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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.07.1834
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1834-07-11
- Erscheinungsdatum
- 11.07.1834
- Sprache
- Deutsch
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517 518 Nein — die Bestimmung unsres Vereins ist nicht, Monopol zu erstreben und auszuüben — dessen Zweck nicht, unserm freien Handel Fesseln anzulegen. * * * Keinesweges entspringt das hier Gesagte aus Gering schätzung der Buchhändler-Lehrjahre, denn ich sehe mit Dank auf die meinigen zurück und habe mei nen eignen Sohn sie bestehen lassen, auch habe ich jederzeit den Eltern, die ihre Söhne dem Buch handel widmen wollen, angerathen, diese nicht zu lange in wissenschaftlicher Vorbereitung zu lassen, sondern bei Zeiten in die Zucht der Lehre zu geben. Eben so wenig will das Geäußerte bezwecken, daß allem Gesindel der Zutritt zum Buchhandel eröffnet werde, der Regierung jedes deutschen Staates sollte es heilige Pflicht seyn zu sorgen, daß Fabrikation und Vertrieb der Druckschriften und Bücher nur in die Hände rechtlicher, sicherer und besonnener Männer komme; bei jedem Gesuche um Gestattung neuer Etablissements sollte nicht allein nach dem Geldfonds gesehen werden, sondern sorgfältigst ge forscht nach dem Eharakter und Wandel des Be gründers und nach dessen Befähigung zum Ge schäfte; bei der Zulassung sollte unnachsichtliche Strenge walten. Weniger das Interesse der Litera/ tur und des Buchhandels macht dies zur Pflicht, als die Sicherheit des Staats und der Gesellschaft. Diese Strenge, gleichmäßig angewmdet in allen Staaten des deutschen Bundes, würde der Ver leger- und Buchhändler-Genossenschaft eine Züchtigkeit, Reinheit und Würde gewähren, vermöge welcher das Vaterland am sichersten gegen die Gefahren, welche aus dem Mißbrauche der Literatur entstehen, geschützt werden könnte; die Eensur würde seltener Ursache finden, lästig zu fallen, das Gehässige von Unterdrückung und Strafe würde weniger ausgeübl werden müssen. Bei dem Streben zu einer dahin zielenden allge meinen Einrichtung würde dem erlauchten Willen der Fürsten und Regierungen derBuchhandler-Börsen-Verein vielleicht wirksam zur Hand gehen können, ohne sich Zunfr-Zwang und unserm freien Handel Fesseln anzulegcn. Wird dies Ziel zu erreichen seyn?— „die Mensch heit ist verurtheilt, nach dem Unmöglichen zu streben, dabei gelingt aber doch immer etwas Mögliches." * * * Mißverstanden zu werden, befürchte ich nicht — aber ich bitte meine geehrten Collegen, ihre von den mei nigen verschiedenen Ansichten im Börsenblatte mitzuthei- len — ich werde entgegnen, oder auch mich belehren lassen. Gotha im Juni 1834. Friedrich Perthes von Hamburg. Der Buchhändler und der Antiquar. Die Menge der Bücher wird alle Tage größer und alle können nicht verkauft werden; sie werden daher bald zu Maculatur gemacht und verschwinden aus dem Buch handel. Andere Bücher finden Beifall und auch Absatz, die Auflage vergreist sich, der Verleger aber tragt Be denken, eine neue Auflage zu veranstalten, allein, wie es dem Einsender dünkt, bei einigen nicht mit hinlängli chem Grunde. So ist von S te ck's Lssai mir los con- sul« (Berlin, Nicolai, 1790.) nicht mehr im Buchhan del zu haben, und doch ist das Werk noch nicht ersetzt und wird gesucht. Wenn der Einsender nicht irrt, so sind auch die beiden ersten Bände von Garve's Versu chen über Gegenstände der Moral rc. (Breslau, bei W. G. Korn, 1792 rc.) vergriffen, und bis jetzt ist noch keine neue Auflage erschienen. So geht cs mit mehreren Bü chern, z. B. mit Fichte's Beitrag zur Berichtigung der Urtheile des Publicums über die französische Revolution, 1. Th. i. u. 2. Heft (Danzig, Troschel, 1793), mit Luden's Handbuch der Staatsweisheit oder die Poli tik (Jena, bei Frommann, 1811), mit Kant's physi scher Geographie, herausg. von Rink (Königsberg, Un- zer, 1802. 1. u. 2. Bd.), und mit andern, die sich vergriffen haben und öfters gesucht werden. Noch ganz anders gestaltet sich die Sache mit altern Schriften, be sonders mit den Classikern der Griechen und Römer, und andern Büchern, welche der Gelehrte nicht entbehren kann, und deren Anzahl so groß ist. Man sucht sie, aber wie wenig giebt es Antiquare, die diesem Bedürf nisse abhelfen können? Wie vielen geht auch die Kennt nis desjenigen ab, was gut und ausgezeichnet ist, und welche Ausgaben selten und vorzüglich sind. Nicht alle sind so sachkundige Männer wie Hr. Weigel in Leipzig und Andere von erprobten Kenntnissen dieser Art. Es wäre daher recht sehr zu wünschen, daß meh rere Buchhändler, besonders in großen und in Universitäts- Städten das Geschäft des Antiquars mit dem des Buch händlers vereinigten, damit man sogleich Gelegenheit er hielte, ein Buch, das man wünscht, zu bekommen, oder nach ihm Nachfrage zu thun. Der Gelehrte bedarf oft unerwartet ein Buch und würde gern einen hohen Preis dafür geben, wenn er es erhalten könnte. Wie viele gebildete Männer suchen jetzt Adelung's Wörterbuch der hochdeutschen Mundart, 2., verb. Äusg. 1794 — 1801- 1 — 4. Bd., das nicht mehr im Buchhandel zu haben ist und auch in Auktionen nicht oft verkommt?' Wir haben so viele einsichtsvolle, erfahrene, thätige und auch reiche Buchhändler, und diese würden sich vorzüg lich zur Anlegung eines Handels mit Büchern, die nicht mehr im Buchhandel verkommen und doch gebraucht werden, eignen. Leipzig, der Mittelpunkt des deut schen Buchhandels, wäre vorzüglich der Ort, wo ein solches Geschäft angelegt werden konnte, und wo es auch gedeihen würde. Fast alle Gesuche nach Büchern kom men zuerst nach Leipzig, und Bibliothekare, Gelehrte, Büchcrliebhaber und Buchhändler würden sogleich wissen, wo sie das zu suchen hätten, was sie wünschen. Für den Buchhändler eignet sich ganz besonders das Antiquar- geschast; er ist in der Literatur zu Hause, weiß, was geht, und kennt die Bedürfnisse des gelehrten und ungelehrtes Theils des Publicums. 28*
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