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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.04.1839
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1839-04-05
- Erscheinungsdatum
- 05.04.1839
- Sprache
- Deutsch
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651 28 652 anzukaufcn, um sie auch einzeln zu sehr niedrigen Preisen abgebcn zu können, wodurch dann natürlich eine allgemei nere Verbreitung erreicht werden konnte. Wie die Fama erzählt, so sollen löbl. Buchhandlun gen selbst die Idee dazu dem Verein in die Hand gelegt ha ben, indem sie ihre Verlagswerke dem Verein zu Spott preisen angeboten und die Art der Verbreitung ihm vorzeich neten. - Klingt es nun nicht fast wie eine Satyre, wenn man hott, daß dieselben Hotten jetzt mit gegen den Verein auftreten und sich über Gewerbsbeeinträchtigung beschweren?! Wie groß der Rabatt gewesen sein muß, den manche Handlungen bewilligten, zeigt ein einziges Beispiel; nämlich Geramb, Reise nach Jerusalem. 3 Bde. Augsburg. Ladenpreis 3 fl. 9 kr. verkauft der Verein zu netto Ist. 50kc.; bezieht man also dieses Werk von Augsburg, so zahlt man nach Abzug des Buchhändler-Rabatts noch 16 kr. mehr als beim Verein; wie sollen nun aber Sortimentsbuchhandlungen solche vom Verein ebenfalls dcbitirte Artikel, die sie vom Verleger be-^ ziehen, verkaufen? wie kann da noch Nachfrage in den Buchhandlungen nach solchen zu Spottpreisen vom Verein öffentlich ausgcbotenen Büchern Statt finden? Der Nachthcil für deiz Buchhandel, der daraus ent-! steht, daß solche Institute wie der Verein auftreten und Feld gewinnen, ist groß genug, aber noch mehr zu beklagen ist, wenn solche noch von demjenigen Theile unterstützt werden, der ihnen erst den Fehdehandschuh hinwcrsen sollte; anstatt jedoch dem Feinde die tödlliche Waffe zu entreißen und sie ^ unschädlich zu machen, haben die Herren Buchhändler sie noch geschärft und dann sie selbst mit unbegreiflicher Gleich gültigkeit gegen sich gebrauchen lasten. Sie sehen, die Buchhändler in Bayern haben gegen wärtig keinen beneidenswerthen Stand, denn der Cen tral-Schulbücher-Verlag und der Verein verstopfen und verschlingen eine Nahrungsquelle nach der andern; auch ist! an eine baldige Hülfe nicht zu denken, denn der bösen Vor- bedeutungszeichen gab es hier seit Jahren zu viele, als daß man für Buchhandel und Literatur schon jetzt eine neue Morgenröthc Heraufziehen sehen könnte. Vor ganz kurzer Zeit soll den hiesigen Buchhändlern eine Vernehmlassung des „ Central-Schulbücher-Verlags" in- sinuirt worden sein, worin dieser alle gerechten Beschwer den der Buchhändler als nicht gegründet darzustcllen sucht. Buchhandel. In einem Schreiben aus Leipzig in der Allg. Zeit, (auch in der L. A. Z. abgcdruckt) heißt es : „ Das so eben erschienene Adreßbuch für den Deutschen Buch handel u. s. w. von O. A. Schulz, sorgfältiger gear beitet als die bisherigen Verzeichnisse, und interessanter durch Notizen über die Gründung der zum Thcil sehr alten Hand lungen, führt 1298 deutsche oder doch mit Deutschland in regelmäßiger Verbindung stehende Buchhandlungen auf, von denen 617 Mitglieder des Börsenvereins zu Leipzig sind. Eine Vermehrung der Anzahl ist besonders in Leipzig bemerklich, wo vor 60 Jahren die 10 vorhandenen Hand lungen einem neuen Etablissement entgegen waren, weil 11 Buchhändler hier nicht bestehen könnten, während in den letzten 5 Jahren die Zahl um 22, von 94 nämlich auf 116 gewachsen ist. Sehr natürlich ist es, hiervon auf die Blüthe des Buchhandels überhaupt, und besonders des hiesigen zu schließen. Aber diesem Schluffe widersprechen die Klagen, die man von allen Seiten und in solchem Maße hört, daß sie wohl auf mehr gegründet sein müssen als die gewöhnliche menschliche Unzufriedenheit. Etwas gicbt es, ! wodurch die hiesigen Buchhändler und Buchdrucker sämmt- ! lich so gedrückt werden, daß die Last schon von andern Clas- sen mit empfunden und beklagt wird. Das ist die Anwen- l düng der neuen Censucvecordnungen, die immer neuere Zusätze und stets Verschärfungen erhalten. Ein Beweis, daß cs schwer fällt, allen Vorschriften nachzukommcn, ist die Thatsache, daß eine ziemliche Anzahl angesehener Buch händler wegen reiner Formfehler gegen die Censurverord- nungen bei Büchern, in denen kein Censor etwas Anstößi ges nur suchen wird, mit mehrwöchentlichcm Gefängnisse bedroht sind, welche Strafe auf Gnadengesuch vielleicht in eine Geldbuße verwandelt werden könnte. Auch mangelt es allen Druckereien an Beschäftigung, und die Drucker, die brotlos herumlaufen, zum Theil sogar betteln (?), klagen über die Censur. Hierin mag ihr wohl mehr zur Last gelegt werden, als sie verschuldet hat; es mögen wohl auch andere Ursachen dazu Mitwirken, daß weniger gedruckt wird. Aber das ist leicht erklärlich, daß auswärtige Buchhandlungen, die sonst einen großen Theil der hiesigen Pressen beschäftig ten, durch die geschärfte Censur und ihre lästigen Forma litätenbewogenwerden, nicht mehr hier drucken zu lassen. Eine beschwerliche Einrichtung ist nicht nur hier neu und ungewohnt, und einen raschen Geschäftsbetrieb lähmend, sondern kommt wohl außer Sachsen in keinem Lande vor, selbst in Oesterreich und Preußen nicht, nämlich eine zweite Censur, die jedes gedruckte Buch beim Obercensurcollegium erfährt, obwohl das Manuskript schon von einem Censor das Imprimatur haben muß. Die Unbequemlichkeit, welche den hiesigen Buchhandlungen, wenn sie auswärts wollen drucken lassen, durch die neuerdings eingeführte Nachccnsur aller hier verlegten, wenn auch anderwärts mit der Censur eines andern Bundesstaates gedruckten Bücher, aufgelegt ist, wird weniger den hiesigen Buchdruckcreien zum Voc- theil, als dem Buchhandel zum Schaden gereichen. Be sonders müssen darunter die zahlreichen Commissionsge schäfte leiden und werden den geforderten Weitläufigkeiten noch ganz erliegen, wenn man in bisheriger Weise fort fährt, die Ccnsucverordnungen auszuüben und verschärfend zu vervollständigen. Vielleicht ist cs nur auf den Versuch einer möglichst genauen Controle über den hiesigen literari schen Verkehr abgesehen. Aber Versuche der Art sind oft gefährlich, ein lebendiger Organismus, wie der deutsche hier concentcirte Buchhandel, verträgt nicht jede hemmende Einwirkung." M i s c e l l e. Die Periodische Literatur in der Walachei. Aus Bukarest. Die Walachei besitzt gegenwäc- tin 5 Buchdcuckeccien, wovon sich 3 in Bukarest, 1 in Buzeou und 1 in Krajova befinden; außerdem ist man im
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