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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.10.1871
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1871-10-11
- Erscheinungsdatum
- 11.10.1871
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Zeitungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
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- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-18711011
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Erscheint ou-er Sonntags täglich. — Bis früh 9 Uhr eingehende Anzeigen kommen in der nächsten Nummer zur Aufnahme. Börsenblatt für den Beiträge für dar Börsenblatt find an däe Redaction — Anzeigen aber an die Expedition derselbe» zu senden. Deutschen Buchhandel und die mit ihm verwandten Geschäftszweige. Eigcnthum des BörscnvereinS der Deutschen Buchhändler. -N 235. Leipzig, Mittwoch den 11. Oktober. 1871. Nichtamtlicher Theil. Das Haus Hachette L Co. in Paris. (Schluß aus Nr. 233.) Die Ereignisse nach dieser Zeit stehen noch frisch in unserer Er innerung, und hat die Firma Hachette unter den gewaltigen Ereig nissen unserer Tage eine dritte Krisis durchwachen müssen, welche nur von einem so gut fundirten Hause in der Weise hat getragen werden können, als dies seitens der Besitzer geschehen ist. Wir selbst stehen in geschäftlich näherer Beziehung zu diesen und haben des halb mit besonderem Interesse die verschiedenen Wandlungen ver folgt, welche der Pariser Buchhandel, und mit ihm Hachette, in der Zeit der zweimaligen Belagerung durchgemacht hat. Die Verbin dungen mit dem Auslande selbst hatten selbstverständlich vollständig aufgehört, und um nur einigermaßen die Verbindung mit dem fran zösischen Buchhandel in den von der Oecupation verschont gebliebe nen Provinzen aufrecht zu halten, gründete das Haus in Lyon und Tours für die Dauer des Krieges Zweiggeschäfte, wohin ein Theil der Verlagsvorräthc geworfen und von einigen wenigen Gehilfen erpedirt wurde. Während vor Ausbruch des Krieges nach eigner Aussage der Besitzer ungefähr dreitausend Menschen verschiedener Berufsclassen ihr Brot bei den von dem Geschäft unternommenen Arbeiten fanden*), so war während der Belagerung fast die Tätig keit sämmtlicher Betriebszweige eingestellt, und es mag daraus her vorgehen, wie sehr nicht nur Hachette, sondern der Pariser Buch handel überhaupt, der fast durchweg in gleicher Lage sich befand, in seinen Interessen geschädigt ist. Wenn wir hier noch hinzufügcn, daß die Firma Hachette trotzdem bei verschiedenen Gelegenheiten sich an nationalen Sammlungen mit ganz namhaften Summen betheiligt hat und beispielsweise für die Gefangenen in Deutschland über 4000 Bände ihres Verlages gratis an ein bezügliches Comitö abgegeben hat**), so geschieht es, um mit Anerkennung zu constatiren, daß die jetzigen Besitzer auch nach dieser Richtung hin dem Geiste des ver storbenen Gründers treu geblieben sind. Gegenüber der vielverbreiteten merkwürdigen Auffassung inter nationaler Handelsbeziehungen, die der französische Handclsstand Deutschland gegenüber blicken läßt, hat es den deutschen Buchhandel angenehm berührt, daß Hachette sofort nach dem Friedensschlüsse, sobald es die Verkehrsverhältnisse nur gestatteten, die Verbindung mit Deutschland wieder ausgenommen hat, um sich wie früher mit den deutschen Kollegen zum gemeinsamen Dienste im Interesse der Wissenschaft und des Handels zu vereinigen. — Zum Schluffe mögen uns noch über die hauptsächlichsten Unter- ") An den illustrirtcn Werken arbeiteten allein 130 Zeichner und 200 Graveurs, und hatte die Firma im Jahre 1867 schon etwa 4000 Bände, von ungefähr 800 verschiedenen Autoren, verlegt. ") Diese Daten entlehnen wir der lüblioxrapkie äe Is branoe. Achtunddreißigster Jahrgang. nehmungen der Firma Hachette einige kurze Bemerkungen gestattet sein, die zur Ergänzung des vorher Gesagten dienen werden. Der vollständige Verlagskatalog besteht aus sechs Theilen, von denen der erste in 80 Seiten diejenigen Werke enthält, welche sich auf den Unterricht und die Erziehung erstrecken, dasjenige Gebiet, welches der Gründer des Geschäftes in den Jahren 1826—52 fort während mit Vorliebe cultivirt hat; noch 1852 begann er eine Folge von Publicationen unter dem Titel „Illttörnturs Asuörnls st eou- uuissnness utilss", welche der zweite Theil des Kataloges auf 64 Seiten verzeichnet. Der dritte Theil enthält ein alphabetisches Register der beiden ersten Theile, der vierte enthält eine Zusammen stellung verschiedener Verlagsartikel „rsliss ponr Iss äistributions äs prix"*), der fünfte enthält den gesammten Commissionsverlag, und der sechste endlich bietet in sehr übersichtlicher Anordnung das „rnntärisl nöesssnirs ziour I'snssiAnsiusnt xrntigus äss soisn- ess". Diese sechs Kataloge werden alljährlich durch Supplemente ergänzt, und außerdem erscheinen von Zeit zu Zeit kleinere Kataloge, Uebersichten von Werken „ü I'usa^s äss bibliotüsguss populnires, s, I'usnAS äss ssllss ä'nsils" u. s. w. Wie schon erwähnt, beschäftigte sich Hachette in der ersten Zeit vornehmlich mit der Herausgabe von Schulbüchern und erst später begann er die allgemeine Literatur in's Auge zu fassen. So unter nahm er im Jahre 1852 die bekannte „Libliotllögus äss eüsiuius äs ssr" und wußte gleichzeitig bei den verschiedenen Eisenbahn- directionen in Frankreich ein Privilegium zu erwerben, kraft dessen ihm das alleinige Recht zustand, in den Wartezimmern der Sta tionen Verkaufsstellen von Büchern zu etabiireu, auf welchen von ihm Angestellte für seine Rechnung Bücher an die Reisenden ver kauften, sowohl Werke seines eignen Verlages, wie auch anderer Ver leger. Der Gedanke war damals neu und die Dircctionen nahmen keinen Anstand, ihm das Privilegium zu ertheilen; kaum aber war dieser neue Zweig seines Geschäftes von Hachette organisirt und in's Leben getreten, so brach von allen Seiten ein Sturm gegen den Unternehmer los. Die übrigen Buchhändler griffen, nicht mit Un recht, eine derartige Monopolisirung heftig an, verlangten freie Con- currenz und suchten den Beweis zu führen, daß Hachette ein solches Recht gesetzlich gar nicht zustehe, da es nur zum Nachtheile des ge sammten übrigen Buchhandels ausgeübt werden könne. Der Verleger Napoleon Chair namentlich richtete ganz beson ders heftige Angriffe gegen Hachette und veröffentlichte eine Broschüre, in der er seinem Grolle gehörig Luft machte; er hatte wohl beson deren Grund dazu, denn seit vielen Jahren schon ließ er an den *) Die PreiSvertheilung ist bekanntlich in den französischen Schulen viel gebräuchlicher als bei uns, und bildet für den Buchhandel einen sehr wichtigen Factor. 461
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