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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.01.1873
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1873-01-22
- Erscheinungsdatum
- 22.01.1873
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
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258 Nichtamtlicher Theil. 17, 22. Januar. Sonntagsblättern, die vorzugsweise dem Zwecke der Unterhaltung dienen, erscheinen noch 44, neben der Belehrung, fast einzig und allein der Unterhaltung gewidmete Blätter, von denen 2 Kladdcra- datsch-Witze enthalten. An die Unterhaltungsblätter schließen sich noch 3 belletristische Journale an. Bon den Unterhaltungs- blätteru erscheinen 13 in New; Jork, 9 in Peunsylvanien, 7 in Wisconsin. 30 der in den Ver. Staaten publicirten deutschen Zeitungen verfolgen eine religiöse Tendenz. Davon vertreten 6 die katholische Kirche, 6 die Lutheraner, 2 die Reformirten, 2 die Baptisten, je 1 die Brüderkirche, die neue Kirche und die freireligiöse Gemeinde, die übrigen die Evangelisch-Protestanten und das Christenthum über haupt. Außerdem hat auch Canada eine Kirchenzeitung. Was das Format dieser religiösen Blätter anlangt, so erscheint nur ein Theil in Folio, die Mehrzahl in Quart und zwar meistentheils in mehr wöchentlicher oder monatlicher Ausgabe. Wie die verschiedenen Kirchen und religiösen Secten, so haben auch die verschiedenen Orden ihre Special-Organe, so der Frei maurerorden 2 Zeitschriften, die Odd Fellows (oder „Sonderbare Brüderschaft", welche Humanität durch wcrkthätige Hilfe predigt), der Druiden-Orden, der Harungari je 1; ebenso auch 1 die Spiri- tualisten. Dem Schul- und Erziehuugswesen ist 1 deutsche Schulzeitung gewidmet, dem Turnwesen ebenfalls 1. Den Zweck, dieJugend zu belehren und zugleich zu unterhalten, verfolgen 4 deutsche Zeitschriften. Den Musikern stehen 2 deutsche Zeitungen (zu New-Iork) zur Verfügung. Der Landwirthschaft sind 4 Journale (1 davon aus schließlich der Bienenzucht) gewidmet. 3 Zeitschriften befassen sich mit Gewerbe und Handel (1 davon ausschließlich mit der Brauerei). Außerdem erscheint 1 deutsche Modezeitung (in New-Jork) und 1 deutsches Jntelligenzblatt (in Boston). Endlich befaßt sich 1 deut sche Zeitung (in New-Dort) vorzugsweise mit den socialen Verhält nissen. Nochmals Ansichten und Thatsachcn. Die Veranlassung zu dem gleichnamigen Artikel in Nr. 5 d. Bl. gab mir die in Nr. 303 v. I. („Zur Aushilfe des Sortimcntshaudels") ausgesprochene Behauptung: „wohlfeile Classikcr-Ausgaben seien überwundener Standpunkt". Zur Begründung dieser Behauptung wird angeführt, daß Cotta mehrere seiner geringeren Ausgaben eingehcn lasse, weil das Publi cum der Spottpreise seine Kauflust befriedigt habe. In Nr. 11 d. Bl. tritt zu dieser Begründung die Erläuterung, daß der Einsender in dieser Frage compctcnter Richter sei. Meine im Allgemeinen gehaltene Darlegung der vollständigen Willkürlichkeit obiger Behauptung hat mein Gegner nicht an fechten können; er hat zugegeben, daß es an einem Publicum für billigste Ausgaben niemals fehlen könne. Was die speciellen Absatzverhältnisse der verschiedenen Cotta'- schen Ausgaben anbetrifft, so will ich meinerseits sehr gern zugeben, daß mein Gegner davon genau unterrichtet ist; wenn es aber nach seiner Angabe Thatsache ist, daß einige der geringeren Cotta'schen Aufgaben nicht mehr gehen, so ist damit doch wohl keineswegs er wiesen, daß nicht andere billige Ausgaben einen um so besseren Absatz finden, am wenigsten, „daß wohlfeile Ausgaben einem überwundenen Standpunkt angehören". Und diesen so apodiktisch hingestellten Satz habe