Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 18.09.1840
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- 1840-09-18
- Erscheinungsdatum
- 18.09.1840
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- Deutsch
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2103 8Z 2104 wichtig ist, als es die Anwendung desselben auf den Hochdruck I sein würde, wenn man nämlich das praktische Leben vorzugs weise im Auge hat. Glücklicherweise bietet sich auch in dieser Hinsicht ein wei tes Feld zu Anwendungen auf den Hochdruck dar, zumal wenn die bereits gehobenen Schätze der Chemie dabei benutzt werden. Von besonderer Wichtigkeit wäre es, konnte man bei dem Typendrucke zugleich auch Abbildungen abdrucken, welche wie die Typen, erhaben wären. Eine Menge von Werken würde dadurch bedeutend wohlfeiler werden, folglich auch einen größer» Absatz finden. Die Wichtigkeit einer solchen Anwen dung für den Buchhandel leuchtet von selbst ein. Ich glaube aber, daß in dieser Hinsicht das Verfahren von Spencer dem von Jacobi noch vorzuziehen ist. Durch das crstcre erhält man unmittelbar erhabene Platten, welche sich stereotypiren lasten. Auch hat dieses Verfahren darum vor jenem den Vor zug, weil man die Erhabenheiten höher dadurch Herstellen kann, und weil die Seiten dieser Erhabenheiten parallel laufen, und daher oben scharfe Kanten, und nicht wie bei jenem abgerun dete Kanten darbieten. Eine Menge von Druckverzierungen kann gleichfalls nach diesem Verfahren recht gut hergcstellt werden. Daraus folgt natürlich, daß dieselben in Prachtwerken in weit größerer Mamüchfaltigkeit angebracht werden können, als es ohne die ses Verfahren der Fall sein könnte, soll nicht der Preis dersel ben zu hoch dadurch gesteigert werden. Ucbcrhaupr aber findet dieses Verfahren in allen den Fäl len seine Anwendung auf den Hochdruck, wo der Text eines Buches entweder durch unmittelbar bcigcfügte Bilder oder Figuren erläutert, oder der Druck durch mannichfaltige Ver zierungen verschönert werden soll. Der, welcher sich mit dem Hochdrucke beschäftigt, wird nach diesen Andeutungen schon selbst einsehen, wo sich dieses Verfahren anwenden läßt und wo nicht. Th. WaS ist ein Literat? (Eingesandt.) Als vor 3 Monaten in Leipzig das Gutenbergsfcst ge feiert wurde, machte man den Buchdruckern und Buchhänd lern den Vorwurf, daß sie dabei den Literaten nicht die ge bührende Stelle eingeräumt hätten. In hundert Jahren, hieß es, würden die Literaten den Platz behaupten, von dem sie jetzt durch die Zunft verdrängt seien. Einsender dieses konnte das nie recht verstehen, weil er nicht wußte, und noch jetzt nicht zu wissen behaupten kann, was eigentlich ein Literat ist. Was die Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst betrifft, so schien ihm natürlich, daß sic von den Buchdruckern aus ging. Die Presse dient der Kunst und Wissenschaft wie der Volksbildung, der Politik und der Bequemlichkeit des tägli chen Lebens. Eben weil sic im Dienst Vieler ist, konnte sie sich bei der Feier ihrer Erfindung nicht Einem unterordncn. Auch hat sich dem von den Buchdruckern und Buchhänd lern veranstalteten Feste mit freundlichem Sinne Alles ange schlossen, was zu der Presse in Beziehung steht, nur die Literaten nicht, und das hat in mehreren Zeitungen, selbst in dem Organ für den Buchhandel, der Leipziger Feier einen gelinderen oder schärferen Tadel zugezogen, der bis zu diesem Augenblicke noch da und dort wiederholt wird *). Vielleicht wird man in 100 Jahren, wenn die Feier wieder begangen wird, auf die diesjährige