtft »Das Insel schiff geschaffen hat, gerade eine Reihe der jüngsten Verlagsunter nehmungen sich des Almanachs als Werbemittel bedienen. Zu ihnen gehören der Hesperos-Verlag und der Musarion-Verlag in München, der Amalthea-Verlag in Leipzig, Zürich und Wien und der Verlag von Fritz Gurlitt in Berlin. Von älteren Ver- lagssirmen, die Almanache herausgegeben haben, sind Morawe L Scheffelt und Paul Cassirer in Berlin zu nennen. Ein kleiner Kalender »Nvrdmark-Dichler-Kalender, herausgegeben von der Fehrs-Gildc bei Weslermann, wäre in diesem Zusammenhänge noch zu nennen. Ein Almanach für sich ist der Almanach der Bücherstube von Horst Stobbc in München, weil er den Zwecken eines Sortimentsgeschäfts dient?) Wenn wir diesen Erscheinun gen im einzelnen unser Augenmerk schenken, so soll nicht etwa das Schwergewicht auf ihren literarischen Wert, sondern auf die Frage gelegt werden, in welcher Weise Verleger bzw. Her ausgeber dem Werbezweck entsprochen haben und inwieweit es, gelungen ist, aus dem Almanach ein kleines Spiegelbild des Verlags- oder Sortimentsnnternehmens zu machen, das geeignet ist, für die Arbeit der Herausgeberfirma das Verständnis zu för dern. In letzterem erblicken wir eine Art persönlicher Reklame mit geschäftlicher Rückwirkung. Der von Curt Moreck heraus gegebene Hesperos-Almana ch") gibt das Bild eines Ver lags, der die Meisterwerke der Weltliteratur den Bücherfreunden in wertvollen und sorgfältig gedruckten Ausgaben mit der Ori ginalgraphik moderner Künstler vermitteln will. Diesem Zwecke dienen die Hesperosdrucke von Werken Hölderlins, E. T. A. Hoff- manns, Goethes, H. v. Kleists, Wielands, Schlegels u. a. Im Inhalt des Almanachs ist die Anlehnung an die Verlagswerke gor nicht so eng. Es werden allerhand Rara in Versen und Prosa herangezogen. Aber der Herausgeber kommt damit doch dem Charakter und den Zielen des Unternehmens entgegen, in dem er den Leser in eine besondere, teilweise von der Erotik der Romantik erfüllte Atmosphäre «inführt, die gleichzeitig auch die Atmosphäre des Verlags ist. Damit ist die Charakteristik des Unternehmens gegeben. Das Gleiche gilt auch vom Bildschmuck, der sich aus Wiedergaben nach Radierungen, Federzeichnungen, Lithographien und Stichen von Rolf Schott, Carl Rabus (der auch die Umschlagzeichnung lieferte), Eniil Pirchan, Manuel, Schall und Geßncr znsammenseyt. Auf bibliographische Hinweise ist sowohl bei den einzelnen Texten, als auch den Bildern Ab stand genommen worden. Ein Programm des Hesperos-Verlags und ein kurzes Verlagsverzeichnis bilden den Anhang. Hierin Und in der Kennzeichnung der geistigen Richtung des Verlags sind- die Hauptmerkmale des Werbemittels zu erkennen. Im übrigen hat der Almanach, der in bezug auf seine äußere Aus stattung sich in den von der Zeit gebotenen Schranken bewegt, inhaltlich einen gewissen Liebhaberwert, entsprechend den Ver- lagswerken, die ebenfalls vorzugsweise für die Kreise der Btt- cherliebhaber bestimmt sind. *> Wir beschränken nns anf dle der Redaktion zugcgangenen Al- manache nnd erhebe» keine» Anspruch darauf, alle derartigen Er scheinungen in den Kreis unsrer Betrachtung einbczoge» zu haben. "> H e s p e r o s - A l in a n a ch. HerauLgegeben von Curt Moreck. Ein Sammelbuch literarischer Seltenheiten mit vielen Bildern nach Kupfern hervorragender Stecher und Radierungen und Lithographien neuerer Künstler. Kl. 8°. 