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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.10.1873
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1873-10-29
- Erscheinungsdatum
- 29.10.1873
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18731029
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3978 Nichtamtlicher Theil. 251, 29. October. Diese Zeitung, von Hause aus geschickt redigirt, hat sehr viel dazu beigctragen, das deutsche Publicum durch Wort und Bild mit der Zeitgeschichte und allen würdigen Bestrebungen der Gegenwart, für welche sie stets ein empsehlendes Wort hatte, vertraut zu machen. Alles Novellistische ausschließend, verdient sie in der That den Namen einer „Zeitung". Den größeren Artikeln, welche den wich tigeren Ereignissen und hervorragenden Persönlichkeiten der Gegen wart gewidmet waren, ging eine ebenso übersichtliche wie erschöpfende Chronik alles dessen, was auf dem Gebiete der Politik, der Industrie, der Literatur und Kunst erwähncnswerth war, zur Seite. Tactvoll waren stets die Grenzen gewahrt, welche man an das große, allge meine Publicum in Bezug ans alles Tendenziöse einzuhalten hatte; doch wurden auch in der schlimmsten Epoche unserer nationalen Ent wicklung den rückwärts gehenden Tendenzen keinerlei Zugeständnisse gemacht. Sehr verdienstlich waren die Illustrationen des Blattes; gehörte doch die Wiederbelebung der Holzschneidekunst zu den Haupt- verdicnsteu I. I. Weber's. Schon früher war in seinem Verlage die Geschichte Fricdrich's des Großen von Kuglcr mit den Menzel'- schen Illustrationen erschienen, deren Wiedergabe durch den Holz schnitt eine ausgezeichnete und allgemein anerkannte war und wesent lich zur großen Verbreitung und Beliebtheit des Werkes beitrug. Auch Pöppig's Naturgeschichte des Thierrcichs in vier Bänden war mit über 4000 Illustrationen ausgestattet, welche gleiche Anerken nung fanden. Der „Jllustrirten Zeitung" zur Seite ging der „Jllustrirte Kalender", der jetzt seit 28 Jahren besteht. Eine andere Tendenz verfolgten die „Jllustrirten Katechismen", welche in geschickter und prägnanter Fassung die Resultate wissenschaftlicher Bildung populär zu machen suchten. Fast alle Zweige des menschlichen Wissens sind in diesen Katechismen, deren Zahl sich jetzt auf 75 beläuft, vertreten, und einige derselben sind in Bezug auf die Klarheit und Durch sichtigkeit der Darstellung und die tactvolle Auswahl des Wesent lichen geradezu als mustergültig zu bezeichnen. Reichhaltig ist auch der dramatische und dramaturgische Verlag I. I. Weber's, in welchem eine um so schätzcnswerthere Förderung literarischer Bestrebungen liegt, als es keine Frage ist, daß der artiger Verlag sich keiner besonderen Gunst des Publicums erfreut, das selbst seine Lieblingsdramen nicht zu kaufen Pflegt. Die Auto ren, welche diese Richtung des I. I. Weber'schen Berlages vertreten, sind: Laube, Prutz, Bcnedix, Mosenthal, Richard Wagner, Otto Ludwig und Eduard Devrient. Außerdem erschienen bei I. I. Weber größere culturgeschichtliche Werke von Biedermann und Ho negger, mehrere Zeitschriften für Buchhandel und Bühnenkunde, die freimaurerische Zeitschrift „Latomia", die „Deutsche Bibliothek, Sammlung seltener Schriften der älteren deutschen Literatur", von Heinrich Kurz, Tschudi's „Thierlcben der Alpeuwclt", Eotta's geo logische Werke und mehrere illnstrirte Aneignungen aus der aus ländischen Literatur, wie Boz' sämmtliche Werke mit 560 Illustra tionen, Laurent's Geschichte Napolcon's-, illustrirt von Horace Veruet, und andere Schriften. Die illustrirteu Gesundheitskatechis men, die bis jetzt in 10 Bändchen erschienen sind und denen sich Kleucke's illustrirtcs Werk: „Die Verfälschung der Nahrungsmittel