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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.02.1843
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1843-02-24
- Erscheinungsdatum
- 24.02.1843
- Sprache
- Deutsch
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487 16 488 Man wolle nicht denken, daß es doch erfolglos sein, die weni gen in Ngr. rechnenden Collegcn nicht zum Nachgeben brin gen werde! Die Gesinnung dieser Herren ist sicher zu eh- renwcrth, die Macht der Oeffentlichkeit heut zu Tage zu groß, als daß wir solcher Befürchtung Raum geben dürften. Es giebt ja unter den geehrten Collcgen, die in dieser Sache unsere Gegner sind, sehr eifrige Anhänger des politischen Liberalismus: wäre cs denn nicht ein schreiender und schnei dender Widerspruch, wenn Männer, die auf der Einen Seite (— ich darf wol sagen: mit uns —) begehren, daß die Negierungen die frcigeäußerten Wünsche des Volks, die Stimme der öffentlichen Meinung stets hören und beachten möchten, auf der andern Seite trotz der fast einstimmig aus gesprochenen Mißbilligung ihrer dadurch berührten Geschäfts- gcnossen bei einer ohne Zweifel wohlgemeinten, aber vielfach störenden und Niemanden nützenden Neuerung fortwährend beharren und so gewissermaßen sich selbst als eine Art von Despoten sich erweisen wollten? das werden sie nicht! Fahren wir nur fort, ihnen zu zeigen, daß der bei weitem überwiegende Theil des deutschen Buchhandels dieser Mei nung entgegen ist! Sollte dann dennoch wider alles Er warten der Eine oder Andere von ihnen sich entschließen, fortwährend gegen den Strom zu schwimmen, so mag er auf eigene Gefahr versuchen, wie lange seine Kräfte dazu ausreichcn! Der Versuch, die Ncugroschen im deutschen Buchhandel einzuführen, war meines Dafürhaltens keineswegs eine Be leidigung und überhaupt keine so große Sache, wenn auch vielfach nachtheilig. Etwas ganz Anderes aber wäre es, wenn, wie ich nicht hoffe, ein deutscher Vcrlagsbuchhändlcr vor den billigen Wünschen des so ziemlich gestimmten deut schen Sortimentsbuchhandels, deren Erfüllung kein irgend wesentliches Opfer erfordert, fortwährend eigensinnig seine Ohren verstopft halten wollte! Dann würde allerdings die bedeutungsvolle Frage zur Erörterung kommen müssen, ob denn ein deutscher Verlagsbuchhändler ohne empfindlichen Nachtheil für ihn selbst dem gesammten deutschen Sorti mentsbuchhandel (wie auch der Mehrzahl der Verleger) trotzen, resp. dieselben beleidigen könne. Die natürliche Verfassung des deutschen Buchhandels ist democratisch; das bedenke man! — Allen meinen Herren College» meinen collegialischcn Gruß! Barmen, den 14. Febr. 1843. W. Langewiesche. Aufhebung der Bilderfreiheit in Preußen. Das 3. Stück der Gesetzsammlung für die König!. Prcuß. Staaten enthält folgende allerhöchste Eabinets- Ordre: Ich habe mit Unwillen wahrgenommcn, bis zu welchem hohen Grade in der letzten Zeit der Unfug gestiegen ist, durch bildliche Darstellungen die Religion und den Staat hcrabzu- würdige» und zu verspotten, so wie die Sittlichkeit und die persönliche Ehre zu verletzen. Um diesem Unfuge für die Folge vorzubcugen, bestimme ich hierdurch, daß bildliche Darstellun gen, durch welche die Sittlichkeit gröblich verletzt wird, über haupt nicht, Karrikaturcn, Zerr- oder Spottbilder jeder Art aber nicht anders vervielfältigt, feilgchaltcn, verkauft, ausge stellt, ausgelcgt oder verbreitet werden dürfen, als wenn dazu vorher die Genehmigung der Polizeibehörde des Orts, wo die Vervielfältigung beabsichtigt wird, oder im Falle die Bilder im Auslande angefcrtigt sind, die Genehmigung der Polizeibe hörde des Orts, wo der Verkauf oder die Verbreitung dersel ben stattfinden soll, eingeholt worden ist. Wer diesen Bestim mungen zuwider handelt, hat außer der Strafe, welche ihn wegen eines dadurch etwa zugleich verübten Verbrechens trifft, diejenige Strafe verwirkt, mit welcher im Art. XVI. Nr- 5. der Verordnung vom 18. Oktober 1819 und im Z. 4 der Or dre vom 6. August 1837 der Verkauf u. s. w. verbotener Schriften bedroht ist. Die Vorgefundenen Exemplare solcher bildlichen Darstellungen sind zu konfiszier» und zu vernichten. Die Untersuchung und Bestrafung der gedachte» Vergehen wird eben denjenigen Behörden übertragen, denen solche in Ansehung der Vergehen gegen die Censurgcsctze zusteht. Das Staats-Ministerium hat diesen Meinen Befehl durch die Gesetz-Sammlung bekannt zu machen, und Sie, der Mini ster des Innern, haben hiernach die Behörden mit Instruktion zu versehen. Berlin, den 3. Februar 1843. Friedrich Wilhelm- An das Staatsministerium. Streifereien durch das Gebiet des Buchhandels. lieber das falsche Datiren der Facturen beim Anfänge der neuen Jahrcsrechnung, damit nur noch Alles, nament lich Fortsetzungen, hübsch auf die beliebte „alte Rech nung" komme, und über das Restschreiben von Heften, die noch gar nicht erschienen sind, aber zur nächsten Messe schon mit bezahlt werden sollen, daher gewöhnlich eine ganze Quantität Hefte am Jahresschlüsse im Voraus berechnet werden, ist schon vielfach geredet und geschrieben worden; allein jährlich kehrt zu Neujahr die Nnfitte mit dem Restschrciben und falschen Datiren, sowie die diktato rische Bezeichnung auf den Facturen: „Auf alte Rech nung!" wieder. Es würde jedenfalls interessant sein, jährlich die Namen solcher Herren durch dies Blatt bekannt zu machen, welche den oben bezeichnetcn Ungcbührlichkeiten gegen die Sortimentshandlungen fröhnen, damit man sich auf irgend eine Art dagegen schützen kann, und führe ich gleich folgende Beispiele auf, die später vermehrt werden können: Herr Polet in Leipzig verschickt jetzt Linkc's Flora 28—31. Heft als Fortsetzung mit Factur vom Ende November I8?12, und schreibt sogar dabei noch Heft 30 und 31 Rest. — Ferner verschickt derselbe Winkler's Handbuch der mediz. Botanik 45—48. (Rest 47. 48.) Heft mit Factur von Ende des Deccmber. Beide Sendungen kamen 7—9 Wochen nach der Expedition des Hrn. Polet bei Schreiber dieses an. Da Letzterer aber wöchentlich sehr regelmäßig von Leipzig Sendungen erhält und diesen Sendungen alles Eingegangenc beigepackt wird, auch ein Ballen von Leipzig bis zu meinem Wohnorte nur höchstens Tage gebraucht, so ist es wohl klar, daß Hr. Polet hin sichtlich des Datirens nicht genau gewesen ist. Keine Disponenda!!! rufen dies Jahr eine Menge Handlungen mehr als in irgend einem früheren Jahre. Da sich jetzt so wenige Verleger etwas disponiren lassen wollen, so ist cs auch gar nicht zu verwundern, wenn sich immer mehr und mehr Handlungen unverlangte Nova-Sendungen verbitten! —
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