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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.03.1851
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1851-03-11
- Erscheinungsdatum
- 11.03.1851
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
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- Saxonica
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1851.^> 275 Nichtamtlicher Tb eil. Ans Baden, 4. März. Das Regierungsblatt enthält eine landesherrliche Vollzugsverord nung zum neuen Prcßgesetz. Nach §. 14 ist den Redacteuren der gegenwärtig im Großherzogthum erscheinenden Zeitungen und Zeit schriften zur Stellung der Sicherheit eine Frist bis zum 31. März l. I. bewilligt. Einzelne Blätter haben die Caution bereits ge stellt. Auch gewöhnliche Ankündigungsblätter, z. B. das Karlsruher Tageblatt, das nur Wohnungsanzeigen, Verlorenes, Gefundenes, Fremdenliste und dergleichen enthält, unterliegen der Eaution. (N. Leipz. Z.) AuS Berlin. Die Herren Oe. Spiker, Red. der Spencrschcn Zeitung, Buch händler G. Reimer, Oe. Parrhey, Ehef der Nicolai'schen Buchhandlung, und Oe. Hahn, früher Redacteur der Reform, wurden von der Com mission der 1. Kammer, an welche die §§ des Preßgcsetzcntwur- fcs über die Strafen und die Verantwortlichkeit zur nochmaligen Prüfung zurückgegeben sind, zugezogen. Hiermit wäre jedenfalls, in so fern man diesen chrenwerthen Männern Gehör schenkt und das Ganze nicht eine der öffentlichen Stimme gemachte Eoncession pro forma ist, Vieles schon als ge wonnen zu betrachten. Prag, 6. März. Den hiesigen Buchhändlern ging ein Circular zu, in dem verordnet wird, daß von nun an Manuscripte von in Druck zu legenden Broschüren, vor dem Druck der Militairbehörde zur Einsicht und Erlangung des Viäi vorgelegt werden müssen- Ich weiß nicht, mit welchem Namen die Behörde dieses neue Verfahren taufen wird; in der gemeinen Sprache heißt man Dies Een für! So berichtet die Deutsche Allgemeine Zeitung. Wir bitten unsere Prager Collegen um gef. Nachricht, ob sich's wirklich so verhält,— wir wollen und können noch nicht daran glauben, — das wäre ja allen ofsiciellen Versprechungen von „Aufhebung der Censur" geradezu in's Ge sicht geschlagen — oder gilt dieß nur für die Dauer des Belagerungs zustandes?? Altona, 4. März. Nach der Freien Presse ist der Buchdrucker Köbner, ange klagt wegen des Druckes der bekannten Ronge'schen Broschüre: „Europa darf nicht kosackisch, Europa muß frei werden", durch Urtel des Ober gerichts fceigesprochen, weil der Drucker für den Inhalt des bei ihm Gedruckten nicht verantwortlich sein könne. Dagegen ist der Verthei- diger des Hrn. Köbner, Advocat Carstens in Altona, wegen seiner scharfen Kritik des obergerichtlichcn Verfahrens in 50 -/S Brücke ver- urtheilt und außerdem für den Fall, daß dergleichen nochmals vvrkvmmt, mit sofortiger Suspension von der Praxis bedroht. Noch einmal ei» Circulair der Pesthcr geeinigten Buchhandlungen. Es war im Jahre Eintausend achthundert und achtundvierzig, am 26. April, als von den Pesther Buchhändlern ein Circulair ver anlaßt und erlassen wurde, dem sich dann auch noch andere österrei chische Buchhandlungen anschlvssen, das jedem von uns leider noch in frischem Andenken ist. Es traten darin diese Herren in einer im buch- händlerischen und kaufmännischen Leben so unerhörten Weise auf, sprachen sich so kategori sch aus, setzten sich so auf's h o h e Pferd, —ja schrieben sie, die Schuldner, ihren Gläubigern gegenüber, allen Usancen und jedem Uebereinkommen zum Hohne, die Art und Weise vor, wie es ihnen belieben würde zu zahlen oder auch ni cht zu zahlen, welche Verluste man sich dabei gefallen lassen Müsst, wenn man nicht mit seiner rechtlichen und zur O.