Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 31.03.1873
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1873-03-31
- Erscheinungsdatum
- 31.03.1873
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18730331
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-187303316
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18730331
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1873
- Monat1873-03
- Tag1873-03-31
- Monat1873-03
- Jahr1873
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
74, 31. März. Nichtamtlicher Theil. 1203 Urbrr Werke für den Buchhandel. „Die bisher eingegangenen Bestellungen sind so geringfügig, daß es sich wahrlich nicht der Mühe lohnt, eine für den Buchhandel so nothwendige Arbeit zu ediren!" — Diese Klage eines College« lasen wir jüngst wieder einmal in einem Circular, worin derselbe ein von ihm herausgegcbcnes Merkchen für Buchhändler anss neue zur An kündigung brachte. Es ist eigentlich auch zum Verwundern, daß sich noch immer Buchhändler finden, welche Werke und Schristchen über den Buchhandel und buchhändlerischc Angelegenheiten schreiben oder verlegen, da es allerdings notorisch ist, daß gerade die Buchhändler die allerschlechtesten Bücherkäufer sind! — So gern gerade sie — die Buchhändler — es sehen, wenn sie so rechte, echte sogenannte Bücher würmer zu Kunden haben (die freilich leider auch immer seltener werden); so gerne sie es sehen, wenn ihre Kunden recht tüchtig kaufen, und so wenig sic sich Mühe und Arbeit verdrießen lassen, den Kunden recht vieles auszuhängen und aufzuschwatzen, so wenig Freude machen sic selbst denjenigen ihrer College«, welche Bücher, für Buch händler bestimmt, verlegen, diesie also selbst kaufen sollen; denn es werden derartige Bücher, auch wenn sie noch so zweckmäßig sind und ihnen sogarNutzcn und Vortheil bei ihrem Geschäftsbetriebe bringen, ihnen Zeit ersparen helfen re., meist doch so wenig beachtet und von ihnen gekauft, daß die Herausgeber und Verleger besser gcthan hätten, ihre darauf verwendete Zeit, Mühe und Geld anderweit loh nender zu verwerthen. Es ist das eine cigcnthümliche Erscheinung bei der Intelligenz, die doch den meisten Buchhändlern innewohnt, oder innewohnen sollte; von solchen sogenannten „College«" freilich, von denen uns bisweilen Stylproben zum Ergötzen imBörsenblatte mitgetheilt wor den sind, oder die uns selbst mit dergleichen schon wiederholt beehrt haben, kann man kein Vcrständniß für derartige unseren Stand be treffende Schriften erwarten; von dergleichen College« erhält wohl natürlich auch kein „Bücher für Buchhändler" Verlegender irgend je mals Bestellung, aber die „Buchhändler" sollten doch besser kaufen! Doch wir schweifen zu weit ab! Wir wollen nur heute einfach mitthcilcn, daß schon wieder ein für Buchhändler bestimmtes Merk chen erschienen ist unter dem Tittel: Die Vcrlagsvcränderungen im Buch-, Kunst-, Musikalien- und Landkarten-Handel während der 10 Jahre von 1863 bis incl. 1872. (Gleichzeitig ein Supplement zur Nachweisungstabelle veränderter Firmen von Strabel und Volger, sowie auch zum Götschel'schen Verzeichniß erloschcnerFirmen und zur Conrad'schen liebersicht der Vcrlagsverändcrungcn.) Landsberg a,W. 1873, Volger L Klein. (Schreibpapier.) Preis 12 Sgr. baar. Dieses Merkchen scheint sich doch wohl einiger Theilnahme bei den Herren College» erfreut zu haben, sonst würde cs wohl nicht schon wieder neu erscheinen, denn, soviel uns erinnerlich, erschien es schon einmal vor mehreren Jahren, wo es die Vcrlagsverändcrungcn des Zeitraums von 1863 bis incl. 1866 brachte; alsdann wurde eine ncueBearbeituug imJahrc 1869 hcrausgcgeben, welche bis 1869 incl. führte. Die jetzige neue Bearbeitung desselben führt von 1863 bis incl. 1872, und da man kaum im Stande ist, die in neuester Zeit so sehr häufigen Verlagsveränderungen, welche nur in einem Jahre allein Vorfällen, alle im Kopfe zu behalten, so wird