104 S. München, Hcsperos-Bcrlag. Steif broschiert mit färb. Umschlag. Ladenpreis .tk 2.SV. Der Musario n- A l m ana ch') trägt bereits weit stär kere werbende Merkmale zur Schau, schon durch seine Teilung in die beiden Hälften »Literarischer Teil« und »Unsere Bücher». , Beide Teile stehen im engsten Zusammenhänge. Das in verhält nismäßig kurzer Zeit errichtete umfangreiche Verlagsunlerneh- me,»-besteht in seinem Grundstock aus den Gesammelten Werken Friedrich Nietzsches. Angegliedert sind die bereits ziemlich großen Gruppen: Deutsche Literatur und Fremdländische Lite- ! ratur und die Reihen »Musarion-Bücher-, »Fruchtschale-, »Der ^ Liebesgarten »Die Novelle«, »Die Einsiedelei und die »Sozia listische Bücherei-, sowie die Gruppe: Literatur-, Kultur- und Zeit- ' geschichte. Der Verlag hat es verstanden, eine große Anzahl be deutender Autoren zu gewinnen. Verlagskatalog und Inhalt des Almanachs konnten dadurch in engste Wechselbeziehung ge bracht und damit für Werbezwecke in sehr geschickter Weise dienst bar gemacht werden. Die vorangestellte Vorrede zu »Musarion« von Wieland läßt die Wahl des Verlagsnamens unter besonders bedeutungsvollem Lichte erscheinen. Die Mehrzahl der Beiträge in Versen und Prosa sowie der Abbildungen ist den Verlags werken entnommen. Es sind aber auch eine Reihe Origtnal- beiträge enthalten, zu denen in erster Linie die Abhandlung Nietzsches »Über das Pathos der Wahrheit« gehört. Daran ver mag für de» Nieyschefreund die Tatsache nichts zu ändern, daß die Hauptteile wortgetreu oder mit geringen Änderungen in andere Schriften Nietzsches übergegangen sind. Auch in diesem Almanach ist im textliche» Teile von bibliographischen Hin weisen abgesehen worden. Nur im Inhaltsverzeichnis sind di^ Quellen aufgcführt oder wird darauf hingewiesen, daß es sich um einen Originalbeilrag handelt. Die Porträts von Wieland, Friedrich Nietzsche und Anatole France, dazu eine Reihe Voll- und Textbilder beleben das Ganze. Die Redaktion, die von großer Sorgfalt und Liebe zeugt, lag in den Händen von A. Schlemmer und G. von Westermann. Die sehr ansprechende Umschlagzeicki- nung lieferte Rolf von Hoerschelmann. Der Almanach stellt eine Einführung in den Autorenkreis und in die Absichten und Ziele des Verlags dar. Inhalt und Ausstattung stehen in gutem har monischen Verhältnis zu einander, sodaß man wohl sagen kann, man habe es mit einer Veröffentlichung zu tun, die dem Leser starke literarische Quellen und dem Verlage einen entsprechenden Abnehmerkreis erschließen kann. Rei» äußerlich betrachtet Hallen sich die beiden vorgenannten Almanache in gewissen Grenzen. Schon etwas anspruchsvoller tritt der Amalthcn - Al m a n a ch") auf, der, ein Oktavbond von 254 Seiten, als Verkörperung eines mit unheimlicher Schnel ligkeit emporgewachsenen Verlagsunternehmens angesehen wer- den muß. Das Verlagsverzeichnis tritt hier wieder lediglich als Anhang auf, während der Schwerpunkt auf die Wiedergabe von Proben ans den Werken gelegt ist. Der Inhalt des textlichen Teils ist ungemein reichhaltig und vielseitig. Hier seien nur die Namen Gottfried Keller, Hermann Bahr, Grillparzer, Lenau, Feuchtersleben, Ada Christen, Ferdinand von Saar, E. v. Handel- Mazzetti, Franz Karl Ginzkeh, Rainer Maria Rilke, Richard Schaukal genannt, zu denen eine große Anzahl noch weniger be kannter Autoren tritt, die sich in ihren Versen und Prosastücken offenbaren. In Überschriften und Fußnoten ist auf die betref fenden Bücher hingewiesen, wodurch die Verbindung mit dem Verlagsverzeichnis hergestellt wird. Nur bei dem in mancher Beziehung interessanten und abwechslungsreichen Bildschmuck ist von solchen Hinweisen abgesehen worden. Dem Almanach ist auch ein Kalendarium beigegeben. Die Mittel, Menschen mit Büchern znsammcnzuführen, sind geschickt gewählt. So dürfte auch von diesem Almanach, trotzdem er den einheitlichen Zug des (übrigens selbst nicht ganz einheitlichen) Verlagsunternehmcns vermissen läßt, eine starke werbende Kraft für Bücher ausgehen. Als Spiegelbild der modernsten Richtungen in Literatur und Kunst — wobei zu bemerken ist, daß diese keineswegs als Aileiu- Mnsarivn A l NI a n a ch t!>20. 8". tM S. München, Mnsnrion Verlag. Ladenpreis: geheftet -1k 2.—. "> A in a l t h e a - A l in a n a ch auf das Jahr 1S20. 8". 2L4 E. Zürich, Leipzig nnd Wien, Amalthea-Verlag. In Pappband gebun den: Ladenpreis ./k tO-.
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