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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.07.1841
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1841-07-23
- Erscheinungsdatum
- 23.07.1841
- Sprache
- Deutsch
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1501 67 1502 niedere Regionen ausspricht, meint nun der Hr. Vers., sei zwar nicht gleichgültig, aber der Schaden den sie stifte sei doch nicht bedeutend und nachhaltig genug, um eine beson- ^ dere Beachtung zu verdienen, solle aber einmal überhaupt von präventiven Maßregeln die Rede sein, so möge sic den selben unterworfen werden. Was die Schriften der Aus schweifung betrifft, so werden dahin diejenigen ge rechnet, welche „durch Uebertreibung auf der einen oder an dern Seite in Excentrität und Schwärmerei verfallen- Der gleichen Schriften sind religiösen oder politischen Inhaltes und haben den Zweck, die Gemütherfür eine bestimmte Glaubens oder Staatsfocm zu begeistern." Die gefährlichere Richtung solcher Ausschweifung aber, welche allerdings oft Fana tismus und Verfolgung predige, verletzend in die kirch liche und politische Ordnung eingreise, endlich wohl gar an dem Thron rüttele, gehöre mehr dem sanguinischen Süden an, sei in Deutschland eine seltene Erscheinung und erreiche we nigstens hier keinen besondcrn Höhepunkt. Es sei daher auch von dieser Art der Schriftstellern nicht viel zu fürchten. „Nur muß man nicht jede unbedeutende Abweichung von dem Bestehenden als eine religiöse oder politische Ketzerei ansehen, gegen die der Staat eineArtvon Auto da Fe einzu setzen habe, die nur Aufsehen erregt und Leidenschaften weckt." Die letzte Klasse „die Schriftstellern der Infamie" wird als die gefährlichste bezeichnet.„Sie verbirgt sich unter demDeck- mantel der Anonymität, nährt sich von Lüge und Verläum- dung, ergötzt sich an der Verbreitung falscher Nachrichten, die den guten Ruf und die bürgerliche Ehre Anderer verletzen, sei cs aus Feindschaft und Privathaß, oder aus Neid und Verdruß über die Vorzüge, die Andere vor ihr haben, oder auch aus einer anerzogenen Ehrlosigkeit." Was die politischen Zeitungen betrifft, so meint der Hr.Verf. würde die Eontrollc sich „wegen der oft geheimen diplomatischen Verhältnisse der Staaten unter einander wohl als nöthig erweisen lassen, da die Cabinetsangelegenhciten nur den Höfen selbst und ihren Gesandten gehörig bekannt sein und von ihnen allein richtig gewürdigt werden können." Nur solle man dem Publikum in den öffentlichen Nachrichten nicht das Unschädliche vorcnthalten und ihm nicht verschweigen, was das religiöse und politische Leben seiner Mitbürger angche. „Was aber die Jeitungsblätter neben ihren politi schen Nachrichten aus den Gebieten der Literatur und Kunst, des Handels und socialen Lebens für ein gemischtes Publikum geben, bedarf schwerlich einer präventiven Maßregel, und kann füglich in Bezug auf Schicklichkeit und Anstand dem Urthcil des Redactcurs und Publikums überlassen bleiben." Nun, heißt es weiter, sei aber auch das.lesende Publikum bei Feststellung von präventiven Maßregeln wesentlich zu berücksichtigen; cs verhalte sich ganz anders mit einer philosophischen Untersuchung, welche z. B. die Per sönlichkeit Gottes, die Unsterblichkeit der Seele w. bestreite, die aber ihrer ganzen Haltung nach ihr Publikum nur unter den Gelehrten finde, als wenn ein Wochenschriftsteller solche Gegenstände in populärer Form zur Sprache bringen wolle. „Die Skepsis gehört nicht für das Volk, ist aber unschädlich, ja nothwendig für den Denker, denn erst durch sie erweitert und befestigt sich die Wissenschaft." Es komme aber auch auf den Ton der Schrift sehr an. „Heilige Gegenstände, wie sie die Religion bietet, können wohl der Untersuchung hinge geben werden, aber nicht dem Spott; der Schriftsteller darf nie die Würde vergessen, welche der Gegenstand gebietet, und nie zum Gegenstände des Hohns machen, wovor Tausende ihr Knie beugen- Der Evangclismus muß den Katholizis mus, ja selbst den Papismus und Judaismus auch in seinen Verirrungen ehren." Das Resultat des bisher Gesagten ist dem Hrn. Vcrf. dann, daß die eigentlichcLitcratur gar keiner präventiven Maß regeln bedürft und auch die handwerksmäßige Schriftstellern sie nicht nothwendig mache, die Tagelöhnern und Ausschwei fung mit einer milden Uebcrwachung im Zügel zu halten, die Schriftstellern der Infamie aber in ihrem Versteck nur selten zugänglich sei, daß jedoch die Zeitungen „in Bezug auf die Politik der Cabinete und die völkerrechtlichen Verhandlun gen der Diplomaten der politischen Censur unterworfen bleiben müssen." Hieran knüpft nun der Hr- Vcrf. den I Wunsch einer Abschaffung der Censur nach Maßgabe des oben Gesagten, da es sich nicht ferner vertheidigcn lasse, daß ^ „um einiger Ehrlosen und Niederträchtigen willen die ganze ! Zunft der Schriftsteller, der Gründer, Bewahrer und Pfleger der Wissenschaften und Künste, der Beförderer aller Volks- cultur w. durch die Censur belästiget, in der Aeußcrung ihrer Dcnkfreiheit bevormundet, gehemmt oder beschränkt wird." „Es fühlt sich leicht heraus, daß eine solche Einrichtung für einen rechtlich denkenden und wissenschaftlich gebildeten Mann kränkend und unpassend ist, da er sich ihr, wenn sie auch ! um seinetwillen nicht gemacht wurde, bei jeder Druckäuße- > rung seiner Denkfreihcit unterwerfen, und erst die willkühr- liche Entscheidung eines Individuums einholcn muß." (Schluß folgt.) Gcncrallistc der säumigen rc. Schuldner. Obschon seit mehreren Jahren vielfach von gemeinschaft lichen Schritten gegen säumige und schlechte Zahler, von Conduitenlistcn, Collectivklagen :c. die Rede gewesen, so ist bis jetzt nichts Allgemeines, Durchgreifendes, in dieser Bezie hung ins Leben getreten- Die Sache hat aber auch ihre Schwierigkeit und der Börsenvcrein als solcher kann unmög lich dabei einschreiten, ohne dem freien Verkehr und der Wirksamkeit der Einzelnen zu hemmende Fesseln anzulegen. Oeffentlichc Aufforderungen im Börsenblatte sind an sich ge hässiger Natur, stellen sich leicht als Injurien dar, erniedrigen den Angegriffenen zu sehr in den Augen des Publikums, und können überhaupt stets nur von Einzelnen ausgehen, die in der Regel wenig oder nichts dadurch erreichen. Es dürste daher eine Einrichtung, welche geeignet sein wird, den eigentlichen Zweck: die Säumigen zu Erfüllung ihrcrPfli chtundimAllge meinen ei negrößcre Pünktlichkeit herbei zu führen, in gemeinschaft lichem Wege zu erreichen, ohne den Einzelnen zu sehr zu binden, von Vielen willkommen geheißen werden. Diese Einrichtung soll nun in Folgendem bestehen: 1) Die Herren Verleger, welche überhaupt hiervon Gebrauch machen wollen, senden mir eine Restantenliste, wozu ich ihnen, sobald sie mich von ihrer Absicht unterrichtet haben, ein Schema liefern werde.
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