Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.08.1944
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1944-08-19
- Erscheinungsdatum
- 19.08.1944
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19440819
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-194408199
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19440819
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1944
- Monat1944-08
- Tag1944-08-19
- Monat1944-08
- Jahr1944
-
-
-
-
-
149
-
150
-
557
-
558
-
559
-
560
-
561
-
562
-
-
-
-
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Arbeitstagung in Dresden Die Leitung des deutschen Buchhandels kann mit Ge nugtuung verzeichnen, daß es bisher gelungen ist, den Ver trieb der vielgestaltigen Ware Buch trotj aller Schwierig keiten, wie sie Kriegszeiten mit sich bringen, in zufrieden stellender Weise ohne behördliche Eingriffe im Wege der Selbstverwaltung durchzuführen. Die Ausnahme für die Gattung Schulbuch, die sich Ietjthin notwendig machte, beruht im wesentlichen auf anderen Voraussetjungen wie lediglich solchen des Vertriebs. Grundsatj war und ist auch je£t noch, mit möglichst wenig Anordnungen auszukommen und die erforderlichen Maßnahmen hauptsächlich auf das Verantwortungsbewußt sein und die Einsatjbereitsehaft der Berufsangehörigen ab zustellen. Daß es dabei ohne Opfer für den einzelnen nicht abgehen kann und nicht abgeht, versteht sich von selbst. Be stimmte Tatsachen lassen sich eben mit bestem Willen nicht aus der Welt schaffen, so z. B. die, daß die neue und die etwa noch vorhandene ältere Produktion zur Deckung des un geheuer gestiegenen Bedarfs nicht mehr ausreichen, und daß insbesondere derjenige Teil der neu erscheinenden Werke, der nach Abspaltung der Sonderbedürfnisse für den Vertrieb durch den Buchhandel übrig bleibt, nicht zulangt, um jedem Sortimenter so viel Exemplare zuzuführen, wie er braucht oder wünsdit. Es kann sich demnach bei Vertriebsmaßnahmen nicht darum handeln, alle Bedürfnisse zu befriedigen, sondern nur darum, einen zu klein gewordenen Bestand möglichst gerecht zu verteilen. Das ist die eine Seite des Problems. Die andere aber ist, bei dieser Verteilung auf die Verknappung an Per sonal und Material, auf die Beanspruchung der Beförderungs mittel usw. Rücksicht zu nehmen und den Vertrieb so einfadi und so sparsam wie möglidi zu gestalten. Dabei ist wichtig, nach beiden Seiten, ja sogar nadi drei zu blicken, nicht allein also nur auf Verlag und Sortiment, sondern auch auf den Grossisten und den Kommissionär, und die gegenseitigen Interessen möglichst gerecht auszugleichen. Mit dieser Zielrichtung hat vom 26. bis 28. Juli eine Ar beitstagung in Dresden stattgefunden, zu welcher der Stell vertreter des Vorstehers eingeladen hatte. Der Kreis der Teilnehmer war etwas größer als bisher im Kriege gezogen, um Vertretern aus verschiedenen Gegenden des Reichs Ge legenheit zur Meinungsäußerung zu geben; denn wenn die Entscheidung auch bei der Führung liegt, so kommt es ihr doch sehr darauf an, Erfahrungen zu hören und Anregungen zu erhalten. Das Kernproblem der Verteilung ist die Abgrenzung zwischen dem Bestellverfahren, wie es bisher im Buchhandel gehandhabt worden ist und für manche Verlagszweige auch jetjt noch gilt, und der Zuteilung, der Neuerung und Kriegs erfindung des Buchhandels im eigentlichen Sinne. Sie ist nicht ohne Härte für viele Berufsangehörige, hat sich aber doch im großen und ganzen für die Zweige schöne Literatur und Jugendbuch bewährt. Ja es besteht, das haben die Dresdner Verhandlungen gezeigt, nicht nur der Wunsch, sondern die Notwendigkeit, sie zu erweitern und insbesondere zu ver schärfen. Am weitesten ging bei der Beratung die von Ver legerseite vertretene Forderung auf totale Zwangsanwen dung im Bereich der beiden genannten Verlagszweige. Da von wurde abgesehen; wie bisher soll Zwang