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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.03.1881
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1881-03-12
- Erscheinungsdatum
- 12.03.1881
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18810312
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-188103122
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- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-18810312
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- Public Domain Mark 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1881
- Monat1881-03
- Tag1881-03-12
- Monat1881-03
- Jahr1881
- Titel
- Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.03.1881
- Autor
- No.
- [1] - 1069
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AsAIIti »über Sonntag« täglich. — Ni» srül> 9 Uhr cingrhende Anzeigen komme» in der nächsten Nummer zur Ausnahme. Beiträge sür da« Börsenblatt sind an die Nedaction — Anzeigen aber »n die Expedition deiselben zu senden. für den Deutschen Buchhandel und die mit ihm verwandten Geschäftszweige. . ... i Eigenthum de- BürsendercinS der Deutschen Buchhändler. 59. — Leipzig, Sonnabend den 12. März. 1881. Amtlicher Theil. Bekanntmachung. Wir veröffentlichen nachstehend die Eingabe, welche wir unterm Heutigen an Se. Excellenz Herrn Minister von Puttkamer gerichtet haben. Berlin, Breslau und Leipzig, den 5. März 1881. Der Vorstand -es Sörsenvereins -er Deutschen Duchhitndler. Adolph Enslin. Emil Morgenstern. Hermann Haeffel. Sr. Excellenz Herrn Staatsminister von Puttkamer, Königl. Preußischer Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten. Ew. Excellenz wollen dem Unterzeichneten Vorstande des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler geneigtest gestatten, in Erfüllung der ihm obliegenden Pflicht, die Interessen des deutschen Buchhandels nach allen Richtungen wahrzunehmen, Ihnen nach stehend eine Angelegenheit in Ehrerbietung vorzutragen, welche in buchhändlerischen Kreisen ernste Beunruhigung hervorgerufen hat. Seitdem Ereignisse von weltgeschichtlicher Bedeutung zur Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches geführt haben, tritt natur gemäß auf allen Gebieten des öffentlichen Lebens das Streben her vor, einheitliche Normen herznstellen und dadurch die politische Ein heit der Nation zu befestigen. So berechtigt und nothwendig ein solches Streben an sich auch ist, so glauben wir doch keinem Wider spruche zu begegnen, wenn wir behaupten, daß dasselbe in seiner Anwendung gewissen Schranken unterliegen muß, wenn nicht die Einheit in nothwendigen Dingen zu einem schädlichen Uniformiren und zu unnöthigen Beschränkungen führen soll. Ein Gebiet, auf welchem bisher die vollste Freiheit geherrscht und auf welchem gerade diese Freiheit zu einer mächtigen Ent wicklung geführt hat, ist das der literarischen Production; und mit ernster Sorge blicken darum Schriftsteller, Buchdrucker, Verleger und alle die zahlreichen mit ihnen verbundenen Jnteressen-Kreise auf jedes Symptom einer Bewegung, welche in ihrem Fortschreiten eine Beeinträchtigung dieser Entwicklung in sich bergen könnte. Dem aufmerksamen Beobachter kann es nicht entgehen, daß in maßgebenden Kreisen das Streben nach einheitlicher Regelung und Centralisation auch auf dem Gebiete der Schulbücher-Literatur be steht und neuerdings mehr und mehr an Umsang gewinnt, und wir erblicken in den Verhandlungen des Hauses der Abgeordneten aus jüngster Zeit einen neuen Beleg hierfür. In der 28. Sitzung vom 15.Deccmber v.J. haben Ew. Excellenz, veranlaßt durch die vorangegangenen Reden der Herren Abge ordneten Stöcker, Steinbusch und Virchow, sich eingehend über die Lesebuchfrage geäußert. Aus diesen Aeußerungen haben wir den Eindruck gewonnen, als ob die Königliche Staatsregierung das Streben zu begünstigen beabsichtige, die gegenwärtig bestehende Vielheit von Volksschul-Lesebüchern allmählich zu ersetzen durch eine kleine Anzahl von den Provinzialbehörden oder in deren Auf trag verfaßter Lesebücher, für welche die Staatsregierung die Ver antwortlichkeit übernimmt und welche innerhalb gewisser räumlicher Grenzen zum ausschließlichen Gebrauche bestimmt sind. Wir enthalten uns an dieser Stelle einer eingehenden Erör terung dieser hochwichtigen Frage und bescheiden uns gern, daß die Interessen eines einzelnen Standes vor dem öffentlichen Interesse der Volkserziehung in den Hintergrund treten müssen. Allein der Umstand, daß bei den betreffenden Verhandlungen die buch händlerischen Interessen kaum erwähnt worden sind, legt uns die Pflicht aus, unsere Stimme zu erheben und Ew. Excellenz Aufmerk samkeit die Erwägung zu unterbreiten, daß ein Vorgehen wie das vorstehend gekennzeichnete auch wichtige literarische Interessen und schwer wiegende geschäftliche Interessen des deutschen Buchhandels empfindlich berühren würde. Wir halten es umsomehr für geboten, rechtzeitig hierauf hinzuweisen, weil neuerdings bei der Regelung der deutschen Rechtschreibung der deutsche Verlagsbuchhandel sich plötzlich und unerwartet vor vollendete Thatsachen gestellt sah, welche demselben unberechenbare Vermögensverluste zugefügt haben. Die Sorge, daß ein derartiger Vorgang bei der Frage des Volks- schul-Lesebuches sich leicht wiederholen könnte, veranlaßt uns, Ew. Excellenz um geneigteste Auskunft darüber zu ersuchen, ob Sie beab sichtigen, in Angelegenheiten des Volksschul-Lesebuches in nächster Zeit Verfügungen zu erlassen oder vorbereitende Schritte zu thun, welche dahin abzielen, eine einheitliche Regelung der Lesebuchfrage in dem vorher angedeuteten Sinne herbeizuführen. Indem wir einem hochgeneigten Bescheide vertrauensvoll ent gegensetzen, verharren wir Berlin, Breslau und Leipzig, den 3. März 1881. Ew. Excellenz ehrerbietig ergebene Der Vorstand des Sörsenvereins der Deutschen Luchhündler. Adolph Enslin. Emil Morgenstern. Hermann Haessel. Achtundvirrzigster Jahrgang. 150
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