zurückkommen, und den Tadel we gen Zurücksetzung der Literaten aufbehalten finden. Aber was wird man dann unter Literaten verstehen, und was ver steht man heute darunter? Das Wort selbst kann den Begriff nicht erklären. I-i- terstu8 war bei den Römern Einer, der in den Wissenschaf ten bewandert war (beiläufig gesagt, konnte auch Einer so genannt werden, dem man einen Buchstaben aufgebrannt hatte). Das kann für die, welche sich heutigen Tages Literaten nennen, doch wohl nicht passen. Auch in Deutschland pflegte man vor nicht so langer Zeit einen Gelehrten einen l-ite- rstus zu nennen. Aber dieser Gebrauch ist abgekommen, und die alten l-iterati scheinen mit den neuen Literaten ganz und gar nichts gemein zu haben. Wenn diese vom alten Schlage wären, würden sic ja bei dem Gutcnbergsfeste nicht verfehlt haben, mit der Universität Theil daran zu nehmen. Dar aus ist nun wohl zu sehen, was die, welche sich Literaten nennen, nicht sind, was sie sind, glaubte Einsender vielleicht aus den Journalen erfahren zu können, in welchen sie zu Hause sein sollen. Er nahm die braunschweiger Morgenzei tung für gebildete Leser, und fand in No. 27 vom Au gust d. I. nachstehenden Artikel: *) Noch vor kurzer Zeit enthielt die Zeitung für die ele gante Welt folgende Notiz: Eine lesenswerthe Correspondenz über die Leipziger Jubelfeier in den Junitagen bringt das Ber liner Organ für den deutschen Buchhandel (No. 27 u. 28.). Die katzenjämmcrliche undankbare Schläfrigkeit, mit der das Leipziger Publikum sich jetzt jener Lage (nicht) erinnert, hat so gar manchen Koryphäen im gewesenen Festcomite über den Ab stand zwischen der geistigen Bedeutung und der materiellen Ab fertigung der Feier die Augen geöffnet; dennoch hat der Witz keine Lust, sein rächendes Lied an Ort und Stelle zu pfeifen, sondern flüchtet sich in auswär tige Blätter" Wir haben die letzen Worte dieser Notiz aus der Zeitung für die elegante Welt mit gesperrter Schrift drucken lassen, weil sie ganz geeignet sein dürften, die Gesin nung jener Leute anzudeuten, welche die Leipziger Jubelfeier des halb materiell abgefertigt halten, weil der Festcomite es unstatt haft fand, daß außer der eigentlichen Festrede vom Vorsitzenden des Comite noch von einem hiesigen Literaten auf dem Markt platze zu der versammelten Volksmenge gesprochen werde. Ob eine Feier, die so erhebende Momente darbot, daß eine ganze Bevölkerung davon hingerissen und begeistert ward, eine rein materielle Abfertigung genannt werden dürfe, wollen wir hier nicht weiter erörtern; der Beschuldigung aber, das Leipziger Publikum sei bereits gleichgültig dagegen geworden oder erinnere sich der Erlebnisse jener Lage mit Mißbehagen, dieser Beschul digung glauben wir entgegentretcn zu können und zu müssen. Die Erinnerung an die erhebende Feier im Tempel des Herrn, der Moment der Enthüllung auf dem Markte, in welchem sich das Bild Gutenbcrg'e in unzähligen Thränen der reinsten Begei sterung spiegelte, der Jubel, mit welchem der Tn'nkspruch auf unfern allverebrten König begrüßt wurde und in den so Viele einstimmten, die jenseits der Grenzen Sachsens wohnen, der An klang und Beifall, den die Rede auf die freie Presse fand, die Erinnerung an diese und noch viele andre Momente wird in den Herzen der Bewohner Leipzigs niemals verlöschen, sic wird ihnen stets heilig bleiben. — Gehet nun hin und witzelt über et was, was Tausenden und Laufenden heilig und ehrwürdig ist, es geschieht ja nicht zum ersten Male. Der Redakt. des Börsenbl.
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