vermieden wer den. Wohl aber w'urde die Erwartung ausgesprochen, daß möglichst alle Angehörigen der beiden Fachgruppen die Zu teilung anwenden, zumal der Verleger beim Bestellverfahren IAO nach Lage der Sache auf Rationierung und somit auf Zu teilung ebenfalls nicht verzichten kann. Einheitlich gefordert wurde dagegen eine Verschärfung in der Richtung, daß der Schwall von Bestellungen, der beim Verlag bei Zuteilung immer noch eingeht, abgedämmt wird. Sortimenter, die sich an diese Vorschrift nicht halten, werden erhebliche Nach teile. im Wiederholungsfälle sogar Strafen, in Kauf nehmen müssen. Dagegen sind auch im Zuteilungsverfahren Fälle denkbar, wo die Unterbindung jeder Bestellung eine Härte, ja vielleicht sogar Unvernunft bedeuten würde. Insoweit ist die Bildung einer Reserve beim Verlag und ein besonderes Reversverfahren angeregt worden. Der Vereinfachung des Bücherverkehrs dient die Zusam menfassung der Lieferungen im Beischlußverkehr. Es gibt immer noch Sortimenter, die glauben, ohne Kommissionär auskommen zu können, ja vielleicht sogar im direkten Ver kehr besser zu fahren. Mögen sie aus den besonderen Ver hältnissen ihrer Firma Recht haben im Bereich des Zutei lungsverfahrens ist ihre Sonderhaltung nicht tragbar, des halb sollen sie für die Einbeziehung ausscheiden. Bisher galt für Großauflagen die Vorschrift, daß sie nur im Bestellverfahren ausgeliefert werden. Damit sollte eine möglichst weitreichende Verteilung gewährleistet werden. Die Verhältnisse haben sich geändert. Die vertriebstech nischen Voraussetjungen beim Verlag lassen es dringend er wünscht erscheinen, xlaß er nicht zu den Bestellungen vom nicht ins Zuteilungsverfahren einbezogenen Sortiment auch noch besonders Bestellungen von denjenigen Firmen erhält, denen er zuteilt. Mehr als er ihnen in angemessenem Rah men im Zuteilungsverfahren zukommen läßt, werden sie auch auf Bestellungen nicht erhalten: deshalb sollen und können sie sich und dem Verlag die Arbeit der Ausschrei bung und Bearbeitung ersparen. Dem Bestreben einer möglichst gerechten Regelung ent spricht es, daß der Verlag zu angemessener Berücksichtigung der Barsortimente und Grossisten angehalten wird; denn deren Aufgabe ist es, denjenigen Firmen etwas zukommen zu lassen, die nicht in die Zuteilungslisten des Verlags auf genommen werden konnten. Alle diese Anregungen werden in einer Anordnung des Vorstehers veröffentlicht werden. Sie waren die Grundlage einer ausgedehnten, sich übereinen ganzenTag erstreckenden Beratung. Selbstverständlich stand aber das Thema Zutei lung nicht allein zur Debatte. Eine Beratung über die Gestal tung des Vertriebs kann an einer Reihe von Gesichtspunkten, die aufs engste damit Zusammenhängen, gar nicht vorüber gehen. Man könnte fast behaupten, daß es kaum eine buch händlerisch betriebswirtschaftliche Frage gibt, die hier nicht hereinspielt. So wurden denn auch noch sonstige Themen mit behandelt und zum Teil durch Kurzreferate eingeleitet, wie der Verkehr über Leipzig, die Zweckmäßigkeit von Bezirks auslieferungsstellen und die Sicherung der Betriebe in Aus weichlägern. Das sich über drei Tage erstreckende Beisammensein bot auch reichlich Gelegenheit zum beruflichen Gedankenaus tausch zwischen den Sitjungen. Dresdner Berufskameradeu hatten es sich angelegen sein lassen, die Freizeiten so schön und genußreich zu gestalten, daß der Aufenthalt am schönen Elbestrom den Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben wird. Den Dresdnern aber sei, ohne einzelne Namen zu nennen, herzlichst gedankt. Dr. Heß Börsenbl. f d. Dt. Bucbh. Nr. 65. Sonnabend, den 19. August 1944
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Keine Volltexte in der Vorschau-Ansicht.
- Einzelseitenansicht
- Ansicht nach links drehen Ansicht nach rechts drehen Drehung zurücksetzen
- Ansicht vergrößern Ansicht verkleinern Vollansicht