-M. fälligen Forderung in's Blaue warten wolle, — daß nur eine Stimme allgemeiner Entrüstung sich dagegen aussprach. Es ist nicht unsere Aufgabe, auch nur i» vxlenso das, was über Haltung, Ton, Inhalt und Forderungen dieses berüchtigten Circulairs s. Z- gesprochen und geschrieben wurde, hier zu wiederholen. Unser Börsenblatt weist es sattsam nach und erklärte in jcnerZeitDenen, die es noch nicht zu wissen schienen, deutlich genug, was im kaufmänni schen, mithin auck im buchhändleriscken Leben ein Accord heiße, — es brachte als Beispiel der äußersten Gesinnungs-Extreme, ein Schreiben des Herrn Hartleben aus dem Jahre 1838, den 1848 ausgesprochenen Drohungen und Zumuthungen gegenüber — es gab nur eine Ansicht, nur eine Stimme hierüber. Es sind seitdem nun beinahe 3 Jahre vergangen — eine lange Zeit — aber die Meisten von uns leiden noch immer unter der Folge jener Drohung: „Wer unserem Anträge (nämlich mit bedeutendem Verluste den Saldo anzunehmen und die Rechnung zu saldiren) keine Folge geben wollte, der beliebe sich mit seinem Guthaben so lange zu gedulden, bis der Stand der Banknoten jenem bis zum 20. Februar d. I. (1848) in Leipzig gleich kommt (103^), wo wir dann dort auf die frühere gewöhnliche Weise Zahlung leisten" denn noch ist kein Schimmer von Hoffnung, daß die Banknoten je wieder dahin kommen, und so halten denn Einige der Herren, — freilich nur an dem Einen — an ihrer Drohung, fest und lassen uns heute noch diesen Zeitpunkt und mit ihm unser Geld erwarten. Na men thun nichts zur Sache, ein Jeder kennt sie von selbst aus seinen Contis und braucht gewiß diesechalb nicht erst nachzuschlagen. Nun finden wir dieselben acht Pesther Firmen wieder in herz licher, brüderlicher Einigkeit vereinigt, und zwar in einem Circulair vom 20. Februar d. I. — Diesmal gilt es nicht, dem ganzen Buch handel den Fehdehandschuh hinzuwerfen, nein, es handelt sich nur darum, intra muros den Krieg einem jungen Etablissement zu machen. Ton und Haltung dieser Philippica lassen, unserer Ansicht nach, satt sam zwischen den Zeilen lesen, daß eine junge Kraft, ausgerüstet mit Mitteln geistiger und materieller Natur, wie dies uns von den hoch achtbaren Herren I. Max u. C. Rulhardt, vom Collegen Credner und Hrn. G. Kilian selbst bestätigt ist, nicht eben eine willkommene Con- currenz bildet. Man pflegt Den, welchen man nicht fürchtet oder zu fürchten nöthig hat, seinem Schicksale und seinemsunvermeidlichen?) Untergange ruhig zu überlassen. Warum also diese Sprache, warum diese Humoriftik, die nicht vom Herzen kommt? Warum den Aerger, daß Herr Lampel sich nicht erst von sämmtlichen Pesther Handlungen die Erlaubniß zum Etablissement und zur Erlassung seines Circu lairs erbat? Warum soll in Ungarn, dessen herbste Krise doch wohl überstanden ist, ein junges Geschäft, das keine erlebten Verluste gel tend machen oder doch vorschützen kann, (exempla oäioss sunt) das mit frischen Kräften den Schauplatz seiner Thätigkeit betritt, nicht dem deutschen Verleger manche Garantie bieten, die er vergebens anderswo sucht? Wir kennen Herrn Lampel nicht, wir kennen blos sein Circulair und seine Attestate, beide sind uns aber Bürgschaft, daß dieser junge Mann mit kaufmännischer Klugheit handelt, daß er nicht in's Zeug drein gehen will; er sprach sich o ffen und verständig aus, wie es jeder junge Geschäftsmann thun sollte. Wozu also diese Gehässigkeit, diese nichtssagende Ironie, dieser kleinliche, aber in Pesth schon da gewesene Brodneid, diese gehaltlose Bitterkeit, die nur 41*
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