ich bekämpft, und gewiß mit Recht. Was die Ansichten meines Gegners über andere Fragen des buchhändlerischen Verkehrslebens anbetrifft, so will ich ihm gern darüber das letzte Wort lassen; jene auf logischer Gedankenentwick lung beruhenden „natürlichen Gesetze" wird Niemand Phrasenhaft und ungeheuerlich nennen, der sich mehr als bloß oberflächlich mit dem Wesen der Dinge beschäftigt. Mit der Person meines Gegners habe ich gar nichts zu schaffen, nnd ich gönne ihm gern den Kitzel, mir deshalb, weil ich seinen Be hauptungen entgegenzutreten wagte, — im Interesse der guten Sache (welcher?) — einige Liebenswürdigkeiten gesagt zu haben. Miscellcn. Der Reichskanzler hat beim Bundesrath den Antrag gestellt, die Gebühr für die extraordinären Zeitungsbeilagen auf die Hälfte des bisherigen Satzes, nämlich auf Pfennig (^ Kreuzer) pro Beilagenexemplar herabzusetzen und zugleich die Post behörde zu ermächtigen, bei Sendungen in großen Partien noch einen Rabatt bis zu 50 Proc. dieses Satzes eintreten zu lassen. Die bisherige Gebühr hat sich nämlich in der Praxis als zu hoch erwiesen und hat verhindert, daß von dieser sonst erwünschten Ein richtung ein ausgedehnter Gebrauch gemacht wird. — Ebenso sollen die Postmandatsgebühren auf 5 Proc. (bis jetzt 7 Proc.) bei Be trägen bis 25 Thlr. und auf 7 Proc. (jetzt 9 Proc.) bei Beträgen über 25 Thlr. bis 50 Thlr. ermäßigt werden, damit das Publicum von diesem bequemen Jncassomittel einen noch umfassenderen Ge brauch machen könne. Statistisch ist festgestellt, daß im Jahre 1872 durch die Postanstalten 140,000 Mandate im Gesammtbetrage von 3,300,000 Thlrn. befördert worden sind. Der Preiscourant über die durch das kaiserliche Post-Zeitungs- amt in Berlin und die Postanstalten des deutschen Rcichspostgebietes für das Jahr 1873 zu beziehenden Zeitschriften weist an solchen in Summa 3862 in deutscher, 883 in französischer, 548 in eng lischer, 29 in spanischer, 76 in holländischer, 59 in russischer, 63 in schwedischer, 18 in norwegischer, 42 in dänischer, 62 in polnischer, 2 in armenischer, 15 in böhmischer, 3 in croatischer, 9 in griechischer, 2 in hebräischer, 2 in litthauischer, 1 in portugiesischer, 29 in ru mänischer, 3 in ruthenischer, 6 in serbischer, 1 in slavakischer, 2 in slovenischer, 2 in türkischer, 1 in vläm-ischer, 1 in wallachischer, 6 in wendischer, (davon 3 in Bautzen, 2 in Cottbus, 1 in Hoyerswerda erscheinend), 163 in italienischer Sprache nach. Von dem Hinrichs'schen Bücher-Verzcichniß ist soeben das zweite Semester vom vorigen Jahre, die neuen Erscheinungen und neuen Auflagen vom Juli bis zum December enthaltend, zur Ausgabe gelangt; in einem sehr dankenswerthen Anhänge findet sich ein systematisch geordnetes Verzeichniß der wichtigsten literari schen Erscheinungen im Königreich der Niederlande vom Jahre 1872. Die Leipziger Bank hat unterm 20. ds. den Disconto für Wechsel und Anweisungen auf 5°/o und den Zinsfuß für Lombard- gcschäste auf tzoch herabgesetzt. Personalnachrichte». Der Mitinhaber der königl. Hofbuchhandlung von Hermann Burdach iu Dresden, Herr G. H. Warn atz hat das Prädicat .Hofbuchhändler bekommen. Auf der Polytechnischen Ausstellung in Moskau ist ferner noch der I. G. Cotta'schen Buchhandlung in Stuttgart die große goldene Medaille znerkannt worden. Herrn F. Butsch in Augsburg wurde in Anerkennung der Verdienste, welche er sich theils durch großartige Geschenke, theils durch sonstige thatsächliche Hilfeleistungen um die Neubegründung der Straßburger Bibliothek erworben hat, der preußische Kronen orden 4. Classe verliehen.
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