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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.12.1841
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1841-12-07
- Erscheinungsdatum
- 07.12.1841
- Sprache
- Deutsch
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- Saxonica
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2739 106 2740 Mittel gicbt. Wer kann es auf der andern Seite einem Verleger verdenken, wenn er bei seinen jährlich in Masse zunehmenden Verlagsvorräthen sie nicht in den zinsfccs- senden Niederlagen vermodern lassen will, sondern alle er laubten Mittel ergreift, sie zu lichten und zu versilbern. Jedes Mittel hierzu, wenn es nur sonst ein rechtliches und für die Gesammtheit nicht schädliches Mittel ist, muß ihm erlaubt bleiben, wenn nicht alle Freiheit des Handels und nicht jede freie Disposition über rechtliches Eigcnthum gefährdet sein soll. Ist es demnach zu rechtfertigen, wenn jede Maßregel, die der Einzelne seinem Interesse gemäß findet, sogleich ein Gegenstand der Oeffentlichkeit, einer lieblosen giftigen Polemik werden soll. Und wie trüb sind oft die Quellen, aus denen die feindseligsten Angriffe von oft anonymen und unreifen Subjecten gegen Männer entspringen, die sich durch eine lange Reihe von Jahren bewährt haben und der Gesammtheit von dem größten Nutzen gewesen sind?! Wie einseitig greift oft ein böswilliger, mißgün stiger Beißer den bravsten Geschäftsmann eines Falles wegen an, dessen er sich selbst schon vielfach schuldig ge macht hat, den er aber erst dann schmerzlich empfindet, wenn ec ihm selbst unbequem wird. Wüthen wir also nicht ohne Noth gegen uns selbst, sondern beschränken wir uns darauf, auf Mißbräuche scho nend aufmerksam zu machen und uns lieber nach außen als nach innen zu wehren und zu befeinden. Hierzu bie ten sich Fragen in großer Zahl, während unsere Blätter oft um Stoff sichtbar verlegen sind, Fragen, die unser Interesse nicht weniger berühren, als sich entgcgenstehende oft unerhebliche divcrgirende Geschäftsansichtcn. — Warum treten nicht öfter wohldenkendc und fähige College» auf, und machen uns nützliche Vorschläge in der innen: Be- wirthschaftung unsers Geschäftshaushalts *), in einer zweck mäßigen Arbcitsvertheilung unter dem Personal, über rich tige Beschäftigung und Heranbildung der Lehrlinge, über die Stellung der Gehülfen, über Fortschritte der Lager- Einrichtung, über ein wirksames Verfahren bei Einsichts sendungen. Warum kommen niemals zur Sprache die ! Verhältnisse des Buchhandels den Posten, der Besteuerung gegenüber. Eine vergleichende Uebecsicht der letzteren durch ganz Deutschland würde höchst interessant sein, denn da es meist bei der Besteuerung der Buchhändler an allen Anhaltepunkten fehlt, und die Ansichten jedes Abschätzers vom Buchhandel von einander abweichcn, so findet in die ser Hinsicht die größte Verschiedenheit, folglich zuweilen das schreiendste Unrecht statt. Mir sind Fälle bekannt, ^ wo sehr ärmliche Geschäfte höher angesehen sind, als die ergiebigsten über der andern Grenze. Ebenso interessant würde cs sein, eine Uebecsicht der Freiexemplare, welche ex olUcio an öffenkl. Landesbibliothcken, Censorcn:c. spen- dirt werden müssen, zu erhalten, denn während man in einigen Staaten davon gar nichts weiß, diffcriren sie in andern Staaten zwischen 1 und 6. Nicht minder wäre eine Vergleichung der Censur-Verhältnisse in den deutschen Bundesstaaten *) Ich werde mit Vergnügen solchen Mitthcilungcn, wie sic der Hr. Vers, wünscht, die Spalten d. El. bffne» und erlaube mir darum zu bitten. d. R. wünschenswerth. In dem einen wird der Ccnsor Bogen weise honorirt, in dem andern erhält er ein Freiexemplar und im dritten gar nichts. Hieraus wäre insofern auch Vortheil zu ziehen, als man sich vor seinen Stellen auf die sich ergebenden niedrigsten Sätze dieser Gebühren, der Official- Excmplare und der Steuern überhaupt berufen könnte. Wohin soll das führen? Hirschberg, eine Stadt in Schlesien, welche gegen 7000 Seelen zahlt, in welcher sich die Einwohner kümmer lich nähren und wo der Ort selbst, als auch die Umgegend größtentheils gänzlich verarmt ist, da der früher hier blühende Leincnhandcl fast völlig erloschen, befinden sich gegenwärtig 4 Buchhandlungen, verbunden mit 3 Musicalien-, 3 Kunst-, 1 Antiquar-Buchhandlung und 3 Schreib- u. Zeichnen-Materialien- Handlungen, (die letzteren konkurriren mit einigen 30 Spezereihandlun gen, welche neben ihrem Geschäft alle mit Zeichnen-und Schreibmaterialien handeln) und 2 nicht unbedeutenden L e- scbibliotheken nebst einer Anzahl verschiedener Jour nal- und Lesezirkel, welche von Privatleuten geführt werden und die ihren Bedarf zum größten Theil auf dem leider jetzt so üblichen Wege, um ein paar gGc. Rabatt zu gewinnen, von Leipzig direct beziehen. Der Kern und die Freude des Hirschberger Buchhandels , sind nun noch an 10 Privatleute, Kceis-Seccetairs, Kreis- Boten, Gensd'armes, Proscssionisten und ein Dutzend soge nannte Hausir-Exporteurs, welche beinahe allwöchentlich von Berlin, Breslau, Glogau und anderen Städten abge schickt den Ort und die Umgegend durchziehen und die Be wohner hiesiger Gegend förmlich quälen, um sie zur Ab nahme ihrer Bücher, Bilder w. zu veranlassen. Diese letz tere Klasse von Leuten sind wohl die gefährlichsten für den ruhigen und rechtlichen Sortiments-Buchhändler, denn, da sie keine Steuern zahlen und bczahlenkönnen, so schlagen solche Subjecte, wenn Geldnoth bei ihnen eintritt, die denselben zum Hausirtrödcl übergebenen Literatur- und Kunstgegen stände zu jedem beliebigen Preise los. Dies ist ein Krebs schaden in den schlesischen Städten, wo Buchhandlungen sind, den man, so lange nicht von oben her Abhülfe geschieht, gar nicht zu heilen im Stande ist. Der Bücherbedarf des Hirschbcrgcr Gymnasii so wie der Stadtschule erscheint im Verhältnis zu andern Städten der Provinz nur gering, da die Armuth des Kreises zu groß ist, und der wenige Bedarf von Büchern dadurch geschmä lert wird, daß die Schüler genannter Institute bei den halb jährigen Versetzungen unter sich die eingeführtcn Bücher ver handeln, und wenn ein fehlendes Buch nicht auf antiquari schem Wege zu erlangen ist, dasselbe dann nur im äußersten Nothfalle im Wege des Buchhandels beziehen. Heute erscheint eine Anzeige in dem hiesigen Gebirgsbo- tcn,worin die Eröffnung einer neuen (und zwar5.) Buch-, M u sika li cn-, K u nst-, Schreib- u.Zcichnenma- tcrialicn-Handlung verbunden mit einer (3.) Lese- bibliothek unter der großartigen Firma (in der kleinen Stadt) „Verein für Literatur und Kunst" angekündigt wird. Der Gründer derselben, ein junger Mann, zeigt schon von vornherein, ehe er sein Gewölbe eröffnet, dem hiesigen Publi-
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