und Getränke" in Bezug aus die Tendenz anschließt, haben sehr segensreich gewirkt und in Bezug aus Diätetik und Hygieine ver ständige Anschauungen verbreitet. Einen großen Erfolg hatte die „Jllustrirte Kriegschronik, Gedenkbuch an den deutsch-französischen Krieg von 1870—71", ein nach den Zeichnungen trefflicher Künstler ausgeführtes Werk, welches einen Absatz von 50,000 Exemplaren fand und von neuem die Vorzüge der Weber'schen Illustrationen in ein sehr günstiges Licht stellte. Es ist ein reiches, für Literatur und Kunst ersprießliches j Leben, das sich hier vor uns darstellt. Möge es dem hochverehrten ! Greise, der auf eine so glänzende Vergangenheit, auf eine so ehren- i volle Thätigkeit zurückblicken darf, noch lange vergönnt sein, sich 1 seines blühenden Institutes, seiner schönen Erfolge zu freuen! Misccllen. An die Herren Verleger von Romanen ergeht die höfliche ! Bitte, dem Umschlag und Tittelblatt ihrer mehrbändigen Publicatioucn die Notiz: „in so und so viel Bänden" (in gleicher Weise, wie bei ! Tauchnitz' und Asher's Oolleetion) hinzuzufügen. Namentlich im Verkehr der Leihbibliotheken würde diese Einrichtung eine sehr erheb liche Erleichterung gewähren. Der mit dem 1. Januar 1874 ins Lebe» tretende Packet- portosatz von 2H Sgr. für 10 Psd. im ganzen Gebiete der deut schen Rcichspost wird unmaßgeblich dem Leipziger Commissious- geschäfte eine große Erleichterung, den Verlegern aber eine erheb liche Arbeitsoermchrung verursachen, denn welcher Sortimenter wird dann noch über Leipzig solche Sendungen beziehen, die er von den betreffenden Verlegern um etwa die Hälfte der Leipziger Emballage- : kosten direct pr. Post erhalten kann, also doppelt so rasch und halb so theuer? Selbst bei Sendungen von 20 und 30 Psd. werden cou- laute Verleger gern der Mühe einer 2 oder 3 fachen Packetscndung (wenn nöthig) sich unterziehen. — Dieser neue Packctportosatz ist eine der wichtigsten postalischen Einrichtungen der Neuzeit, die vor allem dem Buchhandel zu gute kommt, wofür derselbe der Reichs postverwaltung zu Dank verpflichtet ist. LI. Aus dem Reichs-Postwesen. — Nach einer Bekannt machung des General-Postamts vom 21. October ist es den Ab sendern von Postmandaten fortan gestattet, auf derAdreßscite des Mandatformulars das Datum desjenigen Tages anzugcben, au welchem die Einziehung des Betrages von dem Adressaten erfolgen soll. — Ferner soll es dem Belieben der Absender überlassen bleiben, dem Postmandate gleich das ausgefüllte Postanweisungs-Formular behufs Ucbermittelung des eingezogcucn Betrages an ihre Adresse beizusügen; in der Postanweisung darf aber solchen Falles nur derjenige Betrag der Forderung angegeben werden, welcher nach Abzug der Postanweisungsgebühr übrig bleibt. Personaliiachrichten. Herrn Richard Lesser in Berlin, Besitzer der dortigen Internationalen Buchhandlung, ist von der Kaiserin-Königin der Titel eines Hof-Buchhändlers verliehen worden. Der Vorstand des Buchhandlungs-Gehilfenvereins „Rabatt" in Straßburg besteht für das Wintersemester aus den Herren Fr. Döruer (bei Freiesleben), Vorsitzender; P. Hannessen (bei Bcnsheimer), Schriftführer; CH. Langrentcr (bei Trübncr), Cas- ! sirer; und A. Kelber (in der Internat. Buchh.), Bibliothekar. In der am 9. October stattgefundenen Generalversammlung des „Conform", Verein auswärtiger junger Buchhändler in Paris wurden für das laufende Vereinssemester zum Vorstand gewählt die Herren A. Stieda (bei Sandoz L Fischbacher), Präses; H. Bahr (bei Joseph Baer L Co.), Schriftführer; und Fr. Stürmer (bei Fr. Kliucksieck), Cassirer. Briefe und Zuschriften für den Verein beliebe man an den derzeitigen Schriftführer zu. richten.
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