dies Merkchen, das die Vcrlagsvcränderungen der letzten 10 Jahre registrirt — und Bücher, die in diesem Zeiträume erschienen sind, werden ja gerade am meisten noch gesucht und gekauft —, gewiß den Buchhändlern bei ihren Verschreibungen, den Rcmissionsarbeiten rc. von ganz besonderem Nutzen sein, so daß wir dcnCollegen dies ganz zweckmäßig bearbeitete Schristchen zur Anschaffung empfehlen können. Auch diejenigen Herren, welche etwa die Ausgaben vom Jahre 1866 oder von 1869 bereits besitzen, sollten es sich wegen der j inzwischen noch hinzngekommenen neuen Jahre anschaffen, damit dem Herausgeber durch zahlreichen Absatz für seinen mühsamen Sammelsleiß eine entsprechende Anerkennung zntheil würde, und derselbe nicht auch zu sagen braucht wie ein anderer Verleger, dessen Worte wir Eingangs dieses schon citirten, nämlich: „Es lohnt wahrlich nicht der Mühe, eine für den Buchhandel nothwendige Arbeit zu ediren!" V—. Die neue Reichsmünze und unser Rabattsystein. III.*) Bei Gelegenheit der neuen Münz- und Rabatt-Veränderung dürfte es vielleicht möglich sein, den leidigen Kunden-Rabatt imBuchhaudel zu beseitigen, so daß selbst bei geringcremRabatt von Seiten des Verlegers dem Sortimenter, der keinen Rabatt mehr bewilligt, doch mehr übrig bleibt. Sollten nicht gerade die Verleger in dieser Richtung einen wirksamen Druck ausüben können, der einen verhältnißmäßig nicdern Ladenpreis und einen siem Sortimenter ganz verbleibenden, wenn auch kleinern Rabatt herbeiführen müßte? MiScellen. Aus Berlin, 25.März schreibt man der Allgemeinen Zeitung: „Die Preßgesetz-Commission des Reichstags hat gestern (Mon tag) Abends ihre erste Sitzung gehalten. Die Vertreter der Bundes regierungen waren zum Bedauern der Commission nicht erschienen, obgleich die Einladung hierzu an den Bundesrath ergangen war. Es soll auch von der zweiten Sitzung dem Bundesrathe rechtzeitig Kenntniß gegeben werden, damit er in der Lage sei, den Berathungen beizuwohnen. Abgeordneter Vr. Biedermann, Referent in der Com mission, erhielt von dieser den Auftrag, alle bedeutenderen jetzt in Deutschland bestehenden Preßgesetze zusammenzustellen und dieselben drucken zu lassen. Bei der Generaldiscussion hob der Referent fol gende Gesichtspunkte hervor: die Frage der Opportunität eines aus der Initiative des Reichstages hervorgegangencn Reichsprcßgesctzes, die Frage, ob eine ausnahmsweise Gesetzgebung im Gegensatz zum gewöhnlichen Recht (Strafgesetz und Gewerbeordnung) erforderlich sei, und das System, ob Präventiv- oder Repressivsystcm. Die Debatte erstreckte sich über die gesammte Materie, und diese wurde von den verschiedensten Gesichtspunkten beleuchtet, und es stellte sich hierbei heraus, daß auch von conservativer Seite anerkannt wurde, wie die jetzigen Beschränkungen der Presse veraltet seien, den beab sichtigten Zweck ganz verfehlen. Was die Frage wegen Aufrecht haltung der vorläufigen Beschlagnahme unter gewissen Beschränkun gen und Garantien gegen die Willkür betrifft, so hielt man eine Verständigung mit der Regierung für möglich. Die General discussion wurde zu Ende geführt; die Speeialdiscnssion für die nächste, am Freitag (den 28. ds.) stattfiudende Sitzung Vor behalten." Nach einer Mittheilung der Dtsch. Allg. Ztg. stehen neue Ver öffentlichungen aus Goethe's Nachlaß bevor. Die Ver öffentlichungen, deren Herausgabe von den Goethe'schcn Erben dem Professor Bratranck in Krakau anvertraut wurde, erscheinen unter dem Titel: „Neue Mitthcilungen aus Johann Wolfgang v. Goethe's handschriftlichem Nachlaß" im Verlage von F.A.Brockhans in Leipzig, und erstrecken sich zunächst auf zwei Werke, nämlich die „Natur wissenschaftliche Korrespondenz Goethe's" und den „Briefwechsel Goethe's mit den Brüdern Alexander und Wilhelm v. Humboldt". Die „Naturwissenschaftliche Korrespondenz", von Goethe selber ge- *) II. S. Nr. 68. 162*
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder